Gestaltungsbeirat signalisiert Grünes Licht für das neue Angebot in Kempten

BikeBoxen mit gestalterischer Qualität

+
Ein Grundmodul, das mit verschiedenen Optionen aufgewertet werden kann: Kemptens „BikeBox“.

Kempten – Wie berichtet ist ein Ziel der Stadt die Verbesserung der Fahrrad-Infrastruktur, teilweise mit überdachten Stellplätzen, abschließbaren Boxen, Fahrradservicestation, Schließfächer oder auch Ladestationen für Elektro-Fahrräder. Seitens der Verwaltung wurden bereits 18 in Frage kommende Standorte im Stadtgebiet ausgeguckt, vier davon sollen zeitnah weiterverfolgt werden.

Vergangenen Montag hat sich nun der Gestaltungsbeirat mit dem künftigen Angebot für Radler beschäftigt, um die Boxen optisch in die Stadt zu integrieren bei gleichzeitig guter Auffindbarkeit. 2017 soll das Pilotprojekt an der Grabengasse an den Start gehen und zwar nicht wie ursprünglich angedacht auf dem Parkplatz neben dem Stadttheater, was den Verlust von drei bis fünf PkW-Parkplätzen bedeuten würde, sondern wie vom Beiratsvorsitzenden Prof. Carl Fingerhuth vorgeschlagen, auf der Grünfläche daneben.

Rainer Lindermayr vom Architekturbüro f64 stellte ein flexibles Baukastensystem vor, das die Grundanforderungen einer Fahrradstation erfüllt. Die jeweils drei Mal drei Meter großen Grundmodule bestehen aus vier Stahlstützen und einem Dach aus Kreuzlagenholzplatten, das begrünt werden soll. Auf einer Seite der BikeBox ist satiniertes Glas als Wetter- und Sichtschutz angedacht. Die Module können entweder linear einreihig oder punktuell zweireihig gruppiert und optional mit abschließbaren Boxen für hochwertige Räder, Schließfächern mit Ladestationen für E-Bikes, einer Fahrradservicestation mit Werkzeug und Aufhängevorrichtung sowie einem Stadtplan mit Radwegekarte, wichtigen touristischen Zielen und Infos zu weiteren BikeBox-Standorten aufgewertet werden. Sowohl die zurückhaltende Farbgebung wie auch die „insgesamt reduzierte Gestaltung“ lasse „Raum für andere Standorte“. Bei Dunkelheit sollen LED-Bänder für Beleuchtung sorgen.

Als nächste Standorte wurden zwar bereits der Bereich des Forums, Sigmund-Ullman-Platz und nördlicher Hildegardplatz benannt, aber „die Frage des Standorts muss noch politisch diskutiert werden“, erklärte das Stadtoberhaupt.

Prof. Karin Schmid war voll des Lobes für den Stadtrat und seine Initiative BikeBoxen anzubieten, wie auch für die gestalterische Qualität des Architekturbüros. Siegfried Oberdörfer regte an, die Schließfächer kostenpflichtig zu machen, da sie sonst möglicherweise von Fremdnutzern dauerbelegt sein könnten. Theo Dodel-Hefele störte sich am englischen „BikeBox“ – schließlich bezeichne man Motorradfahrer auch als „Biker“ - das er lieber als „RadBox“ sehen würde. Zudem äußerte er Bedenken wegen der Glaswände und möglicher Schäden durch Vandalismus. Laut Lindermayr werde zwar Verbundglas verwendet, aber „gegen Sprayer und Zerstörung“ könne man wenig machen. Deshalb setze er auf „soziale Kontrolle“ durch möglichst transparente Gestaltung, verbunden mit der Hoffnung, „dass die Bevölkerung ein Auge drauf hat“.

Rund 60.000 Euro nannte Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann auf Nachfrage des Kreisbote die Kostenhöhe für das Pilotprojekt an der Grabengasse - exklusive der Entwicklungs- und Planungskosten. Dort sollen „mindestens 20 Räder“ Platz finden können und alle genannten optionalen Angebote verfügbar sein.

Christine Tröger

Auch interessant

Meistgelesen

Mitglieder des "Arbeitskreis Sport in Schule und Verein" kümmern sich um Schulsportwettbewerbe
Mitglieder des "Arbeitskreis Sport in Schule und Verein" kümmern sich um Schulsportwettbewerbe
Rassekaninchen geben sich in Kempten ein Stelldichein
Rassekaninchen geben sich in Kempten ein Stelldichein
Wohnungen für Studenten und Menschen mit Behinderung in Sankt Mang
Wohnungen für Studenten und Menschen mit Behinderung in Sankt Mang
Am Biomassehof könnten Kutter und die AHG eine neue Heimat finden
Am Biomassehof könnten Kutter und die AHG eine neue Heimat finden

Kommentare