Nur "Bio" gibt`s ohne Gentechnik

Gabriele Gruber (rechts) von der Kemptener Frauen-Union dankt der Biochemikerin Dr. Renate Pusch-Beier für ihren Vortrag. Foto: Kesel

„Der Anfang ist gemacht“, lautete die Einschätzung der Referentin Dr. Renate Pusch-Beier über das 2009 in Deutschland eingeführte einheitliche Logo zur Kennzeichnung von Lebensmitteln ohne Gentechnik. Auf Einladung der Frauenunion Kempten ins Ratscafé gekommen, klärte die Diplom-Biochemikerin in ihrem Vortrag „Gentechnikfrei einkaufen - geht das?“ über Gefahren und Risiken der Gentechnik(-Industrie) auf und ging vor allem auf die Kennzeichnungsvorschriften in der Lebensmittelbranche ein. Wer sich beim Kauf anderer Hersteller ganz sicher sein will, so Pusch-Beiers Fazit, sollte auf das Bio-Siegel achten, denn „wo Bio draufsteht ist keine Gentechnik drin“.

Bei der Gentechnik wird Erbmaterial eines Organismus auf ein anderes (auch) artfremdes Lebewesen übertragen. Dies stelle einen massiven Eingriff in die natürlichen Bedingungen dar. Das Problem besteht aber im zufälligen Einbau der DNA, der durch die veränderte Position der Gene zu unerwarteten Wechselwirkungen und Effekten führen kann. Doch wozu werden Pflanzen überhaupt gentechnisch verändert? Im Stadium der Entwicklung befinden sich beispielsweise funktionelle Lebensmittel, die positive Auswirkungen in der Ernährung, zum Beispiel durch den künstlichen Einbau von Vitaminen oder Omega-3-Fettsäuren, haben sollen. Auch die Verwendung als Industrierohstoff führt die Gentechnik-Branche als Argument an. Doch Pusch-Beier erklärte, dass bereits bei der ersten Ernte der berühmten Amflora-Kartoffel vor kurzem Komplikationen auftraten, sodass zunächst ein Verkaufsverbot der Pflanzkartoffeln für Deutschland gilt. „All diese Versprechungen zeigen nur wenig Erfolg“, schloss die Biochemikerin. Über die Risiken für die menschliche Gesundheit könne man nur Hypothesen aufstellen, da es noch keine wirklichen Beweise gebe. Dennoch weisen viele Erhebungen auf mögliche neue allergene Eigenschaften gentechnisch veränderter Produkte hin. „Es könnten sich außerdem völlig neue Stoffwechselwege mit Produkten eröffnen, deren Wirkungen noch unbekannt sind“, so Pusch-Beier. Hinzu käme noch die vernichtende Wirkung von Gentechnik-Pflanzen auf die biologische Vielfalt und deren unkontrollierte Ausbreitung. Für Lebensmittel in Europa seien vor allem gentechnisch veränderte Sojabohnen und gentechnisch veränderter Mais von Bedeutung. Herbizidresistente Sojabohnen werden überwiegend zu Futtermitteln verarbeitet, liefern aber auch Rohstoffe für verschiedene Lebensmittel wie zum Beispiel Speiseöl. Für den Anbau zugelassen sind in der EU bisher nur insektenresistenter Mais und amylosefreie Kartoffeln. Eingeführt werden dürfen auch herbizidresistenter Raps, Mais, Baumwolle und Produkte aus Zuckerrüben. Tricks bei Kennzeichnung

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