Brot, Käse und Bier in der Bio-Version

Biolandbau präsentiert sich auf der Allgäuer Festwoche mit Kostproben und Informationen

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Die bayerische Bio-Königin, Carina I., stammt aus dem Unterallgäu und will die Menschen für Bio-Produkte begeistern. Jetzt hat sie die Schirmherrschaft für die Halle 12 übernommen.

Kempten/Landkreis – Die Halle 12 bringt in diesem Jahr einen neuen Themenschwerpunkt auf die Allgäuer Festwoche, und zwar einen, der wunderbar zu deren ursprünglichen Ausrichtung als Verbrauchermesse passt.

Schirmherrin und bayerische Bio-Königin Carina I. freut sich über die Gelegenheit für Verbraucher, „mit Erzeugern und Verarbeitern ins Gespräch zu kommen“. „Wir wollen Antworten anbieten auf Fragen, die in diesem Jahr die Menschen bewegt haben“, sagt Franz Berchtold, Geschäftsführer der Bio-Schaukäserei Wiggensbach. Er erinnert an das Volksbegehren Artenvielfalt und den Aufruhr um den Milchviehbetrieb in Bad Grönenbach. 

Das Thema Bio und Nachhaltigkeit sei groß, das Interesse sei da. Mit seiner Leutkircher Brauerei ist auch das Baden-Württembergische Allgäu vertreten, betont Gottfried Härle. „Ein Großteil unserer Rohstoffe kommt aus dem Allgäu“, wie etwa die Bio-Braugerste, die im Unterallgäu wächst. Der Hopfen in Bio-Qualität allerdings, der komme von einem Demeter-Hof aus Tettnang, für den Anbau von Hopfen sei es im Allgäu zu kalt. „Wir müssen den Verbrauchern Bio-Produkte nahebringen und ihnen helfen, den Wert der Lebensmittel zu erkennen.“ 

Bioland habe sich bereits seit einigen Jahren bei der Stadt darum bemüht, auf der Festwoche ausstellen zu dürfen. Anfang diesen Jahres kam dann das Angebot „Bestückt doch eine ganze Halle“, erzählt Dr. Günter Räder von Bioland Allgäu. Einige Partner waren schnell gefunden. „Käse, Brot und Bier“, sagt er, „damit waren schonmal die Allgäuer Grundnahrungsmittel abgedeckt.“ Freilich gibt es weit mehr zu entdecken – und zu probieren. 

An allen Ständen kann gekostet, gegessen und eingekauft werden. Sitzgelegenheiten erlauben es, hier auch zu Mittag zu essen. Und dann gibt es noch die Neuheiten: Mit dem Konzept von „Weideschuss.Bio“ haben sich mehrere Erzeuger einem großen Problem angenommen – dem „Nebenprodukt“ Kalb. Sowohl in der konventionellen, als auch in der Bio-Milchwirtschaft kommen jedes Jahr unzählige Kälber zur Welt, die für die Milchproduktion nicht benötigt werden und deshalb bislang zu großen Teilen ins Ausland transportiert werden. Ziel sei, so Franz Berchtold, dass „künftig weniger Kälber das Allgäu verlassen“, ihnen stressauslösende Transporte in alle Welt erspart blieben und sie „ein würdiges Ende finden“. 

Dafür sollen künftig „Fertigprodukte vom Kalb“ hergestellt werden: „Gulasch, Roulade, Curry und Rinderzunge in Rotwein, alles aus dem Glas“, zählt Bio-Koch und Mitinitiator Alfred Fahr auf. Die Idee sei vor anderthalb Jahren auf der Grünen Woche in Berlin entstanden. Seitdem wird an verschiedenen Rezepten getüftelt, um Gerichte so zuzubereiten, damit ein möglichst „reines“ Lebensmittel in hoher Bio-Qualität entsteht und auch von Allergikern oder Personen mit Unverträglichkeiten gegessen werden kann. Der einzige deklarationspflichtige Inhaltsstoff sei nämlich Senf, sagt Fahr. 

Martina Ahr

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