Bischof hilft der Diakonie

Regionalbischof Michael Grabow macht einmal im Jahr einen Seitenwechsel. Jetzt war er in der Diakonie tätig. Unser Foto zeigt ihn mit Eva Bruns beim Sortieren der Kleidung. moriprint

Konzentriert nimmt er jedes Teil in die Hand, begutachtet es, legt es in die zuständige Kleiderkiste – oder wenn es kaputt ist in den Abfallsack. Lässig steht er da, in Jeans, Hemd und grauen V-Pullover – als einer der ehrenamtlichen Mitarbeiter im Kaufhaus der Diakonie Kempten-Allgäu: Regionalbischof Michael Grabow aus Augsburg nimmt seinen Seitenwechsel ernst. Einen ganzen Tag ist der 57-Jährige in Kempten, um im Kaufhaus, in der sozialpsychiatrischen Tagesstätte, im Werkhaus der Diakonie mitzuhelfen: „Ich mache diesen Seitenwechsel regelmäßig einmal im Jahr. Er ist mir wichtig, gibt mir die nötige Bodenhaftung“, erklärt der Bischof.

Ein vielfältiges Programm hatte sich die Diakonie Kempten-Allgäu für den hohen Gast aus Augsburg ausgedacht, wenngleich Grabow die Diakoniearbeit nicht unbekannt ist. Als Dekan in Rosenheim war er seinerzeit auch Verwaltungsratsvorsitzender des dortigen Diakonischen Werkes. „Doch jede Einrichtung hat andere Schwerpunkte.“ Das Kemptener D + W Kaufhaus beispielsweise habe seinen Schwer- punkt auf der Weitergabe von Kleidung, in Rosenheim sei es mehr um gebrauchte Möbel und Elektrogeräte gegangen. „Die Ehrenamtlichen hier sind ein tolles Team“, stellte Bi- schof Michael Grabow fest. Beim Mittagessen in der sozialpsychiatrischen Tagesstätte und danach im Plenum der Einrichtung erfuhr Grabow von SPZ-Leiter Olaf Höck, wie sich aus einem Zufall heraus der Christbaumverkauf (heuer vom 8. bis 22. Dezember) entwickelt hat und daraus das Arbeitsprojekt Holz entstanden ist. Beeindruckt zeigte er sich von der „Stapelhilfe“: „Wenn jemand das Holz daheim nicht stapeln kann, können wir das übernehmen“, erzählt Höck. Bereitwillig beantwortete Bischof Grabow im Plenum Fragen der Besucher. So wollte eine Krugzellerin beispielsweise wissen, warum er einen Chauffeur hat. „Mein Auto ist zeitweise mein Büro. Weil ich sehr viel unterwegs bin, erledige ich während der Fahrt sehr oft Telefonate, Briefe etc.“, erläuterte er. Eine Kemptenerin fragte dagegen nach den Gründen für seine Berufswahl: „Ich habe bereits in der Jugendarbeit erlebt, wie toll es ist, mit Menschen zusammenzuarbeiten. Und es ist für mich nach wie vor die richtige Entscheidung gewesen“, so der 57-Jährige. Gern hätte der Regionalbischof (ähnlich wie Dekan Jörg Dittmar beim Rollentausch) auch bei der Holzarbeit im Allmey zugelangt, doch das hätte seinem noch nicht wieder hergestellten Gehör nicht gut getan. Daher gesellte sich der Geistliche kurzer Hand zum Verpackungsteam der Sozialpsychiatrischen Tagesstätte – und verpackte voll Staunen Schokoladen-Marienkäfer für eine Schokoladenfirma, die dann nach USA gehen für das Ostergeschäft. Auch diese Tätigkeit ist ein Zuverdienstprojekt für psychisch Kranke und Behinderte Personen der Diakonie Kempten Allgäu.

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