Am Wochenende wird St.-Anton 100 Jahre alt

Gemeinde feiert

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100 Jahre Kirche St.-Anton im Haubenschloß werden an diesem Wochenende gefeiert.

Kempten – Den ersten Schritt machten die Verantwortlichen am 8. Januar 1904 mit der Gründung des Kirchenbauvereins Kempten-Süd. 100 Jahre später gilt ihr Werk noch immer als das geistliches Zentrum des Südens – die St.-Anton-Kirche. An diesem Wochenende feiern die Kirchenoberen 100 Jahre Konsekration.

Am Samstag, 3. Mai, ist es soweit: Heute vor 100 Jahren weihte der damalige Augsburger Bischof Maximilian von Lingg die Kirche St.-Anton. Das 100-jährige Kirchenjubiläum wird an diesem Wochenende groß gefeiert. So findet am Sonntag, 4. Mai, ab 10 Uhr eine Pontifikalmesse im Beisein von Bischof Konrad Zdarsa statt. Dabei wird die Paukenmesse von Haydn und Regina Celi von Mozart für Solisten, Chor und Orchester aufgeführt. Ab 12 Uhr findet außerdem im Klostergarten ein Pfarrfest statt. 

Für Musik, Unterhaltung, Essen und Trinken versprechen die Veranstalter bestens zu sorgen. Seelsorge, Anbetung und Beichtgelegenheit sind die drei zentralen Anliegen der Klosterpfarrei St.-Anton. Vor 100 Jahren wurde die Kirche feierlich konsekriert und trotz der Entbehrungen des Ersten Weltkriegs und der darauf folgenden Weltwirtschaftskrise in aufopferungsvoller Arbeit mit Altären, Bänken und einer Orgel ausgestattet. 1937 wurde St.-Anton zur Pfarrei erhoben und ist bis heute das geistliche Zentrum im Süden der Allgäu-Metropole. 

Beliebte Seelsorger 

Rund 90 Jahre galten die Kapuziner als beliebte Seelsorger in Kirche, Schule und Krankenhaus. Seit 2001 wirken die Ordensbrüder der heiligsten Herzen Jesu und Mariens in St.-Anton. St.-Anton ist heute eine lebendige Pfarrei mit einem breit angelegten Spektrum. Die Gottesdienste werden auch für die kroatische und die polnische Gemeinde angeboten. Die Kirchenmusik ist weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Chor und das Format „Mozart pur“ sind hierbei seit langem etabliert, ein Förderverein begleitet die Kirchenmusik.

Zur Pfarrgemeinde zählen auch die Filialkirche Eich, das Kleinod Dreifaltigkeitskapelle und die Hauskapelle im Hoefelmayrpark sowie die Kindergärten in der Eich und in der Lessingstraße. Der erste Schritt zum Bau der Kirche im noch wenig bebauten Süden der Stadt war die Gründung des Kirchenbauvereins Kempten-Süd am 8. Januar 1904. Bereits damals stand fest, dass die Anlage den Kapuzinermönchen gehört und ein Ort für das einfache Volk sein sollte. 1908 wurden die letzten Beschlüsse gefasst und der Bau begonnen. 

Beauftragt waren vor allem Bauunternehmen aus der Region. Zunächst wurde das Kloster fertig gestellt, das die Mönche am 1. September 1912 bezogen. Im vergangenen Jahr wurde deshalb das 100-jährige Bestehen des Klosters gefeiert. Der Taufname des 1. Vorsitzenden – er hieß Anton Enderle – gab die Anregung, die neue Kirche dem Heiligen Antonius von Padua zu weihen. Auch der Vorschlag: „Bekommen sollen sie die Kapuziner; das sind Männer des Volkes” wurde angenommen. 

Eigenständige Pfarrei 

Am 3. Mai 1914 wurde die vollendete Kirche durch den damaligen Augsburger Bischof Maximilian von Lingg geweiht. Die Kirche gehörte der Pfarrei St.-Lorenz, hatte jedoch Kontrollaufsicht über Schulen, Gottesdienste und auch die Krankenseelsorge im Süden der Stadt. Anfang Mai des Jahres 1938 wurde die Kirche zur eigenständigen Pfarrei erhoben, die nicht mehr an St.-Lorenz gebunden war. 

Im Zweiten Weltkrieg erlitt das Kloster am 3. August 1944 einen Bombenvolltreffer. Dabei wurden große Teile des Klosters aber auch die Kirche stark zerstört. Der Wiederaufbau dauerte bis in das Jahr 1949. 1951 wurde auch die Bleiverglasung wiederhergestellt. Im Juni 1952 wurde mit der Wiedererrichtung des Kirchenschiffs die ganze Anlage wieder hergestellt. 2000 bis 2003 wurde die Klosterkirche restauriert.

kb

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