Bissige Straßenköter

Besonderen Spaß hatte die Keramikerin Gisela Engelmayer nach eigener Aussage bei der Arbeit an den Figuren ihres „Wanderzirkus“. Foto: Tröger

Fehlen dürfen die Fische, wie die voll-lippige „Rosalia im gestreiften Badeanzug“, und so seltsame Vögel wie das „Mitglied der upper-class“ natürlich nicht, die sich als witzig-tierische Figuren in immer neuen Variationen präsentieren. Sie gehören zum „Standardrepertoire“ der Keramikmeisterin Gisela Engelmayer.

Das Wort „Standard“ ist eigentlich kein Ausdruck, der zu ihr passen mag. Sicher, die Handschrift die ihre kunstvollen Werke tragen, ist unverkennbar. Aber jedes der ausschließlich Unikate ist mit einer solch individuellen „Persönlichkeit“ ausgestattet, dass von „Standard“ kaum die Rede sein kann. Nach zweijähriger Ausstellungspause sind ihre in Plattentechnik hergestellten Werke, die neben verschiedenen tierischen Individualisten auch Bilder, Stelen, Urnen, Brunnen und vieles mehr umfassen, derzeit in ihren Atelierräumen inklusive Garten zu sehen. Ein ganz und gar neues Thema hat sie mit der humorvollen Serie „Wanderzirkus“ aufgegriffen, das ihrer überbordenden Fantasie freien Lauf gewährt. Darunter finden sich makabre Gestalten, wie „Der Zauberer: dumm gelaufen!! Weiterüben!!!“ – ein wilder Zeitgenosse, der ein rostiges Sägeblättchen wie ein Bajonett neben sich aufgepflanzt hält. Leider ist der Zaubertrick blutrünstig missglückt, wie zu seinen Füßen sichtbar ist. Schmunzeln macht der kleine „bissige Straßenköter“ an monströser Kette, zwischen dessen gebleckten Riesenzähnen ein paar flauschige Federn hervorblitzen. Die atemberaubende Nummer der Menschenpyramide im Zirkus übernehmen bei Engelmayer „Die kleinen Akrobaten“, alias eine Katze auf der grazil drei übereinander aufgetürmte Fische balancieren. Dominierende Farben Und auch einer „Elefanten-Mäuse-Nummer“ oder Akrobatinnen mit einer Spülbürste als Haarschopf steht in diesem Atelier nichts im Weg. Ein Markenzeichen von Engelmayer ist sicher die Dominanz von Blau- und Grüntönen, zwischen die sich nur gelegentlich ein Tupfer Orange oder Objekte in Weiß-Gold, wie der „Zickenkrieg“ der Eulen, schleichen. Die allesamt für den Innen- wie Außenbereich geeigneten, hoch gebrannten Keramiken sind noch bis kommenden Sonntag, 24. Juni, ausgestellt in der Ravensburger Straße 13 in Kempten – samstags und sonntags jeweils von 11 bis 17 Uhr sowie montags bis freitags von 13 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung.

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