"Blut, Schweiß und Freudentränen"

Jahreshauptversammlung des City Managements Kempten

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„Die Arbeit des City Managements, zu der auch tiefgehende Diskussionen zu bestimmten Themen gehören, sind wertvoll und wichtig. Wir leben hier im Prinzip im Paradies, aber wir müssen auf das, was wir haben, aufpassen“, so Christian Martinsohn, 1. Vorsitzender des City Managements Kempten.

Kempten – Das City Management setzt sich dafür ein, dass Kempten eine attraktive Einkaufsstadt ist und bleibt. Ein wichtiges Thema wird jetzt und in der Zukunft das Leerstandsmanagement in der Innenstadt sein.

Das City Management Kempten ist eine Interessengemeinschaft mit mehr als 180 Mitgliedern aus Einzelhandel, Gastronomie, Institutionen und Privatpersonen. Ihr gemeinsames Ziel ist es, Kempten zu einem attraktiven, bunten und liebenswerten Wirtschafts- und Erlebnisstandort zu machen. Daher planen und organisieren die Mitarbeiter der Geschäftsstelle übers Jahr vielfältige Projekte und Veranstaltungen. 

Für Geschäftsinhaber sind Letztere „gute Möglichkeiten, um Kunden ins Geschäft zu locken“, erläuterte Geschäftsstellenleiterin Katinka Zimmer. In ihrem Jahresrückblick erinnerte sie etwa an die Autoausstellung („da war die Stadt proppenvoll“), den Tag der Musik („wir konnten einen Spendenrekord von 14.00 Euro erzielen, die an die Kinderbrücke Allgäu und pro familia gingen“), den Sport- und Familientag, bei dem die Toggo-Tour von Super RTL Station machte („mit diesem Ansturm hatten wir nicht gerechnet“), den Alpinen Wintergenuss („noch nicht kostendeckend, weil noch im Aufbau“) und natürlich das Stadtfest. 

„Das Stadtfest ist die größte Veranstaltung, die am meisten Spaß macht und die meisten Kosten verursacht“ (allein die Sicherheitsmaßnahmen schlugen mit 42.000 Euro zu Buche), „hier fließen am meisten Blut, Schweiß und, wenn dann alles gut läuft, Freuden-Tränen“, so Katinka Zimmer. Der organisatorische Aufwand sei enorm. „Mit dem Stadtfest ist eine Stelle bei uns ganzjährig beschäftigt. Keiner kann das besser organisieren als wir. Wir sind da die Experten.“

Darüber hinaus verantwortet der Verein die Einkaufsgutscheine „Schexs in the City“, mit denen Kaufkraft in der Allgäumetropole gehalten wird, sowie Projekte wie „Das Allgäu packt‘s“, „Familienfreundliche Innenstadt“ oder, ganz neu, „Caffè sospeso“. In den derzeit elf daran teilnehmenden Cafés und Bäckereien kann der Kunde ein Getränk, in der Regel Kaffee bestellen, aber zwei bezahlen. Das zweite Getränk wird „aufgeschoben“ und kann im Anschluss von Bedürftigen bestellt werden.

"Häufig beneidet"

Oberbürgermeister Thomas Kiechle lobte Kempten in seinem Grußwort als „ganz generell attraktive, funktionierende Stadt.“ Die Akteure aus Stadtrat, Verwaltung, Vereinswesen, Organisationen, Verbänden und City Management pflegten eine gute Zusammenarbeit. „Das alles ist nicht selbstverständlich. In anderen Städten werden wir häufig beneidet. Wir dürfen den Blick nicht verlieren, für das, was wir haben und was wir uns erarbeitet haben. Wir haben eine hervorragende Basis, auf der wir weiterarbeiten können“, mahnte er. 

Mit Blick auf die Flächen an der Ulmer Straße, Fenepark und den aktuellen Dissens mit der Marktgemeinde Dietmannsried wegen der Ansiedlung des Unternehmens Exxpozed betonte er, der Schutz des Innenstadthandels sei der Kemptener Stadtverwaltung ein großes Anliegen. Deshalb habe man auch die Erstellung eines komplett neuen Einzelhandelskonzeptes beauftragt. Auch die Leerstände wolle man sich gemeinsam genauer ansehen. 

Christian Martinsohn, der Vorstandsvorsitzende des City Managements, und Katinka Zimmer ergänzten, die Situation sei noch nicht besorgniserregend, aber es gebe „erhebliche Leerstände in prominenten Lagen“. Dem wolle man frühzeitig entgegenwirken. Dabei wolle das City Management nicht etwa Immobilienmaklern das Geschäft streitig machen, vielmehr suche man das Gespräch mit Maklern, Interessenten, Immobilienbesitzern und der Stadt. Bei der derzeit laufenden Bestandsermittlung der Leerstände habe die Abfrage an Immobilienbesitzer bislang allerdings nur spärliche Rückmeldungen gezeitigt. Martinsohn: „Wir kriegen das gemeinsam hin, wenn wir alle an einem Strang ziehen, damit die Stadt so attraktiv bleibt wie sie ist.“

Sabine Stodal

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