"Booming" Betzigau

Fluch und Segen einer erfolgreichen Gemeinde

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Im Großen und Ganzen g ab es bei der Bürgerversammlung in Betzigau von Bürgermeister Roland Helfrich Gutes zu berichten. Zwar hat die Gemeinde noch Schulden zu stemmen, steht aber bei der Geburtenentwicklung und dem Zuzug neuer Firmen glänzend da.

Betzigau – Am Ende des Jahres wird allerorten Bilanz gezogen, so auch in der Gemeinde Betzigau. Bürgermeister Roland Helfrich lud interessierte BürgerInnen in den Bürgersaal ein, um ihnen über die gegenwärtige Haushaltslage und zukünftige Projekte der Gemeinde zu berichten.

„65 Millionen Euro wurden in den letzten 20 Jahren in Betzigau in die Infrastruktur investiert, heuer sind gerade noch 2,85 Millionen Euro Schulden zu stemmen“, so das Eingangsstatement des Bürgermeisters an die rund 130 Bürger im Saal. Damit beträgt die Pro-Kopf Verschuldung im Haushaltsjahr 2018 980 Euro gegenüber 1293 Euro im Jahr 2016. Verantwortlich für den Schuldenstand sind noch zu bedienende Kredite, die u.a. für die Wasserversorgung/Abwasserentsorgung, Photovoltaik und die Erweiterung der Turnhalle zu leisten sind. Auf der Habenseite der Gemeinde stehen dabei der Besitz von land- und forstwirtschaftlichen Flächen in einer Größenordnung von 46,68 Hektar (= 65 Fußballfelder). Mit diesem Flächenbesitz sollen zum einen Auswirkungen des spürbaren Strukturwandels bei kleineren und mittleren landwirtschaftlichen Betrieben abgemildert werden und zum anderen sollen diese Grundstücke zur eigenständigen städtebaulichen Entwicklung Betzigaus genutzt werden, so Helfrich. Er betont: „Nur durch starke Steuerkraft können wir, bei sparsamer und wirtschaflicher Verwendung dieser, die Aufgaben der Zukunft sicher und langfristig finanzieren.“ Mit derzeit 846,09 Euro Steuerkraft pro Einwohner nimmt Betzigau im Landkreis aktuell den 19. Platz ein. Für das Haushaltsjahr 2018 rechnen die Verantwortlichen mit einem Überschuss von rund 1,1 Millionen Euro bei einem Verwaltungshaushalt von 5,7 Millionen und einem Vermögenshaushalt von 3,2 Millionen Euro.

Projekte und Pläne

Helfrich kommt im weiteren Verlauf auf die anstehenden Projekte der Gemeinde Betzigau zu sprechen. An der Grundschule wurde die EDV-Ausstattung modernisiert und Dokumentenkameras angeschafft. Helfrich begrüßte in diesem Zusammenhang die aus Lauben stammende neue Schulrektorin Sabine Krippner. Auch für die Sanierung des Kinderhorts wurde 2018 Geld in die Hand genommen. Besonders glücklich zeigt sich die Gemeinde über die Fertigstellung der Umgehungsstraße, die am 26. Juli diese Jahres feierlich eingeweiht wurde. Insgesamt wurden für die Sanierung von gemeindlichen Straßen 2018 rund 144.000 Euro aufgewendet. Verbessert wurden Straßen und Kreuzungen in Mittelleiterberg, Möstenberg und Unterhalden. Als besonders positiv bewertete Helfrich die Entwicklung des Ortes in puncto Neuansiedlung von Gewerbe. 

So begrüßte der Bürgermeister gleich fünf Firmen namentlich, die sich mit ihrem Firmensitz in Betzigau niedergelassen haben. Damit die Gemeinde weiterhin attraktiv für gewerbliche Niederlassungen bleibt, investiert sie weiterhin in den Glasfaserausbau. Hierbei profitiert Betzigau bei Gesamtkosten in einer zweiten Phase von 278.000 Euro von einem Zuschuss des Freistaates in Höhe von 222.000 Euro. Weitere Investitionen wurden bei der Fertigstellung des Trinkwasserkonzeptes Betzigau 2030, beim Kauf eines neuen Kommunalfahrzeugs für den Bauhof und bei der Fertigstellung der Ergänzungsarbeiten im Baugebiet Schweikhartwiese getätigt. Aufgrund eines Geburtenzuwachses wird auch in den Ausbau des Kindergartens investiert. Geschaffen wird dort eine zusätzliche Nutzfläche von 394 Quadratmetern für zwei Kindergartengruppen und eine Krippengruppe. Zukünftige Projekte werden in Betzigau die Sanierung des Gasthofs Hirsch und die Erarbeitung eines innerörtlichen Gestaltungskonzepts für den geplanten Mehrgenerationenpark darstellen. Zu guter Letzt verkündete Bürgermeister Helfrich für 2019 die Anschaffung eines neuen Feuerwehrfahrzeugs für die örtliche Feuerwehr.

Das Thema Leiterberg

In der anschließenden Diskussion mit den Anwesenden grüßte auch an diesem Abend sozusagen einmal mehr das Murmeltier. Gegner des neuen Baugebietes in Leiterberg, in dem sich vornehmlich junge Familien aus der Gemeinde Betzigau baulich niederlassen wollen, äußerten auch an diesem Abend ihren Unmut über die nach langen Diskussionen vom Gemeinderat getroffene Entscheidung für die Bebauung. Allerdings schien eine große Mehrheit im Saal des anhaltenden Unmuts einer Minderheit überdrüssig zu sein und forderte an diesem Abend von den Bebauungsgegnern endlich ein Ende des schon lange währenden Streits.

Jörg Spielberg

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