Im Frühjahr sollen die Fäuste fliegen

Der Box-Promoter Mevlüt Kaffar will Kempten wieder zu einer Hochburg des Boxsports machen

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Konnte bei der letzten „Allgäu Fight Night“ große Namen nach Kempten locken: (v.l.) Promoter und Organisator Mevlüt Kaffar neben Boxlegende Axel Schulz, Ex-Amateurboxer Murat Karabulut und Ex-Boxweltmeister im Halbschwergewicht Graciano „Rocky“ Rocchigiani. 

Kempten – Im April 2021 könnte im Kemptener Illerstadion unter freiem Himmel eine Großveranstaltung im Boxen stattfinden. Unter dem Titel „Allgäu Fight Night“ plant der Kemptener Box-Promoter Mevlüt Kaffar einen Wettkampfabend mit bis zu acht Boxkämpfen.

„Wenn das Ding hier sitzt, dann sind wir eine Macht“, sagt Mevlüt Kaffar am Telefon über seine Pläne. Der 42-Jährige lizensierte Trainer und Promoter im Bund Deutscher Faustkämpfer (BDF) möchte Kempten wieder zu einer „Hochburg des Boxens“ machen, wie er sagt. Als Trainer und Promoter seines Bruders, dem Kemptener Boxer Muhammed Ali Kaffar, hat er bereits viele Siege feiern dürfen. Doch bei Erfolgen auf persönlicher Ebene soll es nicht bleiben.

Große Hoffnungen steckt er in einen Wettkampf – eine Europameisterschaft soll es werden – im April oder Mai des kommenden Jahres. Sie soll seinem Sport größere Aufmerksamkeit schenken und unter der Aufsicht des Weltboxverbandes WBF ablaufen. Aufgrund der Corona-Krise könnte diese im Freien stattfinden. Der Traum eines vollen Illerstadions lebt – ein konkretes Datum stehe laut Kaffar aber noch nicht fest, ein Veranstaltungskonzept liege auch noch nicht vor.

Ehemalige Welt- und Europameister im Ring

Fest steht allerdings, dass es bei der Veranstaltung rund acht Kämpfe geben soll. Zu den Kämpfern werden laut dem Veranstalter der Kemptener Jürgen „Batista“ Dolch, ehemaliger Welt- und Europameister in den Disziplinen Kickboxen und Mixed-Martial-Arts, der Allgäuer Mertay Kahveci sowie mehrere Athleten der Allgäu Thais und der Fightschool Kempten gehören. Neben einem Hauptkampf seien mehrere Duelle verschiedener Kampfdisziplinen wie Thai- und Kickboxen angedacht. Auch ein Frauenkampf soll darunter sein. Sein Bruder Muhammed Ali Kaffar wird „aus persönlichen Gründen“, wie der Promoter sagt, im kommenden Frühjahr allerdings nicht in den Ring steigen.

Kampfansage an den Norden der Box-Republik

Früher sei die Allgäu-Metropole dank einer aktiven Amateurszene rund um Kulttrainer und Ikone Horst Witterstein eine wichtige Adresse im Boxen gewesen, erzählt Kaffar. Doch aufgrund fehlenden Nachwuchs hätte man einen Generationenwechsel damals verschlafen. 

Nun möchte Kaffar dem Sport in Kempten auch mithilfe der Europameisterschaft im Frühjahr 2021 zu alter Popularität verhelfen. Die Werbung rund um den Sport nimmt Kaffar bislang in die eigene Hand. Auch um die Förderung der Nachwuchsboxer kümmert er sich mittlerweile selbst. Kostenlos trainiert er derzeit in einer Trainingshalle über einer Gaststätte am Kemptener Stadtrand rund 30 Boxer seines Teams „Faustkunst“. Er schwärmt dabei von jungen Schützlingen wie Kahveci, einem kommenden Schwergewichtschampion – wenn es nach Kaffar ginge. Langfristig wolle er der Boxszene im Rest des Landes den Kampf ansagen. Kaffar: „Die Jungs im Norden können noch froh sein, dass ich hier im Süden sitze.“

Cian Hartung

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