Brandbrief nach Berlin

In einem offenen Schreiben an Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) hat die Kempt`ner Frauenliste sich für den Erhalt individueller Geburtshilfen und die Unterstützung von Hebammen ausgesprochen. In dem Brandbrief anlässlich des Internationalen Frauentags fordern sie Bahr auf, die Situation freiberuflicher Hebammen zu verbessern. Durch die Erhöhung der Berufshaftpflichtprämien seien viele Hebammen mittlerweile in ihrer Existenz gefährdet.

Für freiberufliche Hebammen seien Berufshaftpflichtprämien zwischen 4242 und 6000 Euro im Jahr schlicht und ergreifend kaum noch zu bezahlen, kritisieren Elisabeth Brock, Lisa Slavicek und Katharina Babl von der Kempt`ner Frauenliste. Darüber hinaus sei der Hebammenberuf als typischer Frauenberuf mit einem Stundenlohn von 7,50 Euro „krass unterbezahlt“. Die Folgen seien, dass immer mehr Hebammen ihren Beruf aufgeben oder sich aus der Geburtsbegleitung zurück ziehen würden – mittlerweile bereits an die 15 Prozent. Schwangere Frauen würden dadurch immer seltener eine Hebamme, vor allem in erreichbarer Nähe, finden. „Dabei ist der Bedarf gegeben“, schreiben die drei. „Zum Beispiel haben 69 Prozent der Hebammen mehr Anfragen für Wochenbettbetreuungen als sie anbieten können.“ Schwangere hätten aber ein Recht auf die freie Wahl des Geburtsortes und freie Wahl der Hebamme. „Wir dürfen nicht zulassen, dass extrem hohe Versicherungsbeiträge und extrem geringe Bezahlung zur Existenzfrage einer ganzen Berufsgruppe wird“, schreiben die drei weiter. Unmissverständlich fordern die Drei Bahr auf, „sich mit aller Kraft für eine Verbesserung der Situation freiberuflicher Hebammen zu engagieren.“ Außerdem solle der Gesundheits- minister berichten, was sein Ministerium dafür tue, damit Frauen weiterhin die Wahlmöglichkeit des Geburtsortes und der Hebamme haben.

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