Weitere Nutzung des Kornhauses ist erst einmal sichergestellt

Interimslösung bis 2018

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Um das Kornhaus weiterhin nutzen zu können, sind umfassende Brandschutzmaßnahmen nötig. Eine Interimslösung sichert jetzt die Nutzung bis Ende 2018.

Kempten – 680.000 Euro muss die Stadt für eine Interimslösung aufwenden, durch die die weitere Nutzung des Kornhauses erst einmal bis Ende 2018 sichergestellt werden kann. Wie mehrfach berichtet, sind in Kemptens Veranstaltungshaus Nummer eins erhebliche Brandschutzmängel festgestellt worden. Therese Waldmann, stellvertretende Leiterin des Hochbauamtes, berichtete im Werkausschuss am vergangenen Dienstag über den aktuellen Stand.

Die Brandmeldeanlage muss erneuert werden. Für die bereits 18 Jahre alte bestehende Anlage gibt es keine Ersatzteile mehr. Die neue Anlage, die von Anfang April bis Ende Juli eingebaut wird, deckt dann mehr Bereiche des Kornhauses ab. In der gleichen Zeit werden außerdem ergänzende Maßnahmen zur Sicherstellung der Rettungswege durchgeführt. Für die Interimslösung rechnet das Hochbauamt mit Kosten von 680.000 Euro. Ganz einfach wird die Umsetzung der Maßnahmen nicht, da sie im laufenden Betrieb erledigt werden müssen.

Durch die Übergangslösung sind die Veranstaltungen im Kornhaus bis Ende 2018 sichergestellt. Die Besucherzahl ist auf maximal 600 beschränkt. Für Einzelveranstaltungen wie beispielsweise den Tatüball (840 Personen) können jedoch Ausnahmen genehmigt werden, so Waldmann.

Mit Ablauf der temporären Nutzungszulassung bis Ende 2018 muss die Finallösung stehen. Die Detailplanung dafür kann aber erst beginnen, wenn feststeht, ob das Allgäu-Museum im Kornhaus verbleibt oder nicht. Diese Entscheidung soll im Herbst fallen. „Wenn im November 2016 über die künftige Nutzung entschieden ist, sind auch die weiteren Maßnahmen klar“, so Waldmann. Für die Finallösung müssen eine Hochdruckwassernebellöschanlage eingebaut und Teile der Gebäudetechnik erneuert werden. Die Detailplanung soll bis Juni 2017 stehen. Für den finalen Brandschutz wird mit Kosten von 1,3 Millionen Euro gerechnet.

Bei den Untersuchungen wurde auch das Tragwerk des Museums untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass das Tragwerk Lasten von bis zu 2,5 Kilonewton pro Quadratmeter aushält. Es müsse daher genau geplant werden, wo welches Museumsstück platziert werde. „Ein Verbleib des Museums ist möglich, aber nur mit neuem statischem Konzept.“ Auch umfassende Instandhaltungsmaßnahmen seien aufgrund von Fäuleschäden nötig. Eine Nutzung mit geringer Verkehrslast (Vereine, Büro, Konferenz) sei ebenfalls möglich. Eine Erweiterung der Versammlungsstätte schloss Waldmann aus.

Die Nachhaltigkeit der Interimslösung war Ullrich Kremser (FDP) wichtig, nicht dass das dafür ausgegebene Geld dann umsonst investiert wurde. Die Interimslösung sei zielgerichtet, betonten Waldmann und auch Hochbauamtsleiter Hans Henkel. In den Interimsmaßnahmen seien aüßerst hohe Anforderungen an den Brandschutz gestellt, die auch für die Finallösung noch gültig seien.

„Wir werden um die Maßnahmen nicht herumkommen“, betone OB Thomas Kiechle. Das Kornhaus sei mit knapp 200 Veranstaltungen im Jahr Kemptens Veranstaltungshaus Nummer eins.

Melanie Weidle

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