fkm kritisiert Sparen am 

Statt Kunst nur "Krempel"

+
Statt Kunst gibt es im Gewölbe des Kemptener Kornhauses nur mehr „Krempel“.

Kempten – Die massiven Brandschutzmängel im Kemptener Kornhaus ziehen nicht nur Konsequenzen bei Veranstaltungen nach sich, wo die Besucherzahl auf maximal 700 reduziert werden musste.

Viel stärker trifft es die Freunde Kemptener Museen (fkm), die als Folge ihren Dauer-Ausstellungsort, das Gewölbe im Untergeschoss des Hauses, verloren haben. Denn das wird mit Ende der letzten Sonderausstellung nur noch als Lager für Stühle bis Gastro-Zubehör verwendet, für die es offenbar im Haus keinen anderen zulässigen Ort mehr gibt.

Dass sie es aus der Zeitung erfahren hat, findet fkm-Vorsitzende Margarethe Gradmann dabei nicht berauschend. Auch nicht, dass „das Problem schon lange bekannt gewesen ist“, aber wie immer auf die lange Bank geschoben worden sei. Kulturamtsleiter Martin Fink mag das so nicht stehen lassen: „Als wir erfahren haben, dass das Gewölbe zu gemacht wird, haben wir einen engen Kreis zur Finissage eingeladen“, auch um ihnen die Situation mitzuteilen. „Die Brandschutzthematik kam vermutlich für alle Beteiligten überraschend“, zeigte er sich ebenso wenig glücklich über den Status quo. „Ein Museum braucht Sonderausstellungsräume, um lebendig zu bleiben“, betonte er, deshalb werde derzeit auch an Konzepten gearbeitet.

„Bei unserer Kultur ist es wie bei der Bundeswehr: man hat gespart, gespart, gespart und plötzlich hat man gemerkt, dass alles veraltet ist und nichts mehr den heutigen Anforderungen entspricht“, zeigt Gradmann wenig Verständnis dafür, dass es so weit kommen musste. Während des regulären Ausstellungsbetriebes „waren circa ein Viertel des Gewölbes mit unseren Arbeiten gefüllt, die jetzt irgendwo gelagert sind und ich habe keine Ahnung, ob sie jemals wieder gezeigt werden“, machte die fkm-Vorsitzende ihrem Ärger Luft. Als Alternative sei ihr ein Raum im zweiten Obergeschoss des Alpinmuseums angeboten worden, was ihres Erachtens auch kein Problem wäre – wenn es „endlich wieder ganzjährig geöffnet wird“, statt über die Wintermonate zu schließen.

Mit dem Alternativangebot liegt das Kulturamt zumindest mehr oder weniger auf einer Linie mit der SPD-Stadtratsfraktion. In einer schriftlichen Stellungnahme Anfang September hatte sie das Fehlen von Räumen für Sonderausstellungen in Kempten bemängelt und, eingebunden in ein insgesamt größeres Konzept, vorgeschlagen, bei ganzjährigem Betrieb dafür den Raum im Erdgeschoss des Marstalls zu nutzen, in dem aktuell noch die „Alpenländische Galerie“ untergebracht ist.

Prinzipiell kommt das insofern auch Gradmanns Wunsch nahe, dass durch die aktuelle Situation „endlich ein ganzheitliches Museumskonzept angestoßen und nicht nur Flick- schusterei betrieben wird“. Selbstbewusst fügt sie an, dass der Verein schließlich „nur für die Stadt arbeitet“ und dieser inzwischen weit über eine halbe Millionen Euro in Form von Bildern zur Verfügung gestellt sowie rund 1600 Arbeiten in einer Grafiksammlung zusammengetragen habe. „Ich wünsche mir, dass die Stadt ihrem Ruf als Allgäumetropole auch in den Bereichen Kunst und Kultur gerecht wird.“

Christine Tröger

Auch interessant

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Kempten
Babys der Woche im Klinikum Kempten
Bezirksmusikfest in Probstried
Bezirksmusikfest in Probstried
Feiern verbindet
Feiern verbindet
Schüler zeigen Einsatz
Schüler zeigen Einsatz

Kommentare