Stadt Kempten stellt Förderantrag beim Bundesministerium

Breitbandausbau: Versorgungslücken schließen

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Das Regensburger Büro IK-T hat eine Karte erstellt, das die derzeit unterversorgten Bereiche in Kempten zeigt. Durch den weiteren Ausbau mit Hilfe von Mitteln aus dem Bundesförderprogramm sollen die „weißen Flecken“ der Breitbandversorgung verschwinden.

Kempten – Die Breitbandversorgung im Stadtgebiet hat sich in den vergangenen Jahren wesentlich verbessert. Vor allem die verdichteten Stadtbereiche verfügen nach eigenwirtschaftlichen Ausbaumaßnahmen der Telekommunikationsanbieter über leistungsfähige Internetanbindungen. Dennoch bestehen weiterhin unterversorgte Bereiche im Stadtgebiet. Diese Versorgungslücken – das heißt, mit Übertragungsraten von weniger als 30 MBit/s – wurden im Rahmen einer Markterkundung ermittelt. Das Ergebnis wurde am Donnerstag im Stadtrat präsentiert.

Überwiegend betroffen sind die Streulagen im Außenbereich von Kempten. Aufgrund fehlender Rentabilität ist hier kein eigenwirtschaftlicher Ausbau von Netzbetreibern zu erwarten. „Die letzten Prozent sind die schwersten“, so Dr. Richard Schießl, Referent für Wirtschaft, Kultur und Verwaltung. Für die Infrastruktur der Stadt sei ein flächendeckender Breitbandausbau jedoch von großer Bedeutung. „Wir wollen einen flächendeckenden Breitbandausbau für alle Bürger“, ergänzte OB Thomas Kiechle. Mit Hilfe der Fördergelder von Bund und Land sollen die Gebiete, die momentan noch unterversorgt sind, nun mit schneller Datenübertragung ausgestattet werden und somit die „weißen Flecken“ der Breitbandversorgung verschwinden.

Der Haupt- und Finanzausschuss hat am 14. März 2017 auf der Grundlage der Ergebnisse der Markterkundung einstimmig der Einreichung eines Förderantrages beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) zum Breitbandausbau in Kempten zugestimmt. Ziel des Bundesförderprogramms ist es, Breitbandnetze zu schaffen, die eine flächendeckende Versorgung mit Bandbreiten von mindestens 50 MBit/s sicherstellen.

Da die Aufnahme in das Bundesförderprogramm laut Schießl ein „sehr komplexes Verfahren“ ist, wird die Stadt dabei vom Ingenieurbüro IK-T aus Regensburg unterstützt, das auf dieses Gebiet spezialisiert ist. Karl ­Manstorfer, einer der Geschäftsleiter von IK-T, bescheinigte der Stadt, dass im Kernbereich „insgesamt schon eine sehr gute Versorgung gegeben ist“. Damit auch die momentan unterversorgten Bereiche künftig eine Versorgung von mindestens 50 MBit/s erreichen, wird nun ein Förderantrag beim Bundesministerium gestellt. „Der Fördersatz vom Bund beträgt 50 Prozent“, informierte Manstorfer die Stadträte. Durch eine Kofinanzierung mit dem Förderprogramm des Freistaates Bayern können insgesamt 80 Prozent gefördert werden, wobei die Förderung in Bayern maximal 750.000 Euro beträgt. 20 Prozent der Kosten verbleiben somit bei die Stadt.

Werden Kempten Fördermittel des Bundes zugeteilt („Bisher haben alle Kommunen, die die IK-T betreut hat, den Antrag bewilligt bekommen“, so ­Manstorfer.), kann der Ausbau der Breitbandversorgung ausgeschrieben werden. „Ich gehe davon aus, dass wir Ende des Jahres den Vertrag mit einem Breitbandversorger geschlossen haben“, so ­ Manstorfer.

Melanie Weidle

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