Mutiger Vorschlag gewinnt

Neugestaltung des Stadtparks: Sieger des Wettbewerbs vorgestellt

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So sieht der Siegerentwurf des Wettbewerbs die Zukunft des Stadtparks.

Kempten – Ein frischer Wind soll den in die Jahre gekommenen Kemptener Stadtpark munterer und moderner machen. Der Ideen- und Realisierungswettbewerb hat nicht weniger als 17 Arbeiten aus fünf Nationen eingebracht.

Alle Teilnehmenden haben sich intensiv mit dieser relativ kleinen, aber hoch komplexen Aufgabe beschäftigt – schließlich muss ja auch die Festwoche mit ihren Anforderungen berücksichtigt werden. In einer Marathonsitzung des sehr großen Preisgerichts ging schließlich der kühne Entwurf der Landschaftsarchitekten aus Berlin und Leipzig siegreich hervor.

Die Vorsitzende der Jury, Landschaftsarchitektin und Stadtplanerin Professorin Bü Prechter stellte das mutige Konzept mit spürbarer Begeisterung vor. Wie soll dieser „Erholungspark für die Zukunft“ aussehen, wie mit der historischen Umgebung verflochten werden? Einen helleren und lichteren Grundcharakter bekommt er durch eine völlige Neuorganisation der Wege und Grünflächen. Schließlich soll auch der Linggpark mit dem Stadtpark verknüpft werden. Nur fünf der großen Bäume müssen weichen, dafür aber das ganze Gestrüpp und Unterholz. Vorgesehen sind drei große abgerundete landschaftlich geformte Grüninseln mit charakteristischen Pflanzen des Allgäus, lange Sitzbänke, Spielangebote und eine Wasserspielfläche mit bodenbündigen Düsen vor dem Sparkassenneubau. Breite Wege sollen zum Flanieren einladen und den Park gliedern, der Pavillon soll besser zur Geltung kommen.

Für das drängende Problem der Saatkrähenkolonie gibt es keine einfache Lösung; es muss aber zusammen mit dem Naturschutz angegangen werden. Die Planung reagiert darauf, indem die Sitzgelegenheiten nicht unter den Nistbäumen eingerichtet, eventuell mit Schirmchen beschattet und die Aufenthaltsplätze geschickt gelenkt werden. Für die Zukunft wird empfohlen, niedrigere Bäume zu pflanzen.

OB Thomas Kiechle sieht in dem Entwurf sehr gute Impulse und begrüßt auch den Neubau eines fünf- oder eher viergeschossigen Hauses am Friedensplatz als Pendant zur Sparkasse. Ob es dann für die Stadtbibliothek geeignet ist, muss erst noch geprüft werden. Auch eine andere städtebauliche Nutzung wäre möglich. Weil aber die Stadtbibliothek ein Höchstmaß an Öffentlichkeit verdient, biete sich hier eine einmalige Chance, so der OB.

Im Ideenteil des Wettbewerbs geht es um eine Neugestaltung der Stadtparkumgebung. Der Königsplatz soll einen Baumbestand bekommen, einige Parkplätze sollen wegfallen, um Platz für Trendsportarten und evtl. Bike-Boxen zu schaffen. Auch die Parkplätze vor dem Finanzamt verschwinden und werden durch Plätze in der neuen Tiefgarage ersetzt. Die ZUM soll großflächig überdacht, die nicht mehr zeitgemäße Schwaigwiesschule abgerissen werden, die VHS in einem neuen langgezogenen Gebäude unterkommen – alles Aufgaben für viele Jahre.

Die Jury bescheinigt auch den Vorschlägen für das Sparkassenquartier eine gute Qualität, aber nur, wenn die Feingliedrigkeit der Bebauung in der Promenade erhalten bleibt.

OB Kiechle und Professorin Bü Prechter sind über das Ziel aller Bemühungen einig, „Räume für Menschen zu schaffen, die sich hier wohlfühlen sollen“.

Elisabeth Brock

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