Eine bunte Mischung

BSG-Allgäu stellt Pläne für die Wohnbebauung an der Breslauer Straße vor

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Der Entwurf von UTA Architekten und Stadtplaner aus Stuttgart, der beim Alternativen Planverfahren für das Kirchengrundstück an der Breslauer Straße das Rennen machte, mit (v.l.) Baureferent Tim Koemstedt, die Doppelspitze des BSG-Vorstands mit Tanja Thalmeier und Ralf Kehrer (r.), Oberbürgermeister Thomas Kiechle, Eberhard Mangold, Kirchenpfleger der katholischen Kirchenstiftung Mariä Himmelfahrt sowie die Architekten Dominique Dinies und Sigrid Müller-Welt von UTA Architekten und Stadtplaner.

Kempten – Eigentumswohnungen, geförderte Genossenschafts-Mietwohnungen in unterschiedlichen Größen Reihenhäuser als Miet- und Eigentumsobjekte, verschiedene Geschosshöhen, Gemeinschaftseinrichtungen und eine soziale Durchmischung. 

Das sehen die Pläne für das ca. 10.000 Quadratmeter große Hang-Grundstück der katholischen Kirchenstiftung Mariä Himmelfahrt an der Breslauer Straße vor. „Überzeugt haben mich die beiden Baufelder um einen zentralen Dorfanger“, sagte bei der Vorstellung Baureferent Tim Koemsted, dem auch gefällt, dass der Plan einen Übergang zwischen den Häusern auf der östlichen Seite des Grundstücks und den Wohnungsbauten auf der anderen Seite schafft. „Die Gebäude in unterschiedlicher Körnung fügen sich harmonisch in die Umgebung ein.“

Bei der zusammen mit der BSG-Allgäu (Bau- und Siedlungsgenossenschaft) ausgelobten Parallelbeauftragung für das Grundstück an der Breslauer Straße ist der Entwurf von UTA Architekten und Stadtplaner aus Stuttgart als Sieger hervorgegangen. Sie haben sich gegen vier Konkurrenten durchgesetzt. Wichtig war der BSG nicht nur die soziale Durchmischung, sondern auch die Berücksichtigung von Bürgerwünschen. Diese hatten im Vorfeld immer wieder geäußert, dass ihnen die Grünflächen auf dem Gelände wichtig sind (der Kreisbote berichtete). Deshalb sollen auf der Westseite der Spielplatz und der Rodelhang erhalten bleiben. 

„Den Bolzplatz können wir aus Lärmschutzgründen neben der neuen Wohnbebauung nicht behalten“, bedauerte Tanja Thalmeier vom Vorstand der BSG. Stattdessen soll ein zentraler „Dorfanger“ mit Bäumen und Grün zwischen den zwei rechteckigen Gebäudefeldern eine attraktive Freifläche als Treffpunkt bilden. Dominique Dinies und Sigrid Müller-Welt von UTA Architekten und Stadtplaner stellten den Planungsentwurf vor. „Uns war der gemeinschaftliche Blick in die Berge ein Anliegen“, sagte Dinies und zeigte eine Ansicht durch den zentralen Platz, an dem die Bergkette am Horizont sichtbar war. Die Hangstruktur aufgreifend ist die Geschosshöhe der Anlage abgestuft. Im oberen Teil viergeschossig mischen sich weiter südlich zwei- bis dreigeschossige Gebäude. 

Um die Privatsphäre zu gewährleisten, werden die Gebäude von außen erschlossen (außer im Süden), hier schlagen die Planer Lochfassaden vor. Die Fassaden an den Innenhöfen sollen dagegen offen gehalten sein und mit Balkonen ausgestattet. Den südlichen Abschluss des zentralen Platzes bildet ein Sonderbaustein, in dem ein Gemeinschaftsraum, eine Kindertagesstätte, ein Café oder ein Kirchenraum untergebracht werden kann. Dieser sei nun nicht mehr Voraussetzung, wie Kirchenpfleger Eberhard Mangold erklärte. Am oberen Ende der Gebäudegruppen, an der Breslauer Straße, können sich die Planer auch Gewerbe vorstellen. Hier ist die Straße für einen öffentlichen Platz aufgeweitet. Und hier finden sich auch ca. 70 Besucherstellplätze. 

Das Thema Parkplätze war den Anwohnern von Anfang an ein Anliegen gewesen. Die Stellplätze für die Bewohner befinden sich einer Tiefgarage an der Nordseite des Grundstücks. Die Zufahrt soll von der Oskar-Maria-Graf-Straße erfolgen. 120 bis 140 Menschen können in der Anlage einen Wohnraum finden, wenn man den städtischen Durchschnitt zugrunde legt. In zwei Jahren sollen die ersten Baumaschinen anrollen. Umzugswägen können in drei Jahren vorfahren. Für OB Kiechle ist die Bebauung ein wichtiger Baustein in der Wohnbauoffensive der Stadt. Er dankte der BSG für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, der dringend benötigt wird. Das zeigt auch die Warteliste bei der BSG, wo derzeit rund 1500 Menschen als Wohnungssuchende vermerkt sind. 

Susanne Lüderitz

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