Erfolgreiche Flurneuordnung

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Der Trog am sogenannten Wasserschmeckerweg erinnert an die Flurneuordnung in der Gemeinde Buchenberg. Pfarrer Mato Marijic spendete im Beisein zahlreicher Ehrengäste den kirchlichen Segen.

Buchenberg – „Sie haben es verstanden, die Flurneuordnung zur Gestaltung lebenswerter Räume zu nutzen“, sagte Dr. Gerd Müller, Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium bei der Feier zum Abschluss der Maßnahmen in der Flurneuordnung Buchenberg.

In dem vereinfachten Verfahren wurden 5,23 Millionen Euro investiert, dem gegenüber standen Zuschüsse in Höhe von knapp vier Millionen Euro von Bund und Europäischer Union. Frisches Quellwasser sprudelt aus dem Brunnentrog am Wasserschmeckerweg in der Buchenberger Flur. Der Trog ist ein kleines Denkmal und soll an die erfolgreiche Flurneuordnung erinnern. Pfarrer Mato Marijic spendete den kirchlichen Segen. Die Bedeutung der Flurneuordnung für die Oberallgäuer Gemeinde wurde beim anschließenden Festakt deutlich. Mit der Verbesserung der Produktions- und Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft, der Förderung der Landeskultur und der Landentwicklung sprach Staatssekretär Müller drei wesentliche Merkmale an. „Moderne Flurneuordnungsverfahren richten sich nicht nur an die Landwirtschaft, sondern an alle Eigentümer und Nutzer der ländlichen Räume. Lebenswerte ländliche Räume sind für die Zukunft unseres Landes von großer Bedeutung“, sagte er. Der Gast aus Berlin sprach die Förderung von Bund und Land für die Gestaltung der ländlichen Räume an. „Wir haben allein in Bayern in 2012 für Maßnahmen der Flurneuordnung rund 25 Millionen Euro und für Projekte der Dorferneuerung rund zehn Millionen Euro bereitgestellt“. Hinzu kommen noch Mittel der EU. Zudem lobte Müller den Beitritt der Marktgemeinde zum „European-Energy-Award“. „Damit hat sich Buchenberg klar zur Nutzung erneuerbarer Energie bekannt“, sagte Müller. 

Rücksichtsvolles Vorgehen

 Buchenbergs Bürgermeister Toni Barth betonte, dass man in der Flurneuordnung insgesamt betrachtet „rücksichtsvoll, nachhaltig und praktikabel“ vorangegangen sei. Auf die Bedeutung regenerativer Energien ging FDP-Bundestagsabgeordneter Stephan Thomae ein. Trotz Heimatverbundenheit dürfe man sich hier der erforderlichen Veränderung nicht verschließen. Baudirektor Wilhelm Preißinger als Vertreter des Amtes für Ländliche Entwicklung Schwaben erinnerte an seine Projektleitertätigkeit in der Flurneuordnung Buchenberg von 1988 bis 2000. „Die Ergebnisse des Verfahrens lassen erkennen, dass ein solches Mammutprojekt nicht in kurzer Zeit abgewickelt werden konnte. Die im Verfahren Buchenberg ausgeführten Maßnahmen tragen noch recht lange dazu bei, die hier ausübenden landwirtschaftlichen Betriebe zu erhalten und damit auch die Pflege dieser herrlichen Kulturlandschaft zu gewährleisten. Dies war Aufgabe und Ziel dieses Verfahrens“. Die wesentlichen Ergebnisse der Flurneuordnung Buchenberg: Bau bzw. Ausbau von 41 Hofanschlusswegen mit einer Länge von 11,27 Kilometern, neun Wirtschaftswegen mit einer Länge von 5,9 Kilometern sowie fünf Gemeindeverbindungsstraße mit einer Länge von 7,26 Kilometern auf überwiegend bestehenden Trassen; Zusammenfassung von kleinteiligen Einzelflurstücken zu größeren Bewirtschaftungseinheiten; Vermessungstechnische Bearbeitung von zirka 20 000 Grenzpunkten; Teilweise Neuregelung von Gemeindegrenzen; Belebung des Naturhaushalten durch Pflanzen von zirka 800 Obst- und Laubbäumen sowie über 1000 Sträuchern und Büschen; Gesamtinvestitionen vom 5,23 Millionen Euro für Wegebau, Landschaftspflege und Bodenordnung; Bewahrung des christlichen Erbes durch die Restaurierung von zwei Feldkreuzen

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