"Eine neue Mitte entsteht"

Buchenberger treffen sich zur Bürgerversammlung im Landhaus Sommerau

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Die meisten Besucher der Bürgerversammlung in Buchenberg äußerten sich positiv zum geplanten zweite „Rock the King“-Festival in ihrer Gemeinde. Weitere Themen waren die neue Ortsmitte, das Baugebiet Römerstraße und der Breitbandausbau.

Buchenberg – In Buchenberg rüstet man sich für die Zukunft. Ein Neubaugebiet mit mehr als 25 Einfamilienhäuser entsteht, rund um das Rathaus wächst eine neue Mitte, Breitbandanschlüsse werden verlegt und auch dieses Jahr plant man für ein zweites „Rock the King“-Festival. So lud der Erste Bürgermeister Anton Barth zur Bürgerversammlung ins Landhaus Sommerau, um einen Rückblick auf das Jahr 2017 und einen Ausblick auf das Jahr 2018 und folgende zu geben.

Zu Beginn der Bürgerversammlung präsentierte Barth den rund 150 Zuhörern im Saal einen bebilderten Spaziergang durch die Marktgemeinde Buchenberg. Dabei stellte er die Sanierung der Grund- und Mittelschule, die bauliche Fertigstellung des Kindergarten St. Magnus, das Baugebiet Römerstraße, Pläne zur Beförderung des Sommertourismus in Eschach, den Abriss des Gasthof Kreuz in der Ortsmitte und den Stand der Bauarbeiten rund um Buchenbergs neue Mitte in den Fokus. Abschließend verkündete Barth, dass auch in diesem Jahr ein „Rock the King“-Festival geplant sei und das die Vorbereitungen zum Breitbandausbau in vollem Gange sind.

Die nackten Zahlen

Anschließend widmete sich der Bürgermeister den Zahlen des Haushaltsberichts 2018, der von den Mitgliedern des Marktgemeinderates unlängst beschlossen wurde. Auf der Einnahmenseite schlagen unter anderem die Einkommenssteuerbeteiligung mit 2,6 Millionen Euro, die Schlüsselzuweisungen mit 1,23 Millionen Euro, die Gewerbesteuer mit 660.000 Euro und die Grundsteuer mit 565.000 Euro positiv zu Buche. Auf der Ausgabenseite liegt die Kreisumlage mit 1,6 Millionen Euro vor der Zuführung von 1,52 Millionen Euro zum Vermögenshaushalt, den Personalkosten mit 1,28 Millionen Euro und der Kinderbetreuung mit 830.000 Euro. 

Bei den voraussichtlichen Einnahmen im Vermögensausschuss rechnet die Marktgemeinde unter anderem mit einer Zuführung aus dem Verwaltungshaushalt über 1,52 Millionen Euro, mit Investitionszuschüssen von rund einer Million Euro für die Neugestaltung der Ortsmitte und mit 740.000 Euro Erlösen aus dem Verkauf von Grundstücken. Bei den voraussichtlichen Ausgaben zum Vermögenshaushalt schlägt naturgemäß die Neugestaltung der Ortsmitte mit rund 1,64 Millionen Euro zu Buche, während sich die Kosten rund um die Erschließung des Baugebietes Römerstraße wohl auf rund 721.000 Euro summieren werden.

Eine weitere Grafik der Präsentation zeigte rückblickend die wesentlichen Investitionen in der Marktgemeinde auf. So wurden von 2007 ab rund 2,59 Millionen Euro in den Straßenbau investiert, 2,12 Millionen Euro in Baugebiete, 1,53 Millionen Euro in die Sanierung der Schule und der Bücherei und rund 1,14 Millionen Euro in die Ortsplanung und -gestaltung.

Bereiche, in die Buchenberg in diesem Jahr investieren wird, sind größtenteils die Ortsplanung, die Abwasser- und Wasserwirtschaft, der Verkauf von Grundstücken und der Breitbandausbau. Nicht nur bedingt durch eine Kreditaufnahme im laufenden Haushalt, erhöht sich die Pro-Kopf-Verschuldung in Buchenberg von 940 auf rund 1100 Euro, was vom Ersten Bürgermeister „als nicht dramtisch“, bezeichnet wurde.

Erfolgreiche Projekte

Im weiteren Verlauf des Abends kam Barth noch einmal auf die Projekte des letzten Jahres zu sprechen. Als segensreich hatte sich der Verkauf des Landhaus Sommerau an die Pächterfamile Kramm erwiesen. Trotzdem konnte Barth versichern, dass die Versammlungsräume des Landhauses weiter für Bürgerversammlungen genutzt werden können. Somit konnte abschließend die Frage „Wie viel Geld muss noch in das Landhaus Sommerau hineingebuttert werden?“ positiv geklärt werden.

Stolz zeigte sich der Rathauschef angesichts der Sanierung des Kindergartens St. Magnus, der nun in zeitgemäßen Räumen rund 130 Kindern samt Erzieherinnen Platz bietet. Bei der Sanierung der Grund- und Mittelschule hob Barth auf den stets kostentreibenden, aber wichtigen Faktor Brandschutz ab. Anhand einer Illustration konnte er den anwesenden Bürgern die Neugestaltung der Ortsmitte darstellen. Am 3. Mai wurde am neu entstehenden Gebäude der Firma Feneberg Richtfest gefeiert (der Kreisbote berichtete). Das Gebäude wird neben dem Nahversorger eine Bäckerei und ein Café beherbergen, im Untergeschoss entstehen 21 Tiefgaragenplätze, außerhalb dessen 40 neue Parkplätze. Zudem wird eine Ladestation für Elektroautos und E-Bikes eingerichtet. Barth verwies darauf, dass im Baugebiet Römerstraße die meisten Grundstücke an Ortsansässige verkauft werden konnten. „Gebannt wartet man im Bereich Fremdenverkehr bei stabilen Übernachtungszahlen“, so der Bürgermeister, „auf die Eröffnung von Center Parcs Allgäu.“

Nur ein Thema – Rockfestival

Verlief die Bürgerversammlung bis zum Ende der Rück- und Vorschau ruhig, wurde es bei der anschließenden Diskussion mit den Bürgern in der Sommerau laut. Im vergangenen Jahr veranstaltete die ortsansässige Agentur Allgäu Concerts GmbH der Familie Bernhard mit riesigem Erfolg zum ersten Mal das „Rock the King“-Festival in der Gemeinde Buchenberg. Neben bekannten Metalbands konnte die Kult-Band „Die Fantastischen Vier“ aus Stuttgart als Main Act für die Veranstaltung gewonnen werden. Auch heuer wird wohl am letzten Juli-Wochenende in der Marktgemeinde abgerockt. 

Das aber missfällt einer kleinen Minderheit von Anliegern und Nicht-Anliegern, wie dem Wortführer der Gegner am Abend in der Sommerau Manfred Waltner. Der monierte die überschrittenen Lärmemissionen aus dem Jahr 2017 und drohte der Gemeinde und dem Veranstalter mit einem Weg vor das Verwaltungsgericht und Regressansprüchen („Das könnte die Gemeinde Buchenberg noch sehr teuer kommen.“). Dabei äußerte sich am Abend eine überwältigende Mehrheit der anwesenden Bürger positiv zum Verlauf des Rockkonzert und die meisten Anwesenden empfanden unisono mit Bürgermeister Barth die Veranstaltung als absoluten Zugewinn für ihre Gemeinde.

Jörg Spielberg

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