Lautstark für ein gerechtes & friedliches Miteinander

Bekenntnis zum "Mensch sein"

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Gründungsmitglieder und Unterstützer stellten vergangenen Freitag das neu gegründete „Bündnis Mensch sein“ im Haus International vor: (v.l.) Manuel Mayr (DGB und SJR), Philipp Wagner (Leiter Amt für Integration Kempten), Lajos Fischer (Geschäftsführer Haus International), Dr. Armin Ruf (Caritasverband Kempten), Ilknur Altan (Vorsitzende Dachverband türkische Vereine), Stefan Keppeler (Vorsitzender SJR Kempten), OB Thomas Kiechle, Katharina Finkenzeller (KJR Oberallgäu), Landrat Anton Klotz, für die evangelische Kirche Pfarrerin Andrea Krakau, Werner Röll (DGB), für die Katholische Kirche Dekan Dr. Bernhard Ehler und Miriam Duran (Migrationsbeauftragte Landkreis Oberallgäu).

Ein dreiviertel Jahr haben die Initiatoren daran gearbeitet, dieses „Bündnis Mensch sein für ein gerechtes & friedliches Miteinander“ auf den Weg zu bringen, wie Stefan Keppeler, Vorsitzender Stadtjugendring (SJR) Kempten und Gründungsmitglied, anmerkte.

Der offizielle Startschuss dafür fiel vergangenen Freitag in Anwesenheit der beiden Schirmherren, Kemptens OB Thomas Kiechle und dem Oberallgäuer Landrat Anton Klotz, die laut Keppeler beide „sofort Ja gesagt haben“.

Die Gründungsmitglieder wollen mit dem Bündnis „antidemokratischer, rassistischer und fremdenfeindlicher Gesinnung aktiv entgegentreten“ und sich für die Belange aller Menschen einsetzen, unabhängig von ihrer Herkunft, Hautfarbe, Kultur oder Religion, von ihrem Geschlecht oder ihrer sexuellen Orientierung und Rassismus, Nationalismus und Diskriminierung eine klare und „lautstarke“ Absage erteilen.

Der Zusammenschluss soll in erster Linie eine Plattform bieten, um eine schnelle Mobilisierung für die Bündnismitglieder zu ermöglichen, sobald ihnen Aktionen, Demonstrationen etc. mit Rechtem Gedankengut bekannt werden. Für Kiechle ist nun „entscheidend“, wie das Bündnis „mit Leben gefüllt wird“, denn derzeit entwickle sich nach Jahren voller Aktivitäten zum Erhalt des Friedens in Europa, wieder „viel Trennendes“, das sich in vielen Krisen, in Konflikten, Übergriffen und Terroranschlägen zeige. Eben deshalb sei „dieses Bündnis wichtig“.

Dem konnte sich Klotz nur anschließen, besonders, wenn man die Krawalle in Hamburg anschaue, rundherum Krieg sehe und „sich Staatsmänner nicht mehr die Hand geben“, nicht zuletzt weil die Flüchtlingsbewegung ein Ausmaß erreicht habe, das kaum vorstellbar sei. „Wir müssen alles tun, um den Frieden in unserem Land und Europa wieder herzustellen bzw. unseren Beitrag dazu leisten, begrüßte er das Bündnis. Dieses besteht aus zwei Gruppen: Einmal sind da die Bündnispartner SJR Kempten, Kreisjugendring (KJR) Oberallgäu, Kiechle, Klotz, der DGB (Deutscher Gewerkschaftsbund) Kreisverband Oberallgäu, die beiden Dekanate (römisch-katholisch und evangelisch-lutherisch) in Kempten, der Integrationsbeauftragte des Kemptener Stadtrates Siegfried Oberdörfer, die Migrationsbeauftragte des Landkreises Oberallgäu Miriam Duran und das Haus International mit Lajos Fischer in Kempten.

Die zweite Gruppe bildet sich aus Unterstützern, als die sich Organisationen, Verbände Einzelpersonen, Familien, etc. eintragen lassen können, was mit keinerlei Kosten verbunden ist, sondern lediglich ein ideelles Bekenntnis darstellt, im Idealfall verbunden mit Engagement. So freut es Manuel Mayr (DGB und SJR), Sprecher und Ansprechpartner des „Bündnis Mensch sein“ besonders, dass auch der türkische Dachverband DITIB mit im Boot ist, denn „euch betrifft es ja auch“. Insgesamt seien bereits rund 50 Organisationen als Unterstützer registriert.

Katharina Finkenzeller, Vorsitzende KJR-Oberallgäu, sieht eine wesentliche Aufgabe des KJR in dessen jugendpolitischem Mandat und somit eine „besonderer Bedeutung“ darin, in einer Welt, „in der täglich von Krieg, Vertreibung und Menschenrechtsverletzungen berichtet wird“, aktiv gegenzusteuern. Der katholische Dekan Dr. Bernhard Ehler findet, dass es der sich plötzlich „auseinanderdividierenden“ Welt statt „America first“ eher heißen müsse „der Mensch first“.

Die Satzung des DGB sage alles und „damit erklärt sich von selber, warum wir dabei sind“, meinte DGBler Werner Röll kurz und bündig. Für Lajos Fischer ist es „absolut zweitrangig, gegen wen wir sind“, es sei viel wichtiger zu sagen, „wofür wir stehen“, nämlich für Demokratie und Frieden. In Deutschland gebe es inzwischen kaum noch jemand, der erzählen könne, wie schlimm es sei, „mit dem Frieden zu spielen“, Erfahrungen, die viele Migranten aber hätten. Ein Grund für das Engagement der Caritas ist laut Dr. Armin Ruf, dass „Heimat das ist, was hier und jetzt von unterschiedlichen Menschen gestaltet wird“.

Wer das „Bündnis Mensch sein“ unterstützen möchte, findet ein Formular auf Facebook (https://www.facebook.com/buendnismenschsein/) und in gedruckter Form bei diversen Veranstaltungen oder sie werden auf Nachfrage zugeschickt. Als Ansprechpartner und für weitere Infos steht Manuel Mayr zur Verfügung unter der E-Mail: info@menschsein.bayern. Geplant sind unter anderem Bildungsangebote, Newsletter, Whatsapp- und SMS-Verteiler, eine Facebook-Gruppe und (möglichst bald) eine Website (www.menschsein.bayern).

Christine Tröger

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