Demo mit Holz-Figuren

Bündnis Seebrücke Kempten trotzt dem Wetter

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Das Bündnis Seebrücke Kempten setzte Holz-Demonstranten ein, stellvertretend für die Teilnehmer der Demo, die aufgrund der Hygienevorschriften auf zehn begrenzt waren.

Kempten – Demonstranten und auch die Kemptener Polizei fanden sich vergangenen Samstagnachmittag auf dem Hildegardplatz in Kempten ein. Die einen, um ihrer Meinung Ausdruck zu verleihen, und die anderen, um die Einhaltung der Hygiene- und Schutzmaßnahmen zu kontrollieren. Schließlich sollten gleich zwei Demonstrationen in der Stadt stattfinden. Doch Starkregen und Sturmböen veranlassten Organisator Jochen Wilde, die „Meditations-Demo“ kurzfristig abzusagen, eine Veranstaltung, die sich gegen freiheitseinschränkende Maßnahmen in Zeiten der Corona-Pandemie richtet.

Für die Initiatoren des Aktionsbündnisses Seebrücke Kempten war dies jedoch kein Hinderungsgrund. Die Kundgebung, Teil ihres bundesweiten Aktionstages mit dem Motto „LeaveNoOneBehind – Lass niemanden zurück “, fand pünktlich am Hildegardplatz in Kempten statt. Die Seebrücke wolle ein Zeichen setzen für Solidarität, kritisches Denken und einer klaren Haltung gegen Hetze und Gewalt, erklärte Aktivistin Lea. 

Die BündnisvertreterInnen machen sich stark für die Einbeziehung aller Menschen, Arme, Alte, Obdachlose, Immunschwache und Geflüchtete. Sie fordern politische und wirtschaftliche Unterstützungsmaßnahmen für die Verlierer des Klimawandels, die Gefährdeten in der Corona-Pandemie, die Kriegsflüchtlinge an den EU-Außengrenzen und in den maßlos überfüllten Flüchtlingslagern. Acht aufgestellte Holz-Demonstranten, stellvertretend für die TeilnehmerInnen, die aufgrund der Hygienevorschriften auf zehn begrenzt waren, sowie Aussagen auf Schildern und großen Plakaten für „Solidarität“ unterstrichen ihren Aufruf. 

Sie plädierten für eine sofortige Schließung der Camps und Evakuierung der geflüchteten Menschen auf den griechischen Inseln, um eine humanitäre Krise zu verhindern. Die Flüchtlinge leben in den Lagern in beengten Verhältnissen und können sich nicht vor Ansteckung schützen, erklärte Lea. Dem Corona-Virus sei es egal, welche Hautfarbe, Herkunft oder Religion die Menschen haben.

Die Demonstration war geprägt von Redebeiträgen verschiedener Initiativen zu Themen wie Kempten gegen Rechts, Klimaschutz und die zukünftigen Folgen des Klimawandels, sowie Systemrelevanz und Feminismus in Zeiten der Corona-Pandemie. Zudem nutzte die Kemptener Ortgruppe die Kundgebung, um einen Appell an die Stadt Kempten zu richten, für einen positiven Bescheid des im August 2019 gestellten Antrags für einen „sicheren Hafen in Kempten“. 

Ein Rettungskapitän berichtet

Außerdem berichtete Kapitän Thomas Nuding der Seenotrettungs-Organisation SeaEye e.V. und Mission Lifeline e.V. aus Messkirch von Ghandi, einem Sudanesen, der vor zwei Jahren aus dem Bürgerkriegsland Sudan flüchtete. Seine Geschichte stehe für alle geflüchteten Menschen, die den beschwerlichen Weg über das Mittelmeer wählten, erklärte eine der Organisatorinnen der Seebrücke Kempten. Die Klima-AktivistInnen von Fridays for Future stellten den Bezug zwischen dem Aktionstags-Motto und dem Klimaschutz her. Sie mahnten an, alle Menschen einzubeziehen und zu motivieren, Teil der Lösung zu sein. „Lassen wir niemanden zurück!“, so ihr Aufruf. Und auch die Initiativen „Kempten gegen Rechts“ und „react!OR“ ermunterten die Menschen zu Solidarität, Kritik und einer klaren Haltung gegen Rechts.

Christine Reder

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