Wut und Enttäuschung

Kaum noch Hoffnung

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Als es um den Fortbestand des Krankenhauses ging, sank das Interesse der Zuhörer deutlich.

Während sich beim Thema Windkraftanlagen noch eine stattliche Zahl von Bürgern zusammen gefunden hatte und  recht konzentriert den Ausführungen lauschte (siehe eigener Bericht unten), war der nächste Punkt der Tagesordnung scheinbar unterhalb der allgemeinen Interes- ses angesiedelt. Schlagartig leerte sich der Saal und die Gemeinderäte waren fast unter sich als es wieder einmal um das Isnyer Krankenhaus ging. Dabei wäre es wichtig gewesen in dieser Phase Solidarität und Rückdeckung zu zeigen, aber die Isnyer haben ihr Krankenhaus scheinbar schon abgeschrieben.

Bürgermeister Rainer Magenreuter berichtete über das von der Stadt in Auftrag gegebene Gutachten, in dem ausdrücklich steht, dass die Krankenhäuser Leutkirch und Isny bestehen bleiben sollten. Auch der Förderverein zum Erhalt des Isnyer Krankenhauses ist noch einmal aktiv geworden und hat an alle Kreisräte ein Schreiben verfasst, in dem um entsprechende Unterstützung gebeten werden soll. Ein Angebot der Stadt Isny an den Landkreis war der Grund für diesen Diskussionspunkt. Darin heißt es wortwörtlich: „Für den Fall, dass eine Entscheidung für ein Szenario mit der Schließung des Krankenhauses Isny durch die OSK getroffen wird, macht die Stadt dem Landkreis das Angebot, das Krankenhaus Isny einschließlich der dazu gehörenden Liegenschaften zurück zu nehmen. Dadurch verringert sich das Defizit für die Krankenhäuser.“

Die Gemeinderäte stehen geschlossen hinter diesem Angebot und schon in dieser Woche ist ein erster Termin mit dem Landkreis vereinbart, auch wenn die Sitzungsentscheidung im Kreistag erst am 9. November fallen soll. Der Gemeinderat beauftragte den Bürgermeister, entsprechende Gespräch und Verhandlungen zu führen.

Eigenen Weg gehen

Alle Fraktionen gaben dazu eine Stellungnahme ab, die sich in absoluter Einigkeit darum drehte, dass niemand wirklich noch Hoffnung auf den Bestand hat, einige das auch gar nicht mehr wollen und die Fachmeinung der Ärzte hier jedenfalls mehr Gehör findet als im Kreistag. Isny möchte dabei seinen eigenen Weg gehen und die großen Kliniken der OSK werden sich damit abfinden müssen, dass die Patientenzahlen in den zentralen Standorten auf keinen Fall durch die Schließungen steigen werden.

Für Isny und Leutkirch sind die Krankenhäuser in Lindenberg, Kempten und Memmingen einfach näher und logischer. Wenn nicht vor Ort, dann in der Nähe, ist dabei die allgemeine Tendenz. Noch ist alles in der Schwebe, aber der Landkreis Ravensburg hatte sich noch nie damit anfreunden können, das Krankenhaus Isny an die Stadt zurück zu geben. Der 9. November wird es zeigen. Eine Entscheidung muss her, egal in welcher Richtung. So denken jedenfalls die Gemeinderäte und mit Sicherheit auch viele Bürger. Manfred Schubert

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