So ist „das Städtle“ unterwegs 

Bürgerbefragung zur Mobilität in Isny bringt interessante Ergebnisse 

Lena Klause(li.) und Marion Kolb von der Stadt stellten die aktuelle Befragung zur Mobilität in und um Isny herum vor.
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Lena Klause(li.) und Marion Kolb von der Stadt stellten die aktuelle Befragung zur Mobilität in und um Isny herum vor.
  • Lutz Bäucker
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Isny - Bus, Rad, Auto, Bahn: Mit der Mobilitäts-Befragung wollten Lena Klause und Marion Kolb von der Stadt herausfinden, welche Themen für die Zukunft wichtig werden.

Sie laufen gern zu Fuß, bemängeln ihre Radwege und wünschen sich Schnellbusse sowie das Comeback der Zugverbindung nach Leutkirch. Den ÖPNV nutzen sie weniger. Das sind einige Ergebnisse der großen Mobilitätsbefragung, die im vergangenen Sommer im „Städtle“ durchgeführt worden ist. Von 2.000 repräsentativ ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern haben knapp 700 mitgemacht, dazu kamen Antworten online. Mit der Befragung wollten die Mobilitätsmanagerinnen Lena Klause und Marion Kolb von der Stadt herausfinden, wie die Isnyer in puncto Mobilität und Fortbewegung ticken und welche Themen für die Zukunft wichtig werden.

Im Schnitt hat jeder Haushalt fast drei Fahrräder und annähernd zwei Automobile zur Verfügung. 20 Prozent der Umfrageteilnehmer besitzen kein Auto. Ein Viertel der Bevölkerung setzt sich jeden Tag aufs Fahrrad, zwei Drittel gehen täglich zu Fuß, der öffentliche Nahverkehr läuft unter ferner liefen.

Zweieinhalb Stunden bis zur Berufsschule: Schnellbusse gefordert

Kein Wunder, hieß es in der Sitzung des Isnyer Stadtratsausschusses für Technik und Umwelt: „Viele Busse sind zu lang unterwegs, die Verbindungen nicht optimal.“ So benötigen Azubis aus Isny zweieinhalb Stunden, um zur Berufsschule in Ravensburg zu kommen. Und Berufspendler nach Kempten und Leutkirch verbringen viel Zeit auf der Busfahrt zum Arbeitsplatz.

„Wir plädieren deshalb auf diesen Linien für Schnellbusse mit ganz wenigen Stopps“, heißt eine Forderung aus der Umfrage. „Wir sind bereits mit dem Landkreis Oberallgäu im Gespräch, eine bessere grenzüberschreitende Busanbindung zu koordinieren“, so Marion Kolb. Der nur am Markttag verkehrende Stadtbus in Isny solle jeden Werktag angeboten werden.

Reaktivierung der Bahnlinie gewünscht

Eine überraschende Renaissance erlebt die Bahn: Die stillgelegte Strecke zwischen Isny und Leutkirch soll reaktiviert werden, das wünscht sich die Hälfte der schriftlich und 56 Prozent der online teilnehmenden Bürger. Optimal wäre es, so heißt es weiter, die Züge im 30-Minuten-Takt fahren zu lassen.

Weniger im Fokus als die Eisenbahn stehen offensichtlich Angebote wie Carsharing oder Lastenfahrräder. Das könnte mit dem geringen Bekanntheitsgrad und der „unkommoden Nutzung“ (so ein Sitzungsteilnehmer) dieser umweltfreundlichen Mobilitätsmöglichkeiten zusammenhängen. „Da müssen wir mehr dafür werben“, so Bürgermeister Rainer Magenreuter.

Radverkehr: Gemischte Kommentare

Zum durchaus beliebten Fortbewegungsmittel Fahrrad legten Klause und Kolb überdurchschnittlich viele Kommentare der Bürger vor. Vom Lob „In Isny wird viel für Radfahrer getan!“ bis zur Note: „Radfahren in Isny ist sehr unsicher!“ kommt alles vor. Die Befragten kritisieren zu schmale Radwege, fehlende Abstellplätze und katastrophale Schneeräumung.

„Die Stadt sollte ihre Planungsperspektive mehr auf Fahrrad und Fußgänger legen“, so eine Aussage. Robert Blaser vom ADFC Isny kündigte gegenüber dem Kreisboten an, demnächst entsprechende Vorschläge auf den Tisch zu legen. Bahnen und Busse müssten mehr Platz für den Transport von Fahrrädern schaffen, die Ladeinfrastruktur für stromgetriebene Fahrzeuge verbessert werden.

Werksbusse?

In der lebhaften und ausführlichen Diskussion des Ausschusses wurde deutlich: „Die Wünsche aus der Umfrage stoßen auf die Realität in der Stadt. Isny ist nicht Berlin, dort ist das einfacher umzusetzen als bei uns im Allgäu“, hieß es. Umweltfreundliche und nachhaltige Mobilitätsangebote sollten so niederschwellig und einfach wie möglich gemacht werden, außerdem müssten die ansässigen Unternehmen eingebunden werden: „Früher haben die ihre Mitarbeiter mit Bussen zur Arbeit und nach Hause transportiert. Das könnte in Zukunft auch wieder funktionieren.“

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