Die Unvollendete

Lorenzstraße Nord vor Sanierung

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Bürger und Stadträte versammelten sich zu einer Infoveranstaltung über die Sanierung der nördlichen Lorenzstraße in der Stiftsstadt. Das Haus in der Mitte der Aufnahme wird abgerissen, die Begrünung davor wird entfernt, um an selber Stelle Platz zu machen für eine kleine Ruheoase. Rechts neben dem abzureißenden Haus befinden sich im Hintergrund die unter Umständen zu fällenden Bäume.

Kempten – Rund 20 Bewohner und Stadträte, darunter Lothar Köster und Ingrid Vornberger von der SPD, Thomas Hartmann von den Grünen und Ullrich Kremser von der FDP, erschienen am Dienstagabend in der nördlichen Lorenzstraße zum Ortstermin mit Baureferent Tim Koemstedt und Julia Reichart von der Planung Straßenbau, um mehr über die geplante Sanierung der nördlichen Lorenzstraße, südlichen Brachgasse und „Schleihenweiher“ zu erfahren.

Die Vertreter des Amts für Tiefbau und Verkehr hatten zur Veranschaulichung der Maßnahmen eine Schautafel mit einem Übersichtsplan und computergenerierten Fotomontagen, die das Quartier nach Fertigstellung der Straßenbaumaßnahmen zeigen, aufgestellt. Im Jahr 2018 soll, so Koemstedt, mit der Sanierung der nördlichen Lorenzstraße und der angrenzenden Straßen begonnen werden. Grundsätzlich bleibt die bestehende Verkehrsführung erhalten. An eine ausschließliche Nutzung der Straßen im Einbahnstraßenverkehr ist seitens der Stadt nicht gedacht. Vielmehr soll durch eine alternierende Verwendung von gebrochenem wie geschnittenem Pflaster die Straße optisch so erscheinen, dass dieser Bereich als Schritttempozone (7 km/h) gut erkennbar ist. Zudem sollen die fünf bis sechs neu entstehenden Parkplätze auf gebrochenem Pflaster im diesem Bereich als „Barriere“ dienen und so zu einer Herabsetzung der Fahrtgeschwindigkeit beitragen. Dies ist aus Sicht der Anwohner auch von Nöten, gibt es an diesem Abend doch Klagen über eine zu hohe Durchfahrtsgeschwindigkeit vieler Autofahrer in diesem Wohnbereich.

Autos fahren zu schnell

„Ich würde hier kein sechsjähriges Kind auf der Straße spielen lassen“, äußert sich eine empörte Anwohnerin und andere pflichten bei und fordern Verkehrskontrollen. Ein weiteres Ärgernis aus Sicht der Anwohner ist es, dass die modernen Navigationssysteme den Autofahrern oftmals falsche Angaben über die Höchstgeschwindigkeit an Ort und Stelle vermitteln. „Wir können hier leider nichts machen, weil wir keinen Einfluss auf Hersteller von Navigationsgeräten oder digitalen Straßenkarten haben“, äußert sich der Baureferent. Im Zuge der Sanierung wird von der Stadt auch eine neue Straßenbeleuchtung errichtet. Hier wurde auf Anfrage versichert, dass durch die Erneuerung nur die Straße, nicht aber anliegende Wohnungen ausgeleuchtet werden.

Streit um Bäume

Zu einem Zankapfel könnte sich wohl die angedachte Fällung einer alten Buche und gegebenenfalls einer alten Linde im Bereich der auslaufenden nördlichen Lorenzstraße entwickeln, da derzeit Unstimmigkeit über den Besitz der beiden Bäume besteht. Sowohl der Grundstücksbesitzer, ein Immobilienmakler, als auch die Stadt erheben Besitzansprüche auf die beiden Laubbäume. Geht es nach den Sanierungsplänen der Stadt muss in jedem Fall die Buche gefällt werden, bei der Linde will man abwarten, ob das Wurzelwerk des Baumes die Baumaßnahmen heil übersteht. Gegebenenfalls, so der Grundstückseigentümer der Lorenzstraße 32, wird das Besitzrecht an den beiden Bäumen juristisch geklärt werden müssen. Der Grundstückseigentümer möchte in jedem Fall den Stand der Linde als gesichert sehen. Unisono vertraten die anderen Anwohner die Überzeugung, dass es wünschenswert wäre, möglichst beide Bäume zu erhalten, allerdings dürfte hierdurch nicht die zeitnahe Umsetzung der Sanierung und der damit einhergehenden Aufwertung des gesamten Quartiers verzögert werden.

Frage nach Kosten

Natürlich war die anfallende finanzielle Beteiligung an den Baumaßnahmen an Ort und Stelle ein großes Fragezeichen über den Köpfen der anwesenden Bürger in der Lorenzstraße. „Wir können Ihnen zu diesem Zeitpunkt leider noch keine verbindlichen Zahlen nennen, da wir erst Ende dieses Jahres, nach Auswertung der Ausschreibung die genauen Kosten der Baufirma kennen, die die Sanierung vornimmt“, so Baureferent Koemstedt. Für Unverständnis sorgte bei den Bürgern, dass eine Sanierung der Straßen bereits 1995 beschlossen wurde, hernach aber nichts von Seiten der Stadt geschah und nun in einer Hochpreisphase - der Beteiligungsschlüssel für Anwohner stieg auf 70 Prozent - mit den Maßnahmen begonnen werden soll.

Jörg Spielberg

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