Kemptener Ehepaar Bendl feiert Diamantene Hochzeit

60 Jahre durch dick und dünn

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Bürgermeister Josef Mayr (rechts) gratuliert Aloisia und Anton Bendl zur Diamantenen Hochzeit.

Kempten – Ein besonderes Fest – ihre Diamantene Hochzeit – feierten Aloisia und Anton Bendl am Samstag zusammen mit rund 50 Freunden und Verwandten. Bereits zwei Tage zuvor, genau an ihrem 60. Hochzeitstag, war bereits Bürger- meister Josef Mayr (CSU) zum Gratulieren gekommen.

„Es ist eine Gnade, so ein Fest feiern zu dürfen. Ihr habt es euch verdient“, so Mayr, der Anton Bendl schon lange kennt. Beide waren viele Jahre Arbeitskollegen bei der Deutschen Bundespost. Anton Bendl wurde am 19. Mai 1929 in Schelldorf, Gemeinde St.-Mang geboren. Einen Teil seiner Schul- und Jugendzeit verbrachte er in Innsbruck. Er begann eine Lehre als Konditor, wurde jedoch dann als 15-Jähriger zum Arbeitsdienst eingezogen zu Holzarbeiten und Bauen von Panzersperren in Vorarlberg. Nach dem Krieg kam er 1945 wieder zurück nach Schelldorf. Eine neue Lehrstelle zu finden, war damals jedoch sehr schwierig. Im August 1947 klappte es dann und er wurde beim Postamt Kempten als Postfacharbeiter eingestellt. 

Seine spätere Ehefrau Aloisia erblickte am 7. Mai 1929 das Licht der Welt in Kempten. Dort wuchs sie auch auf und wohnte nach mehreren Umzügen in der Wiesstraße neben dem Güterbahnhof. Im Februar 1945 fiel das Haus der Familie einem Bombenangriff zum Opfer und war danach unbewohnbar. So musste die Familie eine neue Bleibe suchen und Aloisia Bendl wohnte bis zur Heirat mit ihren Eltern und ihrer Schwester in einer notdürftigen Wohnung. Kennen gelernt haben sich die beiden am Kirchweihsonntag 1948, als die Post einen Kirchweihtanz veranstaltete. Nach einigen Gesprächen entdeckten die beiden ihre Liebe zu den Bergen und sie trafen sich zu einer Bergtour. Nach einer Pause über den Winter lockten im Frühjahr wieder die Berge. So intensivierte sich der Kontakt und Aloisia und Anton lernten sich lieben. Da, wie sich beide erinnerten, bei der damaligen großen Wohnungsnot nicht ans Heiraten zu denken war, berieten sie hin und her und entschlossen sich schließlich sich selbst ein kleines Häuschen in der Welfenstraße in St.-Mang zu bauen. So wurde alles Geld zusammengekratzt. 

Die Eltern unterstützen ihre Kinder und bei der Post konnten die beiden auch noch ein Darlehen beantragen. Im Herbst 1953 war das kleine Zweifamilienhaus bezugsfertig. Somit stand der Hochzeit am 12. September 1953 nichts mehr im Wege. Im Laufe der Jahre kamen drei Söhne auf die Welt. Zwei Schwiegertöchter, zwei Enkel und ein Urenkel (ein weiteres wird im Oktober erwartet) vervollständigen die Familie. In ihrer Freizeit ging das Ehepaar gerne wandern und radeln. Sie kümmern sich um den Garten und auch den Haushalt bewältigen sie noch allein. Anton Bendl hat bereits über 100 Bücher geschrieben – die meisten von Hand –, in denen er seine Erinnerungen zusammenfasst.

Melanie Läufle

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