Neujahrsempfang in Haldenwang

Vieles auf der Agenda

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Wer hätte gedacht, dass die Gemeinde Haldenwang die Heimat von gleich zwei Europameisterinnen ist? Bürgermeister Josef Wölfle (li.) und Landrat Toni Klotz (re.) zeichneten die international erfolgreichen Pferdesportlerinnen Vreni Hagen (Disziplin: Open Hunter Heck) und Daniela Kellner (Disziplin: Ranch Horse Pleasure) mit Blumen, einem Gutschein sowie einem Gemeindewappen aus. Die Prozedur der Anbringung der Anstecknadel sorgte dabei für einige Erheiterung.

Haldenwang – Für Bürgermeister Josef Wölfle war der Haldenwanger Neujahrsempfang eine Premiere. Er begrüßte zahlreiche geladene Gäste im festlich eingedeckten Sportzentrum, die sich übers Jahr in unterschiedlichster Art und Weise um die Gemeinde verdient gemacht hatten.

Sein Amtsvorgänger, Landrat Toni Klotz ließ es sich nicht nehmen, der Veranstaltung auch heuer – zum nunmehr 25. Mal – einen offiziellen Besuch abzustatten.

Bevor die Gäste sich am Büffet laben durften, warfen der jetzige, wie auch der ehemalige Rathauschef einen Blick auf die Themen des zurückliegenden und des neuen Jahres. Lokalpolitisch gehört hierzu der Ausbau einer weitgehend flächendeckenden Breitbandversorgung, „denn Datenautobahnen werden irgendwann genauso wichtig sein wie echte Autobah- nen“, so Wölfle.

Im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit mit den Gemeinden Dietmannsried, Altusried und Lauben werde man künftig sowohl gemeinsame Projekte, wie etwa die Entwicklung eines barrierefreien Internetauftritts angehen, als auch ortsspezifische Erfordernisse, wie die Ortskerngestaltung. Darüber hinaus stünden die Sanierung des 40 Kilometer langen Kanalnetzes, die Einrichtung einer Querungshilfe an der Börwanger Steige, die Umsetzung von Brandschutzmaßnahmen in der Grundschule, die Sanierung des Kinderbeckens im örtlichen Freibad, sowie eine Beregnungsanlage für den Sportplatz auf der Agenda.

Auch personelle Veränderungen waren zu vermelden: Gemeinderatsmitglied Dr. Albrecht Botzenhardt (FW), der dem Gremium seit 1978 angehört, hat sein Amt jüngst aus persönlichen Gründen niedergelegt. Für ihn rückt Andreas Hirschle aus Haldenwang nach. Zudem wird der langjährige Hauptamtsleiter Georg Hartmann im Frühjahr in Altersteilzeit gehen. Wölfle lobte explizit das große Engagement seines „sehr kompetenten und hochmotivierten Teams“, die rege Vereinstätigkeit in den 35 Ortsvereinen, ebenso wie den Einsatz des ehrenamtlichen Helferkreises für die derzeit 17 Asylbewerber sowie des Seniorenteams.

Besonders hob er den Börwanger Klausenverein hervor, der mit „Börwang brennt“ eine gelungene Großveranstaltung mit enormem organisatorischem Aufwand gemeistert habe. Damit habe das Team um Martin Fackler viel für den Zusammenhalt in der Dorfgemeinschaft getan und Börwang zu überregionaler Bekanntheit verholfen.

Haldenwangs 2. Bürgermeister Matthias Amann würdigte seinerseits Josef Wölfles „großen Einsatz und unermüdlichen Fleiß“ in den Monaten seit seinem Amtsantritt. Er habe sich „hervorragend“ in seine Aufgabe als Rathauschef eingearbeitet.

Der aus Haldenwang stammende und hier ansässige Landrat Toni Klotz zeigte auf, wie sich die Zeiten seit dem ersten Neujahrsempfang 1991 geändert haben. „Damals waren zirka 25 bis 30 Menschen anwesend, überwiegend Vereinsvorstände.“ Eines der wichtig- sten Themen damals sei die Abfallwirtschaft gewesen und die Einigung mit den Vereinsvorsitzenden, bei Beerdigungen statt Kränzen (die aufgrund der darin befindlichen Styroporringe schlecht zu entsorgen waren), nur noch Blumenschalen zu verwenden. „Heute haben wir ganz andere Themen“, so Klotz. „Noch nie seit dem 2. Weltkrieg haben in diesem Umfang Krieg, Terror, Verfolgung, Mord, Flucht und Katastrophen geherrscht“ und es sei zu befürchten, dass dies so weitergehen werde. Neu anzupackende Aufgaben lägen im sozialen Bereich, in Bildung, Wirtschaft, Tourismus, Flüchtlingswesen und Demografie. Gleichfalls stellten Themen wie Land- und Alpwirtschaft, Natur, Ökologie und Jagd „auf einer anderen Ebene über den Kommunen“ besondere Herausforderungen dar, „die wirklich sehr viel Kraft benötigen.“

"Mit Herz begrüßen und für sie sorgen"

Angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen mahnte Klotz, man müsse „diese Menschen mit Herz bei uns begrüßen und für sie sorgen.“ Anstatt sie als Last zu betrachten, solle man ihre Integration als Chance für uns alle betrachten.

Zum guten Schluss hatte der Landrat auch noch ein kleines Geschenk im Gepäck: Die Kreisumlage werde für Haldenwang um einen Prozentpunkt, also um zirka 30.000 Euro, gesenkt. Man dürfe aber nicht vergessen, „dass das Geld, das von den Gemeinden an den Landkreis fließt, in großem Umfang wieder zurückkommt, etwa über Gastschulbeiträge, Schülerbeförderung oder Straßenbau. Es ist nicht so, dass der Landkreis die Gemeinden über die Kreisumlage auszutzelt.“

Sabine Stodal

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