Nicht zu lange aufschieben

Lange Diskussion um Parks

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Im Bereich des Altstadtparks soll die Iller zugänglich gemacht werden. Dazu sollen Sitzstufen am Ufer angebracht werden.

Kempten – Altstadtpark oder Bürgerpark in St.-Mang? Wie kann beides in naher Zukunft realisiert werden? Um diese Fragen drehte sich am Donnerstagabend die Diskussion im Haupt- und Finanzausschuss bei der Vorstellung des Investitionsprogramms des Baureferats.

Nach Vorschlag der Verwaltung sollte der Altstadtpark an der Webergasse als erste Maßnahme des Masterplans Iller erleben im Jahr 2013 umgestaltet werden, Mittel für den Bürgerpark an der Robert-Schuman-Mittelschule wären erst für das Jahr 2016 vorgesehen. Doch damit waren die Stadträte nicht einverstanden. Sie forderten, dass der Bürgerpark im Jahr 2014 angegangen wird.

Wie berichtet, soll der Altstadtpark an der Webergasse aufgewertet werden. Es ist geplant, die Iller zugänglich zu machen. Dazu sollen am Ufer Sitzstufen angebracht werden. Um den Blick auf die Iller zu öffnen, soll der bestehende Hochwasserdamm abgetragen werden. Damit der Hochwasserschutz weiter gewährleistet wird, werden die Hochwassermauern in Richtung Westen verlängert, erklärte Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann im Juli bei der Vorstellung des Konzepts. Zudem wird die schon bestehende Geländeerhöhung im Anschluss an den Spielplatz genutzt und noch ein wenig erhöht, um einen neuen, flachen und sich in die Umgebung einfügenden Hochwasserdamm zu schaffen. Der Wiesenbereich soll zum Großteil so belassen werden, wie er ist. Hier erfolgen lediglich kleine Geländeangleichungen. Die bestehenden Wege werden saniert und der Illerradweg soll eine neue Führung erhalten und an der Iller entlang weitergehen. Insgesamt 600 000 Euro sind für diese Maßnahmen im Investitionsprogramm 2013 veranschlagt.

Stadtrat Helmut Hitscherich (UB/ödp) stellte die Frage, ob der Park überhaupt schon im kommenden Jahr gemacht werden muss. „Es gibt wichtigeres“, meinte er. Diese Meinung vertrat auch SPD-Stadtrat Siegfried Oberdörfer, der im Namen seiner Fraktion forderte, dass für den Bürgerpark St.-Mang zumindest im Jahr 2014 erste Mittel eingestellt werden. Für dieses Projekt gab es erst vor wenigen Wochen die Absage. Vor 2016 sind keine Gelder dafür vorgesehen. „Man darf von den Bürgern nicht zu viel Geduld erwarten“, mahnte Oberdörfer. Schließlich hätten sich die St.-Manger im Rahmen eines Bürgerbeteiligungsprozesses intensiv zu diesem Thema eingebracht.

Andere Schwerpunkte

OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) und Baureferentin Monika Beltinger versuchten die Schwerpunktsetzung der Verwaltung zu erklären. „Es ist nicht so, dass wir in St.-Mang nichts machen. In 2013 erfolgt der erste Bauabschnitt an der Schule. Der Schulhof wird umgestaltet und wird dann auch öffentlich zugänglich sein“, betonte sie. Durch den Weggang der Feuerwehr verändere sich im diesem Bereich jedoch noch etwas. Laut Netzer stellt sich daher die Frage, wie man auf diese Veränderung insgesamt planerisch reagieren soll. Zum Altstadtpark meinte er, dass viele Bürger gefragt hätten, was von dem Konzept Iller erleben als erstes umgesetzt werden könnte, und das sein nunmal die Fläche an der Webergasse. „Die Entscheidung, was gemacht wird, liegt aber bei Ihnen“, meinte er zu den Stadträten. CSU-Fraktionschef Erwin Hagenmaier erschienen die veranschlagten 600 000 Euro für die Umgestaltung des Altstadtparks „schon recht viel“, zumal in 2014 nochmal 500 000 Euro für Iller erleben im Investitionsprogramm eingestellt seien. „Vielleicht kann man einen Ausgleich schaffen und die Mittel für Iller erleben zurückschrauben, um dafür lieber in St.-Mang anzufangen“, schlug Hagenmaier vor.

„Es ist vernünftig, dass der Altstadtpark angepackt wird“, meinte dagegen Alexander Hold (FW). Dass in St.-Mang im Moment „auf die Bremse gedrückt wird“, konnte er auch verstehen („Man weiß nicht, was mit dem Feuerwehr-Gelände passiert.“), allerdings sah er es als durchaus sinnvoll an, dass für das Jahr 2014 Mittel für den Bürgerpark bereitgestellt werden.

Zug um Zug

Auf der Suche nach einem Kompromiss, wie beide Vorhaben umgesetzt werden könnten, regte Johann Lederle (CSU) an, dass beim Altstadtpark nicht alle geplanten Schritte auf einmal angepackt werden. „Wichtig ist der Zugang zur Iller, den hinteren Bereich des Parks könnte man auch später machen.“ Elisabeth Slavicek (Grüne/FL) wies darauf hin, dass es am Holzplatz wenige hundert Meter weiter einen Spielplatz gibt. „Vielleicht brauchen wir dann im Altstadtpark keinen, sondern bieten den Kindern lieber andere Erlebnisformen an.“

Schließlich einigte sich das Gremium darauf, dass der Bürgerpark ab 2014 weitergeführt werden soll. Wie das konkret umgesetzt werden könnte, muss die Verwaltung prüfen. „Eine Konkretisierung kann erst im nächsten Jahr erfolgen“, meinte Netzer. Das Signal an die St.-Manger Bürger lautet Hagenmaier zufolge somit: „Wir wollen den Bürgerpark vor 2016 in Angriff nehmen.“ Ob und inwiefern es bei der Umgestaltung des Altstadtparks Einsparungspotenzial gibt, wird ebenfalls geprüft.

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