Krippe, Biker und Badesteg

Bürgerversammlung Waltenhofen mit Bürgermeister Eckhard Harscher

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Im Großen und Ganzen zeigte sich der frisch wiedergewählte Bürgermeister Eckhard Harscher (l.) zufrieden mit der Haushaltslage seiner Gemeinde Waltenhofen und deren zukünftigen Entwicklung. Im Vordergrund Hauptamtsmitarbeiter Thomas Natter (r.), zuständig für Datenschutz und Ortsrecht.

Waltenhofen/Memhölz – Waltenhofen ist eine in sich unterschiedlich ausgeprägte Gemeinde. Es gibt Ortsteile wie Hegge mit hoher Bevölkerungsdichte und städtischen Problemfeldern und es gibt Weiler wie Memhölz, die wirken wie ein kleinbäuerliches Idyll, die aber aufpassen müssen, den Anschluss an das Zeitalter der Digitalisierung nicht zu verpassen. Um sich über solch unterschiedliche lokale Herausforderungen auszutauschen, pflegt man, sich in der Gemeinde regelmäßig zu einer Bürgerversammlung zusammenzufinden.

Heuer traf man sich zur Aussprache in Memhölz im alten Gasthof „Zum Ochsen“. Waltenhofens 1. Bürgermeister Eckhard Harscher fand sich mit den Verantwortlichen des Hauptamtes, unter anderem Thomas Natter, Helmut Fichtweiler und Klaus Häger im alten Bürgersaal des „Ochsen“ ein, um interessierten Bürgern Auskunft zu geben über die aktuelle Haushaltslage und die gegenwärtigen Herausforderungen der Gemeinde. Anschließend stellte man sich den Fragen der Anwesenden. Neben rund 50 Bürgern erschienen auch Waltenhofens 2. und 3. Bürgermeister Karl Fischer und Stefan Sommer. Harscher freute sich zudem, den Ehrenbürger der Gemeinde Waltenhofen, Hans Müller, zu bergrüßen.

Investitionen in Bildung

Die beiden aktuell bestimmenden Themen Waltenhofens sind die Sanierung der Grund-und Mittelschule, die im Sommer abgeschlossen sein wird, und die bauliche Fertigstellung der in Holzbauweise errichteten neuen Kinderkrippe (der Kreisbote berichtete) im Ortsteil Waltenhofen. Während man sich bei der Sanierung des Schulzentrums kostentechnisch in einem leichten Plus befindet, beklagte Bürgermeister Harscher bei der Kinderkrippe ein leichtes Minus. Bei der Errichtung der neuen Krippe sei man mit der Arbeit des beauftragten Architekturbüros f64 sehr zufrieden, allerdings gebe es mit einem der beauftragten ausführenden Gewerke Probleme, da dieses zu spät und falsch geliefert hätte. Harscher nannte hier keinen Namen.

Im Gesamthaushalt Waltenhofens, der sich auf einen Etat von 38 Millionen Euro beläuft, schlägt die Sanierung des Schulzentrums mit 7,9 Millionen Euro und der Neubau der Kinderkrippe mit rund 3,2 Millionen Euro zu Buche. Bei beiden Projekten handelt es sich um die größten Investitionen Waltenhofens der vergangenen Jahre. Auf der Einnahmeseite der Gemeinde „gibt es eine sehr positive Entwicklung“, wie Harscher herausstellte. Die Einnahmen der Gemeinde seien im Bereich der Gewerbesteuer im abgelaufenen Jahr 2017 um rund eine Million Euro auf nunmehr 4,9 Millionen Euro gestiegen. Auch für die nahe Zukunft prognostiziert er Wachstum bei den Einnahmen aus der Gewerbe- und Grunderwerbssteuer. Den Gesamtschulden der Gemeinde von rund 10,8 Millionen Euro (Pro-Kopf-Verschuldung 1160 Euro) stellt Harscher in seiner Bilanz hohe Vermögenswerte der Gemeinde in Form von verfügbaren Grundstücken, zum Beispiel in Oberdorf, gegenüber.

Flüchtlinge, Mountainbiker und ein Badesteg

Weitere Themen des Abends wurden in Worten und Zahlen von den zuständigen Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung dargelegt. So sprach Fichtweiler über den Stand der derzeitigen Unterbringung von Flüchtlingen im Gemeindegebiet und über den Konflikt von Mountainbikern, Fußgängern und Hundebesitzern auf öffentlichen Gehwegen. 

Probleme im Bereich Unterbringung Flüchtlinge gibt es bei der Bereitstellung von privatem Wohnraum, wenn die Flüchtlinge die Flüchtlingsunterkünfte aus rechtlichen Gründen verlassen müssen und bei Mountainbikern, wenn diese, wie geschehen, Bauern verklagen, die Sperren errichten, um diese beim Überqueren ihrer Liegenschaften zu behindern. Bei allen angesprochenen Themen appellierte Fichtweiler an den gesunden Menschenverstand und gegenseitigen Respekt.

Außerdem wurden der Breitbandausbau, der derzeit mit rund 241.000 Euro Kosten für die Gemeinde zu Buche schlägt, die Anschaffung eines neuen wasserführenden Feuerwehrfahrzeugs für Memhölz und die zeitnahe Errichtung des neuen Badestegs am Niedersonthofener See angesprochen. Positiv zu vermelden war die letztjährige Entwicklung im Bereich Tourismus: 127.000 Übernachtungen wurden der Gemeinde gemeldet.

Zum Abschluss seiner Ausführungen bedankte sich Bürgermeister Harscher für das Vertrauen, das ihm bei der Bürgermeisterwahl am 4. März entgegengebracht worden sei. „Ich freue mich auf die nächsten sechs Jahre Arbeit als Bürgermeister, in der unter anderem die Ortsentwicklung Waltenhofens und die Kindertagesstätte Hegge Priorität erhalten werden.“

Jörg Spielberg

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