Hitzige Debatte um das Wohl der Kühe

Buhrufe, Beleidigungen, tosender Applaus: Emotionen kochen hoch bei Podiumsdiskussion zum Tierwohl

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Viel Gesprächsbedarf gab es auch nach der Diskussionsrunde in der Kult Box. Um Friedrich Mülln von der SOKO Tierschutz und einen jungen Landwirt bildete sich eine große Menschentraube.

Kempten/Allgäu – Eine Kuh, die am Fuß kopfüber über ein Fressgitter gezogen wird und dann mit dem Kopf auf den Boden schlägt, schwer atmende Tiere, die sich vor Schmerz krümmen. Ein Video des Vereins SOKO Tierschutz über die Zustände im rund 3500 Tiere beherbergenden Stall des Milchviehbetriebs Endres in Bad Grönenbach sorgte vor gut zwei Wochen für einen großen Aufschrei.

Auch am Sonntagabend bei der vom Augsburger Verein ­SOKO Tierschutz veranstalteten Podiumsdiskussion flimmerten die Bilder groß über die Leinwand. Keine leichte Kost für die Interessierten, die vor allem aus Verbraucherreihen gekommen waren und die Kult Box zu einem Dreiviertel füllten. Kaum weniger emotional fiel die anschließende Diskussion aus. Wie kam es zu diesem Skandal? Was muss sich ändern? War es ein Einzelfall? Zu diesen Fragen äußerten sich Dr. Dominik Spitzer, FDP-Landtagsabgeordneter und Kemptener Kommunalpolitiker, die agrarpolitische Sprecherin der Grünen im Bayerischen Landtag, Gisela Sengl, Dr. Leopold Herz von den Freien Wählern, der derzeit den Vorsitz im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten im Bayerischen Landtag führt, Michael Edenhofer von der ödp und zwei Vertreter von SOKO Tierschutz. Die Vertreter von BBV, Molkerei und CSU hatten abgesagt. 

Dass sich an den Kontrollen, wie sie bisher sind, etwas ändern muss, dessen waren sich alle weitgehend einig. Aber auch die Macht des Verbrauchers, der mit seiner Kaufentscheidung viel bewirken könne, wurde angesprochen. Ein von Tierschutz-Organisationen kontrolliertes Tierwohllabel lehnte Friedrich Mülln von der SOKO Tierschutz ab, denn man sitze mit den Betrieben in einem Boot, wenn das Label funktionieren solle. Während die Leute von SOKO Tierschutz den Standpunkt vertraten, dass solche Qualen hinter jeder Stalltür, egal ob groß oder klein, möglich seien, appellierte Leopold Herz dafür, nicht den Bauernstand in Gänze an den Pranger zu stellen, vielen stünden wegen der strengen Gülleverordnung, der Blauzungenkrankheit und den neuen Bestimmungen im neuen Artenschutzgesetz mit dem Rücken zur Wand. Einen ausführlichen Artikel zur Podiumsdiskussion samt Kommentar lesen Sie in der Kreisbote-Ausgabe vom Samstag, 24. Juli.

Susanne Lüderitz

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