Diskussion zur Verkehrspolitik

+
Auf Einladung des ACE, des Auto Club Europa e.V., äußerte sich die SPD-Vorsitzende Kempten und Bundestagskandidatin Katharina Schrader zum Mobilitätskonzept ihrer Partei.

Die Bundestagswahl rückt näher und somit das Verlangen der Bürger, mehr zu erfahren über die Programme der Parteien. Auf Einladung des ACE, des Auto Club Europa e.V., äußerte sich am vergangenen Mittwoch die SPD-Vorsitzende aus Kempten, Katharina Schrader, zu den Mobiltätskonzepten ihrer Partei.

Im Haus Hochland begrüßte der Regionalbeauftragte des ACE Florian Baar die Gäste und bat Schrader vor einer Diskussionsrunde, die Eckpunkte der sozialdemokratischen Verkehrspolitik darzustellen.

Schrader, Stadträtin und Mutter von zwei Kindern, ist selbst häufige Fahrradfahrerin und erfährt so hautnah von den Problemen aller Verkehrsteilnehmer. Als Stadträtin ist sie in das aktuellle „Mobiltätskonzept 2030“ der Stadt Kempten, das zum Jahresende zur Beschlussfassung im Stadtrat ansteht, involviert und weiß von der Schwierigkeit, die Ansprüche aller Verkehrsteilnehmer in einem Kompromiss zusammenzufassen. „Die Stärkung und die Erweiterung des ÖPNV in Kempten, stand bei mir und meinen Parteifreunden im Vordergrund. Auch wenn die Angebote des ÖPNV am Sonntag noch verbesserungswürdig sind, sind wir froh, dass unter unserer Mitwirkung im Stadtrat die Ausweitung des ÖPNV an Werk- und Samstagen beschlossen wurde und von der mona umgesetzt werden konnte“, resümiert sie.

Ziele der SPD

„Es ist Zeit für ein gutes Leben – in der Stadt und auf dem Land“, so der Titel des Leitantrags der SPD auf ihrem Bundesparteitag in Dortmund, auf dem auch Schrader zu Gast war. Darin legt sich die Sozialdemokratie auf eine von allen bezahlbare und umweltfreundliche Mobiltät fest. Es soll ein verlässlicher Zeitplan erarbeitet werden, um Mobiltät in Deutschland bis 2050 digital, schadstofffrei und sicher zu gestalten. Daher spricht sich Schrader auch für den Ausbau der Elektromobiltät aus, immer unter der Voraussetzung, dass ökologisch sauberer Strom verwendet wird. Im Straßenbau präferiert die Stadträtin ein Konzept, das auf Erhalt bestehender Infrastruktur statt Neubau setzt. Eine Abfuhr erteilt Schrader Straßenbauprojekten, die auf eine Mischfinanzierung aus öffentlichen Mitteln und privaten Investitionen setzen. „Wir warten die Zahlen des Bundesrechnungshofes ab, ob private Investitionen im Straßenbau rentabel sind, wissen aufgrund vorliegender Ergebnisse aber, dass Straßenbau mit privater Beteiligung am Ende teurer kommt.“ Ein großes Thema ist für die Mittdreißigerin auch die Einbindung der Schiene in das SPD-Mobiltätskonzept. Schrader spricht sich grundsätzlich gegen jede weitere Privatisierung der Bahn aus und setzt sich für die Elektrifizierung des gesamten Allgäuer Schienennetzes ein.

Regionale Probleme

In einer anschließenden Diskussionsrunde äußert sich die SPD-Vorsitzende zu regionalen Verkehrsprojekten. Klar spricht sich Schrader für den vierspurigen Ausbau der B12 aus. „Dies ist aus Gründen der Fahrsicherheit geboten“, so Schrader. Unterstützung findet bei ihr auch das „Mobiltätskonzept 2030“ der Stadt Kempten. Eine He-

rabsetzung der Richtgeschwindigkeit auf 30 km/h auf den meisten Straßen innerhalb des Kemptener Stadtrings findet ihren Zuspruch. Auch eine Reduzierung der Geschwindigkeit auf wenigen Teilabschnitten des Rings, wie im Bereich Adenauerring/Schulen, ist für die SPD-Politikerin denkbar. Im Themenfeld Parkgebühren in der Innenstadt sieht Schrader Bedarf „Nachzujustieren“. Kurz geht die Stadträtin auch auf die geplante neue Regionalbahn Kempten-Oberstdorf ein, verweist hier aber auf die Zuständigkeit der Bahn. Einem Schienenausbau vom Bahnhof zur ZUM steht die Lokalpolitikerin allerdings skeptisch gegenüber, auch wenn hierfür in früheren Zeiten bereits Trassen, wie in der Königstraße, angelegt wurden.

Jörg Spielberg

Auch interessant

Meistgelesen

Video
Parkettböden - Wohngefühl und Lebensqualität
Parkettböden - Wohngefühl und Lebensqualität
Von Müll-Ansammlern und Müll-Verweigerern
Von Müll-Ansammlern und Müll-Verweigerern
Maria Profanter rühmt unsere Denkkraft in ihrer Ausstellung
Maria Profanter rühmt unsere Denkkraft in ihrer Ausstellung
Ankündigung eines Amoklaufs als "unbedachte Äußerung"
Ankündigung eines Amoklaufs als "unbedachte Äußerung"

Kommentare