Wahl am 26. September

Bundestagswahl 2021: Die Direktkandidaten aus der Region

Neun Buntstifte in verschiedenen Farben in einer Reihe die auf einer weißen Fläche Kreise ankreuzen wie auf einem Wahlzettel.
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Im Herbst steht die Bundestagswahl an.

Kempten/Landkreis - Am 26. September wird gewählt und eine neue Bundesregierung gekürt. Der Kreisbote stellt die Kemptener und Allgäuer vor, die sich als Direktkandidaten zur Wahl stellen.

CSU

Mitte April haben die Delegierten der CSU Mechthilde Wittmann als Direktkandidatin für die Region Oberallgäu - Lindau/ Bodensee - Kempten ins Rennen geschickt. Mechthilde Wittmann, geboren am 12.12.1967 in München, ist von Beruf Juristin mit Schwerpunkten im Wirtschafts-, Gesellschafts- und Baurecht und Mutter zweier Mädchen. Derzeit führt sie am Flughafen Franz-Josef-Strauß die Abteilung Korruptionsbekämpfung, Compliance und Datenschutz für den Gesamtkonzern.

1994 wurde sie als Jüngste in den Stadtrat der Stadt München gewählt und vertrat dort die Themen Stadt- und Verkehrsplanung und Finanzen, zuletzt als stellvertretende Fraktionsvorsitzende. 2013 wechselte sie in den Bayerischen Landtag und betreute dort den Ausschuss für Bundes- und Europaangelegenheiten, den Ausschuss für Rechts-, Verfassungs- und Parlamentsfragen, sowie im Ausschuss für Haushalt und Finanzfragen die Haushalte des Innenministeriums, des Justizministeriums sowie des Landwirtschaftsministeriums. Als erste Frau Bayerns leitete sie einen Untersuchungsausschuss, „Lebensmittelsicherheit und Tierwohl“.

»Priorität hat der Wahlkreis«: Mechthilde Wittmann

Ministerpräsident Markus Söder berief sie bei seinem Amtsantritt zur Integrationsbeauftragten der Bayerischen Staatsregierung. 2016 kam Mechthilde Wittmann durch ihren Lebensgefährten in den Wahlkreis und ist Pressereferentin der Kemptener Stadtratsfraktion. Aus ihrer langjährigen Erfahrung hat sie die wichtigsten Politik-Schwerpunkte identifiziert: „Ich möchte durch starke Präsenz im Wahlkreis die unmittelbare Bürgernähe hier im südlichsten und schönsten Wahlkreis Deutschlands suchen. Die intakte Natur und Artenvielfalt in dieser Region ist besonders auch der Verdienst der bäuerlich geprägten Land- und Alpwirtschaft. Daher benötigt diese eine besonders starke Stimme in Berlin. Dieser sensible Umgang mit der Natur ist Grund für den Tourismus, der für viele auch Einnahmequelle ist und mit Augenmaß weiterentwickelt werden muss. Gleichzeitig muss die Verkehrsinfrastruktur angepasst an die geographischen Gegebenheiten effizient vorangetrieben werden, um Belastungen für Mensch und Umwelt gering zu halten. Schon aus diesen wenigen Punkten ergeben sich die Ziele, für die ich in Berlin mit starkem Rückhalt unser Bürgerinnen und Bürger eintreten will. Priorität vor allem anderen haben die Bedürfnisse des Wahlkreises.“

Freie Wähler

Ende März haben die Freien Wähler die Kemptener Lokalpolitikerin Annette Hauser-Felberbaum als ihre Direktkandidatin für die Bundestagswahl nominiert. Unter dem Motto „Fürs Allgäu nach Berlin” startete Hauser-Felberbaum damit zugleich die Kampagne für ihre Wahl: „Fürs Allgäu – dafür stehe ich! Ich werde immer ein Ohr für die Menschen hier vor Ort haben. Ich möchte für sie, aber vor allem MIT ihnen die Zukunft gestalten und dabei die Errungenschaften der Vergangenheit bewahren. Lassen Sie uns die Herausforderungen gemeinsam angehen”, so warb Hauser-Felberbaum bei den Anwesenden um Unterstützung. Sie wolle mit ihrer Kandidatur dazu beitragen, für die Freien Wähler eine Zeitenwende in der Bundespolitik einzuläuten: „Die Freien Wähler sind die Zukunft unserer Demokratie!”, sagte die frischgekürte Kandidatin. Die Maskenaffäre entlarve die Krise der etablierten Parteien, und die Freien Wähler seien auch deshalb eine realistische Alternative für die Bundestagswahl, weil sie keine Konzernspenden annehmen.

Annette Hauser-Felberbaum geht für die Freien Wähler ins Rennen.

Thematisch stellte Hauser-Felberbaum die Themen Gleichberechtigung, Regionalität, Bildung und Kultur in den Mittelpunkt. Die Corona-Pandemie habe insbesondere Frauen benachteiligt, und sie wolle sich intensiv für die Chancengleichheit und die Entwicklungsmöglichkeiten von Frauen und Mädchen einsetzen, so Hauser-Felberbaum. Gleichberechtigung gehe über gleiche Bezahlung hinaus, es gehe vielmehr um gerechte Repräsentation und einen Umgang auf Augenhöhe in allen Bereichen der Gesellschaft. Als Allgäuerin im Herzen wolle sie sich für den Er- halt des Allgäus als einzigartige und lebenswerte Region und einen qualitativ hochwertigen Tourismus einsetzen.

Bildung sei das Thema, das ihre kulturelle DNA und ihren politischen Kompass bestimme. Sie werde sich für Bildungschancen für alle Menschen einsetzen und die Digitalisierung vorantreiben: „Kultur und Bildung sind Nährboden und Garant zugleich für eine lebendige bürgerliche Demokratie! Kultur fördert die individuelle Entwicklung und Persönlichkeit. In all diesen Facetten sollte sie gestärkt werden.” Auch für das Thema bezahlbaren Wohnens zeigte sich Hauser-Felberbaum sensibilisiert. Sie plädiert für ein erweitertes Angebot im sozialen Wohnungsbau, großzügige Nachverdichtungsmöglichkeiten, Geschossaufstockungen und Anreize für Investoren. Sie werde sich für gut ausgebildetes Personal, verbesserte Arbeitsbedingungen und faire Bezahlung in der Pflege einsetzen. Umweltschutz und Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels betrachtet Hauser- Felberbaum als selbstverständliche Querschnittsaufgabe, die alle Politikfelder prägen müsse, von der Mobilität über regionale Produkte bis zur Energiegewinnung. Auch Fehler der Vergangenheit müsse man korrigieren.

Zur Person: Kulturschaffende, Unternehmerin, vierfache Mutter, seit 2013 bei FW-ÜP; Annette Hauser-Felberbaum stammt aus einer kinderreichen, sozial engagierten und bildungsaffinen Familie. Sie lernte Klavier- und Cembalo-Bau und leitete nach ihrer Gesellenprüfung für einige Jahre die Werkstatt einer großen Klavierimportfirma in Mailand. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland studierte sie in Köln Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und BWL und gründete 1996 ihre eigene Kongress- und Konzertagentur.

SPD

100 Prozent der Delegiertenstimmen erzielte der 30-jährige Lindenberger Martin Holderied auf der Bundeswahlkreiskonferenz der SPD. Viel herumgekommen ist der frischgekürte SPD-Direktkandidat Martin Holderied. Mit 17 Jahren ist er in die SPD eingetreten, zum Leidwesen seines Vaters, der für die CSU im Kreistag Lindau sitzt. Nach dem Abitur zog es ihn für den Zivildienst nach Äthiopien, eine für ihn auch politisch prägende Zeit. Es folgte ein Studium der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften mit Auslandsaufenthalt in der Türkei und ein Master in Internationalen Beziehungen und Diplomatie in den Haag. Momentan arbeitet Holderied an seiner Promotion über die Regulierung von Sharing-Märkten. Ein Thema, das eine hohe Relevanz für das Allgäu berge. „Wir sehen, wie Homesharing Plattformen wie „Airbnb“ sowohl unsere Mietmärkte als auch den Tourismus im Allgäu verändern. Der Aspekt des Car- und Ride-Sharings ist für die erfolgreiche Zukunft des ländlichen ÖPNVs entscheidend“, sagt Holderied. „Gerade das Thema ÖPNV ist das Allgäuer Thema schlechthin. Wenn man quasi überall ein Auto haben muss, um von A nach B zu kommen, ist der Weg zur Klimawende ein weiter. In Kempten, dem Oberallgäu und dem Landkreis Lindau regiert fast ununterbrochen die CSU und bei ÖPNV passiert so gut wie nichts. Da zeigt die CSU mit voller Wucht, dass sie eine Partei des Autos ist und keinerlei Inspiration hat, das Allgäu in Sachen ÖPNV für die Zu- kunft aufzustellen.“

Die SPD-Allgäu-Bodensee kürt Martin Holderied zum Direktkandidaten.

Ein weiteres Thema für Holderied ist das Handwerk und der Mittelstand. „Arbeitgeber und Arbeitnehmer des örtlichen Mittelstands und des Handwerks sind der Grund für unseren wirtschaftlichen Wohlstand im Allgäu. Mir ist wichtig, dass die Politik dem Respekt zollt. Denn während Angestellte und Einzelhändler Steuern bezahlen, um sich an der Finanzierung des Sozialstaates zu beteiligen, tun das digitale Krisengewinner wie Amazon nicht. Es ist auch ein Unding, dass der örtliche Metzgermeister, der ausbildet, faire Löhne zahlt und ökologisch nachhaltig arbeitet in so unfairer Konkurrenz zum industriellen Fleischfabrikanten steht, der mit Werkverträgen und Leiharbeit den Mindestlohn und gute Arbeitsbedingungen untergräbt und am Tierwohl nicht interessiert ist. Ich setze mich da- für ein, digitale Unternehmen angemessen zu besteuern. Ein Ende von Leiharbeit und Werksverträgen ist im Interesse der Allgäuer Arbeitnehmer und Arbeitgeber“, sagt Holderied.

Neben seinen politischen Schwerpunkten betont Holderied allerdings, dass es in einem Wahlkreis wie dem Oberallgäu politische Allrounder-Fähigkeiten brauche. „Wir müssen auch darüber reden, wie wir flächendeckende Gesundheitsvorsorge im ländlichen Raum sicherstellen, dass Pfleger im Allgäu faire Löhne erhalten. Die Mietpreisentwicklung ist vielleicht nicht überall ein Thema, in Lindau oder Kempten aber sehr wohl.“ Auch und vor allem im Allgäu zeige die Pandemie, wo es bei der Digitalisierung und beim schnellen Internet hapert.

Mit Bezug auf diese Klimawende, hat Holderied aber auch eine klare Meinung auf die politische Wetterlage im Bund und im Allgäu: „Für eine echte Klimawende brauchen wir die Union in der Opposition. Die Union hat inhaltlich und personell völlig fertig. Im besten Fall verwaltet sie, meist blockiert sie und gestaltet nie. Arbeitnehmer aber, beispielsweise in Zulieferbetrieben der Automobil- oder Luftfahrtindustrie, fragen sich sicherlich ob die grünen Umweltpläne für die Industrie sie nicht abhängen. Mieter mit kleinen und mittleren Einkommen sowie Selbstständige werden sich nicht über die erhöhten Nebenkosten durch steigende Strompreise dank schwarz-grüner Energiepolitik freuen. Daher: Für eine sozial gerechte Klimawende brauchen wir die SPD in der Regierung. Und weil das so ist trete ich an.“

Die Grünen

Nachdem der 23-jährige gelernte Zimmerer Pius Bandte im Februar als grüner Direktkandidat für den Wahlkreis Oberallgäu, Kempten, Lindau nominiert worden war, erreichte er mit seiner Rede Listenplatz 34 auf dem Landesparteitag der bayerischen Grünen und startet so mit Rückenwind in den Wahlkampf.

In seiner Bewerbungsrede er- zählt Bandte, wie er festgestellt hat, dass politische Rahmenbe- dingungen in diversen Bereichen nicht mehr zeitgemäß seien und er zu dem Entschluss kam, diese ändern zu wollen. Außerdem sei seine Berufsgruppe – die der HandwerkerInnen – in den politischen Gremien vollkommen unterrepräsentiert. Bereits vor seiner Stadtrats- und Kreistagstätigkeit hat sich Bandte im Bereich Bürgerbeteiligung engagiert und sieht darin eine große Chance, wieder mehr Vertrauen in Demokratie und Politik herzustellen. Gleichzeitig müsse die Gesellschaft an mehr Gleichberechtigung arbeiten. Mehr als die Hälfte der Menschen sei durch ihr Geschlecht, ihre Herkunft, Behinderung, sexuelle Orientierung etc. benachteiligt und systematisch diskriminiert. Ein anderes Thema, für das Bandte sich einsetzen will, ist die Land- und Forstwirtschaft. Heutzutage werde den kleinen landwirtschaftlichen Betrieben die Arbeit immer schwerer gemacht – im Bundestag will er das Feld nicht der Agrarindustrielobby überlassen.

Klima und Vertrauen: Pius Bandte will sich für Bürgerbeteiligung einsetzen

Als gelernter Zimmerer sieht Bandte die durch Export steigenden Holzpreise mit großer Sorge, da gerade jetzt das Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen immer relevanter wird. „Während immer mehr Waldbestand dem Borkenkäfer zum Opfer fällt, ist es ausschlaggebend, den Wald klimaresilient wieder aufzubauen und dafür mehr forstwirtschaftliches Personal einzustellen“, sagt er. Hinter all seinem Engagement stehe der Kampf gegen die fortschreitende Klimakatastrophe, meint Bandte, der Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen sei die größte und wichtigste Aufgabe der kommenden Jahrzehnte.

AfD

Am Ostersamstag setzte sich Dr. Rainer Rothfuß bei der Nominierungsversammlung im Wahlkreis Oberallgäu, Kempten, Lindau zum AfD-Bundestagsdirektkandidaten überraschend klar gegen den Kreisvorsitzenden und amtierenden stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Peter Felser, mit 64 Prozent der Stimmen durch.

Rothfuß will neben seinem Fachprofil in den Bereichen Außen-, Migrations- und Entwicklungspolitik insbesondere die Anliegen der Landwirtschaft und des Tourismus der Region Allgäu-Bodensee in Berlin vertreten. Sektorübergreifendes Schwerpunktthema soll für alle wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereiche das Beenden der unverhältnismäßigen Maßnahmen der Corona- und Lockdown-Politik der Bundesregierung sein: „Die menschlichen Bedürfnisse, das Verhältnismäßigkeitsprinzip und eine solide Kosten-Nutzen-Analyse müssen als ‚rote Linie‘ für jegliche politischen wie medizinischen Eingriffe in die Privatsphäre, die Gesundheit, die Freiheitsrechte und indirekt auch in das Privateigentum des Bürgers respektiert werden“, so Rothfuß.

Fast Zwei-Drittel-Mehrheit: Rainer Rothfuß erzielt Direktkandidatur bei der AfD

Alle Bürger der Region lädt Rothfuß herzlich ein, sich bei zahlreichen Veranstaltungen, Infoständen und Kundgebungen in den kommenden Monaten in direkten Gesprächen ein persönliches Bild vom AfD-Bundestagsdirektkandidaten und der größten Oppositionspartei im Bundestag zu machen: „Die Anzahl der Menschen, die sich von der Berliner Politik nicht mehr ernst genommen, geschweige denn vertreten fühlen, wächst täglich.

Viele Menschen spüren bereits, dass ein Politikwechsel in Berlin nötiger ist denn je – ja geradezu überlebensnotwendig wird. Ein Wechsel ist jedoch gefragt, der nicht nur von einer Parteifarbe zur anderen weist, sondern eine Verschiebung des zu sehr auf Staats- und Konzerninteressen verengten Politik-Fokus bedeutet, hin zu den grundlegenden und naheliegenden Interessen der Menschen“, sagt Rothfuß.

FDP

Bereits im September 2020 haben die FDP-Kreisverbände Kempten, Lindau und Oberallgäu ihren amtierenden Bundestagsabgeordneten Stephan Thomae für die Bundestagswahl 2021 nominiert.

Fokus Bürgerrechte: Stephan Thomae auf Listenplatz 6 der bayerischen FDP

Thomae ist stellvertretender Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion, und bewirbt sich für seine dritte Wahlperiode. Der Abgeordnete aus Sulzberg verantwortet als stellvertretender Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion die gesamte Innen- und Rechtspolitik der Fraktion. Im Wahlkreis sind ihm die Themen Tourismus, Landwirtschaft, und Mittelstand wichtig. Thomae setzt sich dafür ein, die Zukunftstechnologie Wasserstoff als Energieträger der Zukunft im Allgäu zu stärken. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie, so Thomae, dürften die Zukunftschancen der jungen Generation nicht aus dem Blickfeld geraten. Die Balance zwischen dem Gesundheitsschutz auf der einen, und den verbrieften Bürgerrechten auf der anderen Seite hat der 52-jährige Schwabe in seiner Bewerbungsrede in den Fokus gestellt: „Wenn soziale, wirtschaftliche und pädagogische Gefahren nicht endlich genauso ernst genommen werden, wie die gesundheitlichen Gefahren durch das Corona-Virus, dann kehren wir nicht in das gleiche Land zurück, aus dem wir gekommen sind. Gewaltenteilung, Bürgerrechte sowie ein freiheitlich-demokratischer Rechtsstaat sind kein Hindernis in der Pandemiebekämpfung. Vielmehr stellen sie die besten Voraussetzungen im Kampf gegen das Virus dar und sollten stets der Maßstab staatlichen Handelns sein.“ Ein Infektionsschutzgesetz, das wissentlich unverhältnismäßige Einschränkungen vorsieht, schadet der Glaubwürdigkeit der Politik im Kampf gegen das Virus. Thomae zieht daher, wie bereits zuvor schon gegen das Bayerische Polizeiaufgabengesetz und den Staatstrojaner, vor das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. 

Die Linke

Die Partei Die Linke schickt Engelbert Blessing als Direktkandidaten ins Rennen. Wie auch schon zur Kreistagswahl ist die Weiterentwicklung des ländlichen Raumes eines der Kern- anliegen von Blessing. „Der Ausbau von schnellem und zuverlässigem Internet sollte in unserer Zeit eine Selbstverständlichkeit sein, wenn Unternehmen – ob klein oder groß keine ordentliche Anbindung an das Internet haben, bedeutet dies einen erheblichen Wettbewerbsnachteil, aber auch für Menschen, die von zu Hause aus arbeiten oder lernen müssen.“

Fokus ländlicher Raum: Engelbert Blessing kandidiert für Die Linke.

Auch die Nachhaltigkeit ist ein Ziel von Blessing. „Wir haben seit 1995 26 UN-Klimakonferenzen miterlebt, die Ergebnisse waren bisher eher mäßig. Obendrein wurden die vereinbarten Klimaziele bisher nicht erreicht. Dies ist meiner Meinung nach nicht ohne Absicht geschehen“, sagt Blessing. Die Linke stehe hinter den Aktivisten von „Fridays for Future“ und unterstütze den politischen Wandel hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft. Sie lege hierbei besonderen Wert auf die Sozialverträglichkeit dieses Wandels, so Blessing. Aufgrund seiner Erfahrungen in der Bundeswehr streitet Blessing für eine konsequente Friedenspolitik und die Einhaltung des Völkerrechts gemäß der Char- ta der Vereinten Nationen. „Welt- weit werden mehr und mehr Kriege im Namen der Terrorabwehr geführt, der überwiegende Teil davon laufen dem Völkerrecht der Vereinten Nationen zuwider“, sagt er. Oft könne man bei näherer Betrachtung zu dem Schluss kommen, dass sich diese Konflikte weniger um Terrorismus als um Ressourcen drehen. 

Zur Person: Geboren in Immenstadt 1985, aufgewachsen in Gunzesried, Ausbildung zum Zimmermann, danach Wehrpflicht und Soldat auf Zeit für zehn Jahre, Auslandseinsatz in Afghanistan, Weiterbildung zum Zimmerermeister, arbeitet derzeit als Planer und Konstrukteur im Ingenieurbüro. 

ÖDP

Die Mitglieder der ÖDP-Kreisverbände Oberallgäu und Lindau nominierten den Kemptener Stadtrat Franz Josef Natterer-Babych als Direktkandidat.

Kampf fürs Klima: ÖDP-Kandidat Franz Josef Natterer-Babych aus Kempten

Der 45-Jährige, der ursprünglich aus der Landwirtschaft stammt, studierte Maschinenbau. Nach seiner Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt übernahm er eine Lehrtätigkeit an der Technikerschule Allgäu. Er ist im Kulturbereich aktiv, in der Blasmusik und in der Kirche. Zu den Schwerpunkten von Natterer-Babychs Kandidatur gehören: • ein naturverträglicher Ausbau der B12 Richtung München, mit geringem Flächenverbrauch • die Modernisierung des ÖPNVs und der Elektrifizierung der Bahnstrecke Lindau-Immenstadt-München • mehr und sinnvolle regenerative Energien mit der Einbindung der Altanlagen und effizienten Speichern. Klimaverträglichkeit und Nachhaltigkeit leiten Natterer-Babychs Vorstellungen einer enkeltauglichen Politik. „Am Herzen liegt mir auch die familiengeführte bäuerliche ökologische Landwirtschaft“, sagt er.

Gabriela Schimmer-Göresz, die ehemalige Bundesvorsitzende der ÖDP, leitete die Nominierungs-Versammlung und erinnerte an die Präambel der Erdcharta: „Die Lebensfähigkeit, Vielfalt und Schönheit der Erde zu schützen, ist eine heilige Pflicht.“ Die ÖDP stelle sich dieser Pflicht und will alles unternehmen, um irreversible Kipppunkte zu verhindern. Weiter betonte sie, dass die ÖDP satzungsgemäß keine Unternehmensspenden annimmt.

kb

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