Gedenken an die Tragödie

Im Bewusstsein der Region verwurzelt

+
Drei Kränze wurden am Denkmal für das Iller-Unglück vom 3. Juni 1957 bei Hirschdorf zum Gedenken der 15 verstorbenen Soldaten niedergelegt.

58 Jahre ist es nun bereits her, dass am 3. Juni 1957 15 junge Soldaten in der Iller bei Hirschdorf ertrunken sind.

Eine Tragödie für die damals noch junge Bundeswehr und seitdem Anlass für eine jährliche Gedenkfeier nahe der Unglücksstelle. 

Es ist 11 Uhr als stellvertretender Regimentskommandeur Oberstleutnant Patrick Wagner am vergangenen Mittwoch seine Rede zum Gedenken der Verstorbenen vor dem Denkmal an der Iller hält. Denn zur selben Zeit ging damals am Unglückstag der Anruf in der Dienststelle ein. 

Der vierte Zug der 2. Kompanie habe sich nach der Ausbildung jenseits der Iller auf dem Rückweg zur Kaserne befunden, als sich der als Zugführer eingeteilte Stabsunteroffizier entschloss, entgegen eines Verbots des BtlKdr, mit den insgesamt 29 Rekruten die Iller zu durchqueren. „Die Iller führte aufgrund des vorangegangenen regnerischen Tage reichlich Hochwasser”, so Wagner bei seinem Rückblick. Am Ende des Tages lebten nur noch 14 der 29 jungen Soldaten, für 15 kam die eingeleitete Such- und Rettungsaktion zu spät. „Ich habe damals mit meinem Zug den ersten Soldaten aus dem Wasser gezogen, aber auch er ist im Krankenhaus verstorben”, blickt Oberst a.D. Manfried Reinig zurück, einer der Zeitzeugen, die an der 58. Gedenkfeier in Hirschdorf teilnahmen. „Franz Josef-Strauß kam aufgrund der Katastrophe sogar am Vorabend seiner Hochzeit extra angereist. Ich musste ihn in Durach am Flughafen abholen”, erzählt Reinig weiter. Aus spontan einsetzenden Spenden für Angehörige und Hinterbliebene der verunglückten Soldaten entstand zunächst ein Hilfsfond, der den Grundstein für das heutige Soldatenhilfswerk (siehe Bildwanne) bildete. Vertreter dieses Hilfswerks, der Bundeswehr, der Politik, der Stadt Kempten und umliegenden Gemeinden waren wie jedes Jahr am 3. Juni nach Hirschdorf gekommen, um den Soldaten zu gedenken. Auf eine Schweigeminute folgte das Niederlegen von drei gebundenen Kränzen am Denkmal. Die Gedenkfeier sei die „älteste Tradition der Bundeswehr“ betont Hans-Michael Ketterle, Oberstleutnant a.D. und Geschäftsführer des Soldatenhilfswerks der Bundeswehr. 

Trotz der Schließung des Bundeswehrstandorts Kempten sei sichergestellt, dass das Andenken an das Illerunglück weiterhin gewahrt bleibt, versicherte Wagner abschließend.  Lea Stäsche

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Kempten
Babys der Woche im Klinikum Kempten
Shawn James im "mySkylounge"
Shawn James im "mySkylounge"
Schüsse im Wald führen zu Großeinsatz der Polizei
Schüsse im Wald führen zu Großeinsatz der Polizei
EEG ein "teurer Irrweg!"
EEG ein "teurer Irrweg!"

Kommentare