Hunderte kommen am Freitag zur Einweihung des neuen Hildegardplatzes

"Ein Platz zum Wohlfühlen"

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OB Netzer weiht am Freitagnachmittag den neuen Hildegardpaltz vor hunderten Gästen ein.

Kempten – „Schön ist er geworden, unser Hildegardplatz.“ So oder so ähnlich habe er es in den vergangenen Wochen von vielen gehört, blickte OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) bei der Einweihung des Platzes am Freitag zufrieden auf das Ergebnis von „über zehn Jahren intensiver Diskussionen“.

Der letztendlich so einladend gewordene Platz sei zahlreichen Beteiligten zu verdanken, „allen voran den Bürgerinnen und Bürgern, die sich während des langen Planungsprozesses aktiv eingebracht haben“. Denn die Bürger bei all diesen Maßnahmen und Veränderungen einzubeziehen, sei von Anfang an wichtig gewesen, erinnerte er an die Planungswerkstatt oder den „Markt der Meinungen”, mit dem man die Bürger erst „wirklich erreichen konnte“. 

Entsprechend dicht drängten sich die Menschen den ganzen späten Nachmittag über bei sommerlichen Temperaturen, um „ihren“ Platz einzuweihen, dem Standkonzert der Stadtkapelle Kempten und dem Chor „Collegium Vocale“ zu lauschen, sich von Tanzvorführungen der Ballettschule Dáša Wagner und des Oriental-Tanzstudios Fennek bezaubern zu lassen, oder einfach dem Treiben auf dem dicht bevölkerten Hildegardplatz zuzusehen. 

Impuls für Einzelhandel 

OB Netzer zeigte sich „zuversichtlich“, dass der „neue, attraktive Platz“ ein Impuls für die hier ansässigen Einzelhändler, Gastronomen und Hauseigentümer sein werde und sich „das ganze Quartier um die Basilika ebenso lebendig weiterentwickeln wird“. Netzer sah die Neugestaltung des Hildegardplatzes als „gestalterischen Schlusspunkt“ des Innenstadtentwicklungskonzepts, das einen Schwerpunkt auf die Umgestaltung des öffentlichen Raumes setze. Auf rund 4,9 Millionen Euro bezifferte er die Gesamtkosten für die Baumaßnahme Hildegardplatz, Stiftsplatz und Kirchberg, bezuschusst mit 720 000 Euro Fördergelder des Freistaats Bayern. 

Der durch den milden Winter bereits in den zurückliegenden Wochen fleißig genutzte „historische Hildegardplatz in neuem Gewand“ sei ein „Platz zum Wohlfühlen, ein Treffpunkt, ein Marktplatz, eine Attraktion für alle Kemptener, Allgäuer und die vielen Gäste, die zu uns kommen“, freute sich das sichtlich gut gelaunte Stadtoberhaupt. 

Platz zum Mensch sein 

Er habe beobachtet, dass dieser Platz nicht nur ein Platz zum Einkaufen sei, sondern „ein Platz zum Mensch sein“, merkte Dekan Dr. Bernhard Ehler von der Basilika St. Lorenz an, bevor er zusammen mit Dekan Jörg Dittmar von der St. Mangkirche und dem Dekan der Alt-Katholischen Gemeinde, Michael Edenhofer, den Segen spendete. Dass sich das „lange Ringen um Details“ gelohnt habe, betonte hingegen Marktsprecher Robert Liebenstein, der sein Geschäft auf dem Wochenmarkt seit 20 Jahren betreibe und noch immer gern komme. „In Kempten fühlt man sich als Markthändler wertgeschätzt“, sowohl von der Politik als auch von der Verwaltung, sah er auch den „wunderbar neu gestalteten Hildegardplatz“ als Ausdruck davon. 

Zum Schluss des offiziellen Teils am Freitagnachmittag gab es noch Süßes für die Umstehenden – zumindest für die, die etwas von dem in H-Form gebackenen Zopfbrot ergattern konnten, das Netzer und Karl-Michael Scheufele, Regierungspräsident von Schwaben, in fast rekordverdächtiger Zeit portionierten. In Gewändern aus dem Jahr 1478 – als Kaiser Maximilian die Stadt Kempten besuchte – verteilten zwei „Schmiedemeister-Kinder“ und zwei „Patrizierdamen“ die Schnitten an die zahlreichen Zuschauer.

Christine Tröger

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