Vor dem Abschied

Campus-Rundgang mit dem scheidenden Hochschulpräsident Prof. Dr. Robert F. Schmidt

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Vergangene Woche führte der Präsident der Hochschule Kempten Robert F. Schmidt noch einmal persönlich eine Besuchergruppe durch „seine“ Hochschule. Dabei erfuhren die Teilnehmer alles über die Studienangebote,aber auch so manche Anekdote.

Kempten – Schon bald wird die Zeit von Prof. Dr. Robert F. Schmidt als Präsident der Hochschule Kempten Geschichte sein. Vergangene Woche hatte der amtierende Präsident noch einmal die Gelegenheit, „seine“ Hochschule einer Besuchergruppe des CSU- Ortsverbands Kempten-Süd vorzustellen. Schmidt präsentierte Fakten und Zahlen, zeigte in einem Rundgang erstaunliche Einrichtungen, plauderte aber zugleich auch aus dem Nähkästchen über seine 17 Jahre währende Zeit als Präsident.

In einer PowerPoint-Präsentation verdeutlichte Prof. Dr. Schmidt vorab den rund 40 Besuchern die wichtigsten aktuellen Zahlen zur Hochschule. Die ehemalige Fachhochschule, die heute eine Hochschule mit Lehre und Forschung ist, wurde 1978 mit dem ersten Studiengang Betriebswirtschaft gegründet. Heute werden auf dem Campus der Hochschule 20 Bachelorstudiengänge inklusive dreier Weiterbildungsbachelors und 19 Masterstudiengänge mit fünf Weiterbildungsmastern angeboten. Die Hochschule Kempten arbeitet mit rund 100 internationalen Partnerhochschulen zusammen. 

Derzeit sind 149 Professoren/innen, 320 Lehrbeauftragte (viele Experten der Industrie) und 237 Mitarbeiter/innen in der Verwaltung beschäftigt. Das Forschungszentrum Allgäu (FZA) hat 103 Mitarbeiter/ innen. Zum Ende des Wintersemesters 2018/19 sind 6039 Studenten eingeschrieben. Seit den Jahren 2011/12 verzeichnet die Hochschule einen signifikanten Zuwachs bei der Zahl der Studierenden, von rund 3000 auf heute über 6000 Studenten. „Zielsetzung unserer Bildungseinrichtung ist es bis heute Studierende zu Persönlichkeiten weiterzuentwickeln, Netzwerke zu bilden und gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen“, sagt Schmidt vor den Besuchern. 

In vier Studienfeldern bildet die Hochschule Studierende aus – in den Ingenieurswissenschaften, in den Wirtschaftswissenschaften, im Bereich Soziales und Gesundheit und im Bereich Informatik und Multimedia. Stolz ist Schmidt aber auch auf die berufsbegleitende Weiterbildung für Fach- und Führungskräfte. So wird es Personen, die im Berufsleben stehen ermöglicht, im Studiengang Betriebswirtschaft und Wirtschaftsingenieurwesen den Grad eines Bachelors zu erlangen. Im Bereich des Masterstudiengangs werden für Berufstätige unter anderem Lehrgänge wie Coaching, International Business Management & Leadership und Wirtschaftsingenieurwesen angeboten. Wer nicht ein ganzes Studium absolvieren möchte, dem werden zudem einzelne Module und Zertifikationskurse angeboten.

Heute nimmt auch der Bereich der Forschung einen wesentlichen Teil des Hochschulbetriebs ein. Forschungsschwerpunkte liegen bei Energiesystemen und Energietechnik, bei vernetzter Mobilität und Fahrzeugtechnik, in der Fertigungs- und Automatisierungstechnik, beim Health Care Center und bei Innovativen Lehr- und Lernformen. 

Angewandte Forschung (Applied Science) wird in diversen wissenschaftlichen Einrichtungen betrieben. Besonders zukunftsträchtig dürfte dabei die Arbeit des von Prof. Dr. Schick 2017 gegründeten ADrive Living Lab (Fahrerassistenzsysteme) sein. Die rund 30 Mitarbeiter des ADrive Living Lab forschen in den Bereichen Human Factors, Vehicle Testing, Simulation und Software & Functions. Dabei freut sich das Forscherteam über den gegenwärtigen Aufbau eines Instituts für Fahrerassistenz und vernetzte Mobiltät, das Zugang haben wird zur Teststrecke der Firma FAKT-Motion GmbH in Memmingen. „Diese Einrichtung ist in dieser Art einmalig in Deutschland und wäre ohne die finanzielle Unterstützung und Kooperation mit Konzernen wie Mercedes Benz, Porsche und Bosch nicht möglich“, erklärte der Hochschulpräsident. Zum Ende seiner Präsidentschaft darf sich der gebürtige Franke noch über die Eröffnung eines Digital Laboratory als Plattform zur Bündelung der Kompetenzen auf den Gebieten der Informatik und Maschinenbaus freuen (siehe eigener Artikel auf Seite 3). Als weitere aktuelle Projekte der Hochschule Kempten nennt Schmidt die Neugestaltung der Homepage, den Aufbau einer einheitlichen Campus-Beschilderung und die Fortführung der Planungen für den 6. Bauabschnitt.

Nach der Zahlenpräsentation lud der scheidende Hochschulpräsident die Zuhörer noch zu einem Rundgang über den Campus ein, bei dem unter anderem Station in der neuen Maschinenhalle und dem Glockenlabor gemacht wurde. Im Gespräch mit den Besuchern verteidigte Schmidt noch einmal seine damalige Entscheidung, die Hochschule nicht auf das heutige Lutz-Neubert-Gelände erweitert, sondern stattdessen den Campus um das ehemalige Seitz-Gelände vergrößert zu haben. „Zur damaligen Zeit konnten wir das Wachstum der Hochschule nicht genau vorhersagen und was wäre gewesen, wenn wir uns mit dem großen Areal übernommen hätten?“, fragt er in die Runde. Persönlich zieht Schmidt eine positive Bilanz seiner 17-jährigen Tätigkeit und ist stolz, die ehemalige Fachhochschule in eine Hochschule mit Lehre und Forschung umgestaltet zu haben. Eines aber habe seiner Motivation im Laufe der Jahre zugesetzt. „Die Überbürokratisierung im Umgang mit städtischen Behörden und öffentlichen Einrichtungen lähmt jeden Fortschritt.“ Dabei spricht Schmidt nicht nur die vorgeschriebene Schaffung von Gender-Toiletten oder schier endlose Baugenehmigungsverfahren an, sondern beispielsweise auch überzogene Bestimmungen beim Brandschutz, die aktuell dazu führten, dass keinerlei Mensaparties mehr stattfinden dürfen. „Von diesen Dingen habe ich die Sch…voll“, sagt ein erfolgreicher Hochschulpräsident und lächelt milde.

Jörg Spielberg

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