Eröffnung des ersten CAP-Lebensmittelmarkts im Oberallgäu

Ende der Versorgungslücke

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Symbolisch gaben Bürgermeister Roland Helfrich (links), Josef Leicht (Vorsitzender Verein Körperbehinderte Allgäu) und Reinhold Scharpf (Geschäftsführer der Körperbehinderte Allgäu und der Integrationsbetriebe) den Weg frei. Im Hintergrund: (v.l.) Marktleiter Werner Horak, Thomas Heckmann, Ansprechpartner für die CAP-Märkte im GDW, und Landrat Anton Klotz. Im Hintergrund  rechts Pfarrer Jacek Filipiuk, der zum Abschluss der offiziellen Feier noch den neuen CAP-Markt segnete.

Betzigau – Er ist der erste seiner Art im Oberallgäu – und er steht in Betzigau: Seit Ende März hat der CAP-Lebensmittelmarkt mit 8500 verschiedenen Artikeln seine Türen geöffnet. Damit wird in dem 2800 Einwohner starken Ort nach fünf Jahren die Versorgungslücke beim Lebensmittelangebot vor Ort geschlossen. Das Besondere: Es handelt sich dabei um einen Integrationsbetrieb, der Menschen mit und ohne Behinderungen beschäftigt.

Insgesamt ist es der 105. Markt seiner Art in Deutschland. Initiatoren für die neue Nahversorgung vor Ort waren die Körperbehinderte Allgäu und die Gemeinde Betzigau. Für Reinhold Scharpf, Geschäftsführer der Integrationsbetriebe der Körperbehinderte Allgäu, hat der neue Markt noch eine ganz andere Bedeutung: „Uns liegt daran, für Menschen mit Behinderung sozialversicherungspflichte Arbeitsplätze zu schaffen. Unser Ziel ist es, die Behinderung eines Menschen soll nicht mehr Thema sein, sondern Normalität.“ Gemeinsam arbeiten und das Leben gestalten – so würden auch die Kunden merken, es ist normal, unterschiedlich zu sein.

In Betzigau sind sieben Menschen mit und sieben Menschen ohne Einschränkung beschäftigt. Bei der Eröffnung meinte Landrat Anton Klotz: „Ich danke der Gemeinde Betzigau für die mutige Entscheidung, diese neue Nahversorgung im Ort zu schaffen.“

Insgesamt haben Gemeinde und Körperbehinderte Allgäu an der Hans-Böge-Straße 1 für das Geschäftshaus 3,2 Millionen Euro in die Hand genommen. 1,5 Millionen entfallen dabei auf den Cap-Markt mit einer reinen Verkaufsfläche von 650 Quadratmetern. Unterstützt wird das Projekt dabei von Aktion Mensch, der bayerischen Landesstiftung – und auch von der Gemeinde selbst. Sie gab 30.000 Euro. Gefördert werden die Arbeitsplätze zuerst von der Arbeitsagentur, dann dauerhaft über das Integrationsamt und den Bezirk Schwaben. Wertvoll ist auch die Unterstützung in der GDW, der Genossenschaft der Werkstätten für behinderte Menschen. Früher sei „CAP“ aus der Endsilbe von Handicap entstanden, meinte Thomas Heckmann, Ansprechpartner für die CAP-Märkte im GDW. Bei der Eröffnung in Betzigau nannte er eine neue Definition, nämlich: „Chance, Arbeit, Perspektive.“

Bei der Einweihung zeigten sich die beiden Bezirksrätinnen Barbara Holzmann und Renate Deniffel ganz begeistert. „Ich werde den Markt bestimmt viel nutzen“, meinte Deniffel und war am Eröffnungs-morgen eine der ersten Kundinnen. „Ich freu mich so, einfach nur mit einem Einkaufskorb zum Einkaufen gehen zu können“, meinte auch eine junge Betzigauerin.

Bürgermeister Roland Helfrich zeigte sich stolz, dass nach fünf „mageren“ Jahren nun wieder eine Nahversorgung vor Ort gewährleistet ist. Er wünschte sich, dass auch benachbarte Orte den Weg in den Markt finden. „Es reicht nicht, nur die vergessene Butter zu kaufen.“ Auch die künftigen Bewohner der elf betreuten Wohnungen und das Team der Arztpraxis im Haus würden von dem Markt profitieren, könnten sie doch direkt mit dem Lift ins Geschäft hinunterfahren.

Das Konzept des Cap-Marktes überzeugt mit einer Mischung aus regionalen und überregionalen Produkten, mit einer Angebotspalette aus 8500 Artikeln, mit einer großen Gemüse- und Obstabteilung, mit Hygieneartikeln und Haushaltshelfern bis hin zur Kuchenform, die sehr ausgewogen von dem neuen Marktleiter Werner Horak ausgesucht wurden. Auffallend ist die Großzügigkeit im Markt – breite Gänge, eine übersichtliche Beschilderung, lichtdurchflutet. Zudem sind die Einkaufswägen mit einer speziellen Leselupe ausgestattet, damit Kleingedrucktes besser lesbar ist. Lieferant des Marktes ist EDEKA. Angegliedert ist auch ein Backshop, der eng mit den örtlichen Anbietern zusammenarbeitet. Künftig soll es hier auch ein Mittagsgericht geben. Für die Anfangszeit warb Reinhold Scharpf bei der Eröffnung um ein wenig Geduld: „Alle sind sehr motiviert. Ich weiß auch, dass immer die Schlange an der Kasse die Längste ist, an der man sich anstellt. Haben Sie ein bisschen Geduld und Verständnis.“ Und Landrat Anton Klotz ergänzte an die Bürgerschaft gewandt: „Nun liegt es in Ihrer Hand, ob der Markt besteht – oder nicht.“

Die Öffnungszeiten: montags bis freitags von jeweils 7 bis 19 Uhr sowie samstags von 7 bis 16 Uhr. mori

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