"Chancen stehen gleich null"

Im Hinspiel des Halbfinales um die Bayerische Meisterschaft der männlichen Handball-C-Jugend musste sich der TSV Kottern beim Post SV Nürnberg deutlich mit 22:40 (9:17) geschlagen geben. Der TSV schaffte es nur in den ersten 15 Minuten, den herausragenden Rückraum des Topfavoriten einigermaßen im Griff zu haben. Danach konnte aber gegen die Shooter kein adäquates Mittel mehr gefunden werden.

Im Vorfeld der Partie war zu erwarten, dass nur über den Kampf in der Abwehr eine Chance bestehen würde, sich eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel zu erarbeiten. Die Marschroute bestand darin, zentral im Abwehrverbund zu agieren, um den spielstarken und wurfgewaltigen Rückraum der Norisstädter in Schach zu halten. Der Angriff sollte sich durch ein variables Stoß- und Positionsspiel auszeichnen und mit Tempohandball den Gegner unter Druck setzen. Das gelang zunächst sehr gut. Kottern ging mit 1:0 in Führung. Der PSV glich allerdings postwendend aus. Kottern gestaltete durch die gezielten Vorgaben des Trainerduos Dahm/Stöhr die Anfangsphase ausgeglichen (2:2; 3:3; 6:6). Dennoch hatte es immer den Anschein, als ob die Allgäuer für ihre Tore viel mehr investieren mussten als die Franken. Beim Stand von 6:7 hatten die „Koboys“ eine Überzahlsituation. Ab diesem Zeitpunkt entschied sich die Partie zu Gunsten der Gastgeber. Der TSV schaffte es nicht, trotz numerischer Überlegenheit ein Tor zu erzielen und musste vier Gegentore (6:11) hinnehmen. Durch dieses Erlebnis ließen sich die Kotterner aus dem Konzept bringen. Selbst eine Auszeit brachte keine Besserung. Die Hausherren schafften es mit ihrem variablen Angriffsspiel und ihrer konsequenten Abwehr, die Führung bis zur Halbzeit Tor um Tor auf 9:17 auszubauen. Auch zu Beginn des zweiten Spielabschnitts war Nürnberg die spielbestimmende Mannschaft und baute die Führung aus. Nach vier Spielminuten in der zweiten Halbzeit kam der Schock: Kapitän Alexander Stöhr verletzte sich durch eine harte Abwehraktion seines Gegenspielers an der Schulter und konnte nicht mehr weiterspielen. Die Schwere der Verletzung bleibt zunächst abzuwarten. Ein Einsatz im Rückspiel ist jedoch sehr fraglich. Die Allgäuer brauchten einige Minuten, um sich davon zu erholen. Das Ereignis zwang die Trainer zu einer ungewohnten Aufstellung, da nach den Absagen im Vorfeld der Partie die Alternativen auf der Bank fehlten. Nürnberg nutzte wie eine echte Spitzenmannschaft die Verwirrung im Kotterner Spiel und baute den Vorsprung auf 30:15 aus. Aber der TSV fing sich wieder und kämpfte von nun an bis zum Schluss. Trotzdem hatten die Gastgeber jetzt so viel Oberwasser, dass es nur schwer möglich war, ihren Tordrang zu bremsen und die massive Abwehr in Bewegung zu bringen. Ernüchternde Pleite Kottern hatten auch in der zweiten Halbzeit einige Überzahlsituationen, die aber nicht zu ihren Gunsten genutzt werden konnten, während Nürnberg in Unterzahl immer wieder zu leichten Toren kam. Am Ende steht eine ernüchternde 22:40 Niederlage zu Buche. „Man muss kein Hellseher sein, um zu wissen dass die Chancen auf einen Finaleinzug gleich Null stehen. Gegen einen abgeklärten, technisch- und spielstarken Gegner 18 Tore aufzuholen ist ein Ding der Unmöglichkeit“, waren sich die Trainer Dahm und Stöhr einig. „Die Niederlage fiel aber um zehn Tore zu hoch aus. Nürnberg ist keine 18 Tore besser.“ Im Rückspiel am kommenden Sonntag, 14. März, um 13 Uhr in der BSZ-Halle Kempten wollen die „Koboys“ sich für die Abfuhr rehabilitieren.

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