Gelungenes Festivalfinale

Classix: Große Bandbreite von klassischer Moderne bis zur virtuosen Unterhaltungsmusik

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Zwei der fünf Mitglieder des Janoska-Ensembles, das das Hauptkonzert des vorletzten Festivalabends bestritt

Kempten – Das Abschlusswochenende des diesjährigen Classix-Festivals begann am frühen Freitagabend mit einem einstündigen Konzert des Gewinners des Augsburger Leopold-Mozart-Violinwettbewerbs Joshua Brown aus Boston in den USA. Das Hauptkonzert des Abends bestritten dann vier Musiker, die sich als Wandler und Versöhner zwischen verschiedensten Musikwelten sehen.

Mit seiner Duo-Partnerin Verena Louis am Klavier bot er trotz seiner jungen Jahre einen sehr reifen und abgeklärten Vortrag, bei dem er vor allem mit der Carmen-Fantasie von Franz Waxmann glänzten konnte. Die einfühlsame und kongeniale Begleitung seiner musikalischen Partnerin trug einen großen Teil zum positiven Höreindruck bei. 

Das Hauptkonzert bestritt ein Familienorchester, bestehend aus drei Brüdern aus Bratislava und ihrem Schwager aus Konstanz, die sich Wien als Melting Pot ihres musikalischen Schaffens ausgesucht haben. Sie nennen sich Janoska-Ensemble und kommen aus sehr musikalischen Familien, die bereits Generationen von Musikern hervorgebracht haben. Entsprechend groß ist die Musikalität und das technische Können der Musiker. Alle auf klassischen Instrumenten ausgebildet, sind sie – wie sie in ihren sympathischen Ansagen mitteilten – von Jugend an vom Virus des Improvisierens befallen. 

Und so wählen sie mit einer feinen Nase für alles, was zündet, ihre musikalischen Vorlagen aus einem unerschöpflichen Fundus von Bach bis Johann Strauß, von Astor Piazzolla bis zu den Beatles und machen daraus ihre ganz eigenen Arrangements und virtuosen Improvisationen. Der Spaß und die Unterhaltung beim Publikum ist hierbei gewiss.

Hochkarätiges Finale lässt Zuhörer vermissen 

Beim letzten Konzert des Festivals am Sonntag Abend wurde es dann mit dem Alban Berg Ensemble wieder etwas ernster. Die sieben Musiker haben sich darauf verlegt, Bearbeitungen von bedeutenden Werken aufzuführen, die für ihre Besetzung zugeschnitten sind. 

Erstaunlich, welch orchestrale Essenz freigelegt wird, wenn die sieben Instrumente in einfach besetzter Stimmführung solch tiefschürfende Werke wie das Adagio aus der unvollendeten 10. Symphonie von Gustav Mahler oder die Kammersymphonie Nr.1 von Arnold Schönberg interpretieren. Im zweiten Teil des Konzerts nach der Pause kam dann bei der Rosenkavalier-Suite von Richard Strauss und dem Kaiserwalzer von Johann Strauß trotz der sehr kunstvollen und alle Stimmen der Vorlage enthaltenen Bearbeitungen durch die Bekanntheit des Originals noch ein zusätzlicher Unterhaltungswert hinzu. 

Leider waren die Plätze des Stadttheaters nur zur Hälfte belegt, was beim exquisit ausgewählten und spannenden Programminhalt des letzten Konzerts doch etwas erstaunt. Bleibt zu hoffen, dass die Programmmacher des Festivals, vor allem der neue künstlerische Leiter Benjamin Schmid, sich dadurch nicht entmutigen lassen und auch im nächsten Jahr wieder eine für das Kemptener Kulturjahr so wichtige Veranstaltung auf die Beine stellen.

Jürgen Kus

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