Mit kleinstem Aufwand größtmöglichen Erfolg erzielen, soll die Devise für 2020 sein

Pro und Contra zur "Earth Hour"

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Die Earth Hour 2019 in Kempten wurde mit einem Konzert begangen.

Kempten – Weltweit soll die jährliche Aktion „Earth Hour“ auf den sorgsamen Umgang mit natürlichen Ressourcen hinweisen. Auch in Kempten gingen dafür heuer am 30. März zum fünften Mal die Lichter aus und zwar an, nach in den Vorjahren historischen Orten wie St.-MangPlatz oder Hildegardplatz, auf dem August-Fischer-Platz direkt vor dem Forum Allgäu.

Allerdings erntete Klimaschutzmanager Thomas Weiß bei seiner Nachlese im Ausschuss für Umwelt- und Klimaschutz nicht nur Lob für die Veranstaltung. Ein Kritikpunkt war das Missverhältnis von Kosten und Teilnehmern. So forderte Peter Wagenbrenner (CSU), der die Veranstaltung zwar prinzipiell „super“ finde, bei einem Einsatz von 8500 Euro aber „Bauchweh“ habe, das Programm nächstes Jahr abzuspecken. Und Dr. Dr. Robert Wiedenmann (Freie Wähler) wunderte sich, dass „nur 350 Leute“ da gewesen seien, trotz der vielen im Flyer genannten Unterstützer wie Bund Naturschutz, Arbeitskreis Öko der Kemptener Hochschule, AÜW oder Hildegardis Gymnasium. Diese hätten seines Erachtens die Veranstaltung aktiv mitgestalten können. Stattdessen seien nur wenige von ihnen gekommen und „sie machen Werbung ohne etwas zu zahlen“. 

„Da würde ich mal von Grund auf umdenken“, richtete er sich an Weiß. Richard Hiepp (CSU) mutmaßte gar, dass die Teilnehmerzahl ohne Fridays-For-Future-Aktivisten noch geringer ausgefallen wäre und sprach sich ebenfalls dafür aus „die Kostenschraube nach unten zu drehen“. 

Nicht einverstanden waren einige Gremiumsmitglieder mit dem bunten Programm inklusive Live-Musik mit Verstärkern, wo sie auch Einsparungspotential sahen. Barbara Haggenmüller (Grüne) zum Beispiel wünschte sich für diesen Anlass „Denkmäler verhüllen und Dunkelheit schaffen“ die man auch wirklich wahrnehme „statt noch ein Event“. 

„Bei der weltweiten Aktion steht es uns gut an mitzumachen“, meinte Lothar Köster (SPD). Da es bei der Earth Hour nicht nur symbolhaft um Stromsparen gehe, sondern auch darum „Lichtverschmutzung zu zeigen“, fand er „die belebte Fußgängerzone und das Forum sicher geeigneter als ein Denkmal“. 

Dennoch konnte er sich auch den Rathausplatz vorstellen, den Weiß nächstes Jahr gerne zur Earth Hour bespielen möchte. Dann „mit kleinstem Aufwand“ bei größtmöglichem Erfolg, wie Dieter Zacherle (Freie Wähler) es für die Earth Hour 2020 gern sähe.

Christine Tröger

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