Shake Stew aus Wien

Coole Band bereichert Jazzfrühling mit tollem Sound

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Auf der ganzen Welt zuhause: Die Formation Shake Stew.

Kempten – Shake Stew, die Weitgereisten, die auf der ganzen Welt zu Hause sind, kamen extra für das Konzert am Dienstagabend aus Wien angefahren.

Trotz des englischen Namens sind sie waschechte Österreicher, was man sofort den umfangreichen Ansagen ihres Leiters Lukas Kranzelbinder anhörte. Die Band ist ungewöhnlich zusammengestellt: Ein Bläsersatz aus Altsaxophon, Tenorsaxophon und Trompete wird von einer doppelt besetzten Rhythmus-Section aus zwei Bassisiten und zwei Schlagzeugern ergänzt. Fast unbemerkt betraten die Musiker die zunächst unbeleuchtete Bühne, der Zuhörer war von einer englischen Stimmencollage aus dem Lautsprecher-Off abgelenkt, die dann mit dem Anschalten der Bühnenscheinwerfer nahtlos ins erste Stück der Band überging.

Zwei Schlagzeuger mit einem treibenden Beat und die oberen Töne eines E-Basses, Lukas Kranzelbinder am gestrichenen Kontrabass gab die tiefen Töne dazu, das war das Rhythmusfundament, auf das dann die drei Bläser eine choralartige Passage aus langen Tönen aufbauten. Was dann für den Rest des Konzerts kam, kann man schwer in Worte fassen. Es war eine furiose Abfolge verschiedenster Klangzusammenstellungen und Instrumentenkombinationen von orchestral bis intim, von bombastisch bis kammermusikalisch. 

Kurze und wilde Kollektivimprovisationen der ganzen Band wechselten punktgenau mit exakt durchkomponiert erscheinenden Satzstrukturen oder ausgiebigen Soloimprovisationen der Blasinstrumente. Man fragte sich, wer hier die Regie führte, nach welchem Plan ein Stück ablief. Es waren aber immer genau festgelegte Kompositionen des Bandleaders Lukas Kranzelbinder, die dank der Klasse eines jeden der Musiker so frisch, spontan und lebendig gespielt wurden, dass man den Eindruck hatte, alles käme aus dem Augenblick heraus. Ein Highlight des diesjährigen Jazzfrühlings.

Jürgen Kus

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