Cora ist wieder zurück im Nest

Erhard Bolender schaffte es sich dem Jungstorch anzunähern und nahm ihn auf den Arm mit zur Feuerwehrleiter.

Oben auf dem Storchennest über den Dächern von Isny spielte sich am Donnerstag in den frühen Abendstunden ein kleines Drama ab. Einer der Störche hat sich wohl ein wenig überschätzt und schaffte es einfach nicht, nach dem versuchten ersten Ausflug wieder auf den Kamin zu flattern und dort auf die treusorgenden Eltern zu warten. Hinter dem Rathaus ist die junge Storchendame Cora gelandet. Ulrike (Ulli) Maruszczak entdeckte den Vogel zwar schnell, allerdings dauerte es bis Samstag, bis Cora wieder wohlbehütet im Nest auf dem Rathausdach zurück war. Der KREISBOTE war bei der Rettungsaktion live dabei.

Nachdem Cora hinter dem Rathaus gefunden worden war, wurde Erhard Bolender, Storchennestbeauftragter in Isny, informiert. Er konnte sich dem kleinen Storch annähern. Kurz darauf hatte er ihn auf dem Arm und der erste Versuch, Cora wieder ins Nest zu bringen, begann. Albert Morgen, Kommandant der Isnyer Feuerwehr, rückte mit der Drehleiter an und fuhr mit Erhard Bolender bis auf das hintere Rathausdach. Bis auf Nesthöhe reichte die Leiter nicht aus, daher setzte Bolender den Jungstorch auf das Dach und hoffte, dass er es schaffte, auf den Kamin zu fliegen. Das gelang jedoch nicht, denn Cora konnte zwar schon ganz anständig abwärts fliegen, hoch auf das Nest ging es aber nicht. Flatternd versuchte sie auf den First zu gelangen, rutschte dann aber ab und flog bis in einen Garten hinter der Stadtmauer. Die alten Störche flogen ein Stück mit und beobachteten ihr Junges vom Espantor aus. Wieder war Bolender zur Stelle und nun kam der kleine Storch vorerst in die Garage von Theo Resch auf eine weiche Decke und wurde am Freitag dort auch gefüttert. Für Samstag hatte Hubert Müller mit seinem Hubwagen zugesagt, mit dessen Hilfe die Storchenbeauftragten auch für die Beringung der Störche auf Höhe des Nestes gelangen. So fuhren Maruszczak, Bolender und die beiden Fachleute für den Hubwagen, Hubert Müller selber und der Fahrer des Wagens, Thomas Gaukel, zusammen mit dem KREISBOTEN bis zum Nest hinauf, um den Storch wieder an seinen Platz zu setzen. Wie es zu erwarten war, waren Romeo und Julia, die Storcheneltern, vom Nest abgerückt. Die beiden anderen Jungstörche, etwas kräftiger als ihre kleinere Schwester, flogen eine Runde über die Dächer der Altstadt. Den Storch oben ruhig abzusetzen, war erst beim dritten Anlauf möglich. Wild flatterte das Tier mit den Flügeln und erst durch Streicheln und sanften Druck war es dazu zu bewegen sich endlich wieder ins Nest zu setzen. Kaum war er Hubwagen wieder in einiger Entfernung, kamen auch die anderen Störche ins Nest zurück. Die kleine Ausreißerin wurde angenommen und nun ist auf dem Rathausdach wieder Ruhe eingekehrt. Dank der Hilfe von Theo Resch, Ulli Maruszczak, Erhard Bolender und Hubert Müller ist Cora nun wieder bei ihrer Familie auf dem Rathausdach. Müller reduzierte die Kosten für den Hubwagen großzügig auf 200 Euro. Um das Geld bezahlen zu können, bittet das Storchenteam Isny um Spenden. Weitere Informationen rund um die Störche gibt es auf www.isny.tv.

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