Corona-Fördermaßnahmen

Stadt unterstützt die lokale Kunst- und Kulturszene mit 75.000 Euro

In Zeiten von Corona wurden und werden wieder viele Veranstaltungen und Ausstellungen abgesagt. Künstler- und Kulturschaffende stehen vor dem Aus.
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Die Stadt Kempten unterstützt die lokale Kunst- und Kulturszene mit 75.000 Euro.

Kempten – Die Stadt Kempten lässt ihre Kulturschaffenden in der coronabedingten Auftragsflaute nicht im regen stehen. Um die „verheerenden Folgen“ der Pandemie für die Kultur- und Kreativwirtschaft, die vor allem viele kleine Kultureinrichtungen auch in Kempten an den Abgrund gebracht habe, zu unterstützen, hat das Kulturamt coronabedingte Fördermaßnahmen erarbeitet, die Sabine Modzel-Hoffmann, die dort die Beratungsstelle für Kulturförderung ausfüllt, in der Sitzung des Kulturausschusses vorstellte. Wie sie betonte, „sehen wir es als Kernaufgabe der Kulturverwaltung“, lokale Kunst und Kultur sowie kulturelle Angebote „auch und gerade in Krisenzeiten“ sicherzustellen.

Einstimmig folgte das Gremium dann auch dem Vorschlag, 75.000 Euro bereitzustellen, die über drei Förderprogramme zu je 25.000 Euro ausgeschüttet werden sollen sowie das Personal für den Arbeitsaufwand temporär aufzustocken.

Die drei Fördertöpfe

1. Mietzuschüsse, die von Kemptener KünstlerInnen, Kulturschaffenden und Vereinen für nicht-kommerzielle, kulturelle Veranstaltungen beantragt werden können. Der Geltungsbereich umfasst städtische Räume, wie das Theater oder Hofgartensaal sowie nicht-städtische Veranstaltungsorte.

2. Institutionelle und Investitions-Förderung, um Ausfälle von Einnahmen aber auch Ausgabensteigerungen, die durch Anpassungsmaßnahmen an die Corona-Auflagen entstehen, etwas abzufedern. Die Förderhöhe in diesem Bereich ist auf maximal 3000 Euro pro Jahr und Träger begrenzt.

3. Veranstaltungs- und Projektförderung, die VeranstalterInnen, KulturmanagerInnen und Vereine in der Entwicklung und Umsetzung neuer, innovativer Konzepte kultureller und der aktuellen Situation angepasster Veranstaltungen nutzen können. Ferner soll durch den Zuschuss sicher gestellt werden, dass Veranstaltungen stattfinden können, die aufgrund geringerer Publikumszahlen oder erhöhter Projektkosten nicht Kosten deckend durchführbar sind. Beantragt werden können hier bis zu 70 Prozent der Projektkosten, mindestens zehn Prozent müssen durch Drittmittel, u.a. Spenden, Fördergelder etc., finanziert werden.

Die Antragstellung soll ausschließlich über ein vom Kulturamt bereitgestelltes Formular möglich sein und das Projekt abschließend auch evaluiert werden. Die gesamte Fördermaßnahme ist vorerst auf 2021 begrenzt, für 2022 sei man „optimistisch“, so Modzel-Hoffmann, die zudem auf personellen Mehrbedarf hinwies, um den zusätzlichen erheblichen Arbeitsaufwand stemmen zu können. Andreas Kibler (Freie Wähler) lobte das „durchdachte System“ für den Aufrechterhalt des seines Erachtens auch „systemrelevanten“ Kulturbereich. Für die entstehende Mehrarbeit regte er an einen „Springer“ der städtischen Verwaltung einzusetzen, eine auch aus Sicht von Kulturamtsleiter Martin Fink „ideale Lösung“. Sibylle Knott (parteilos im Gremium für die CSU) hatte zwei Dinge im Auge: 1. die Möglichkeit die Miete für das Stadttheater zu senken und 2. den nichtkommerziellen Veranstaltern beim „qualifizierten Personal“ für den Kartenverkauf unter die Arme zu greifen. Die Vergabe von Sitzplätzen sei mit Corona kaum noch ehrenamtlich zu stemmen, meinte sie.

Christine Tröger

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