Fünf Wochen Stillstand – oder noch länger?

Die Saisonplanung der Allgäu Comets zeigt noch viele Fragezeichen

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Wie lange muss das Ei nun ruhen?

Kempten – Die Corona-Pandemie war kürzlich der einzige Tagesordnungspunkt der außerplanmäßigen Sitzung. Der Krisenstab der Allgäu Comets in Form des Präsidiums und Kassier war kurzfristig zusammengekommen. Mit Blick auf die Saison 2020 gibt es viele Fragezeichen.

„Die Gesundheit aller geht vor. Daher ist es auch unsere Pflicht, alles in unserer Macht stehende dafür zu tun, die exponentielle Verbreitung des Virus einzudämmen. Aus diesem Grund mussten wir heute vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie auch einige Entscheidungen treffen, die uns alles andere als leicht gefallen sind. In schwierigen Zeiten muss die Football-Gemeinde näher zusammenrücken. Nur so werden wir auch diese Lage zusammen überstehen“, sagte der Präsident der Allgäu Comets Adolf Hölzli nach der kurzfristig einberufenen Sitzung. Dem fügte der Vizepräsident, Dr. Johannes Huber, hinzu: „Besonderer Dank gilt hier natürlich auch all unseren Sponsoren, Gönnern, Freunden und sonstigen Partnern, die uns in einer schwierigen Situation beistehen und begleiten.“

Zunächst wurde beschlossen, den Trainingsbetrieb aller Comets-Abteilungen bis zum Ende der Osterferien vollständig auszusetzen. Bis dahin wird es für alle Abteilungen kein Mannschaftstraining auf dem Platz geben. Auch das Training im Kraftraum und in öffentlichen Fitnessstudios ist vorläufig gestrichen. Teammeetings sowie Theorie-Einheiten sollen zumindest über Video-Chats organisiert werden.

Nach dieser Frist werde die Lage erneut beurteilt. Sollte sich bis dahin die Lage noch immer nicht verbessern, werden die Maßnahmen verlängert.

Wie viele andere deutsche Sportverbände hat auch der American-Football-Verband Deutschland (AFVD) den Spielbetrieb ausgesetzt, vorläufig bis zum 17. April. Somit sind auch alle geplanten Aktivitäten aller Abteilungen des Vereins davon betroffen. Ebenfalls ausfallen muss das für den 19. April geplante Freundschaftsspiel des GFL-Teams gegen die Straubing Spiders.

Offene Planung

Die größten Fragezeichen ergeben sich für die Comets und alle anderen Football-Vereine aus der nun völlig offenen Saisonplanung in allen Abteilungen. Die Lage sei sehr ernst und kann für manchen in der Liga existenzbedrohend sein. Sicher sei aktuell nur, dass alle bisherigen Planungen inklusive aller Spieltermine fraglich sind. Deshalb wird auch ab sofort der GFL-Ticketvorverkauf eingestellt. Der AFVD, der einen Corona-Krisenstab aufgesetzt hat, diskutiert derzeit mit den Vereinen der GFL und GFL2 verschiedenste Szenarien, wie 2020 ein geordneter Spielbetrieb organisiert werden kann. Ungewiss ist dabei auch, wann überhaupt in die Saison 2020 gestartet werden kann und unter welchen Rahmenbedingungen, wie zum Beispiel mögliche Beschränkungen der Zuschauerzahlen, gespielt werden kann. Dennoch hat der AFVD den Ligastart vorerst um fünf Wochen nach hinten verschoben und empfiehlt einen Start der Saison frühestens am 30./31. Mai 2020.

Außerdem wurde die Bundesligisten-Versammlung der GFL seitens des AFVD bis auf Weiteres abgesagt. Gleiches gilt für die Flagsaison der Jugend und auch die Cheerleading-Landesmeisterschaften wurde vorerst in den September verlegt.

Durch die Ungewissheit über den Verlauf der Pandemie und den Verlauf der GFL-Saison müsse derzeit sehr rigoros gewirtschaftet und von Woche zu Woche gedacht werden. Trotzdem habe sich das Präsidium der Allgäu Comets am Montag klare Richtlinien für die aktuell vorherrschenden Rahmenbedingungen gegeben, die der Vizepräsident und Abteilungsleiter der Herrenabteilung, Francis Bah, so zusammenfasst: „Trotz der schwierigen Lage, bleiben wir besonnen, ruhig und fahren auf Sicht.“

Weil aktuell noch niemand weiß, wie sich der Spielbetrieb gestalten wird, geht man bei den Comets davon aus, dass 2020 ein außergewöhnliches Football-Jahr wird. „Vom Abbruch der Saison bis hin zu einer abgespeckten Saison ohne Zuschauer haben wir alle Szenarien durchgespielt. Sowohl sportlich als auch finanziell. Wir müssen uns leider auf alle Eventualitäten einstellen“, sagte Adolf Hölzli abschließend und fügt hinzu „aber wir schaffen das als Gemeinschaft.“

kb

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