Polizeistatistik zeigt deutlichen Rückgang der Straftaten

Corona macht Isny sicherer

Konnten frohe Botschaften verkünden: Markus Ehmele (li) vom
Polizeirevier Wangen und Reiner Gruber vom Polizeiposten Isny
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Konnten frohe Botschaften verkünden: Markus Ehmele (li) vom Polizeirevier Wangen und Reiner Gruber vom Polizeiposten Isny.

Isny – Es mag zynisch klingen, aber die neuesten Zahlen zeigen es eindeutig: Das Virus hat die Stadt sicherer gemacht. „Dank“ Corona sind Straftaten im Jahr 2020 um satte 18 Prozent zurückgegangen. „Isny ist eine sichere Gegend“, freut sich Markus Ehmele vom zuständigen Polizeirevier Wangen, „126 weniger Fälle, das ist richtig viel.“ Hauptgrund für den Rückgang ist die Pandemie.

Frohe Botschaften in trüben Zeiten konnten Ehmele und Rainer Gruber vom Polizeiposten Isny dem Verwaltungsausschuss verkünden. Diebstähle minus ein Fünftel, Wohnungseinbrüche sogar minus ein Drittel, auch sogenannte Aggressionsdelikte im öffentlichen Raum und Gewalt gegen Polizeibeamte – alles war rückläufig im vergangenen Jahr. „Ganz logisch“, so Ehmele, „die Leute sitzen zuhause, die meisten Geschäfte hatten geschlossen, es gab und gibt nach wie vor einfach weniger Gelegenheiten, Straftaten zu begehen.“ Ebenso nachvollziehbar, dass auf der anderen Seite Delikte zugenommen haben, die vom eigenen PC oder Tablet aus gesteuert werden: Bei Kinderpornografie und Computerkriminalität verzeichnet die Polizei deutlich steigende Zahlen. Leider sind auch mehr Fälle häuslicher Gewalt zu beobachten gewesen.

Jungen Menschen Perspektiven bieten

Rainer Gruber berichtete über das sogenannte „Sicherheitsgefühl“ in Isny: „Die BürgerInnen melden immer wieder Ruhestörungen, Sachbeschädigungen oder Belästigungen durch diverse Gruppen Jugendlicher und junger Erwachsener, vor allem auf den öffentlichen Plätzen und in den Parkanlagen“, so der seit Oktober vergangenen Jahres in Isny tätige Beamte, „wir beobachten das schon länger und jetzt immer intensiver.“ Seiner Meinung nach sind diese Vorfälle aber durch Corona weniger geworden, „in unserer Stadt können auch Frauen nachts alleine durch Isny laufen, ohne sich unsicher fühlen zu müssen“, so Gruber. Allerdings müsse das Problem nun entschiedener angegangen werden: „Wir müssen diese jungen Menschen vernünftig beschäftigen, sie brauchen eine Perspektive.“ Entsprechende Gespräche zwischen Polizei, Stadt und Streetworker sind bereits angelaufen.

Auch die offensichtliche Unterbesetzung des Polizeipostens Isny dürfte dabei zur Sprache kommen. „Wir tun, was wir können“, versprach der Wangener Polizeichef Ehmele. 

Lutz Bäucker

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