RKI warnt vor Gesundheitsschäden

Corona: Mikrobiologe kritisiert FFP2-Masken-Pflicht als »Aktionismus«

Eine Frau mit FFP2-Maske kauft ein.
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Seit 18. Januar 2021 gilt in Bayern unter anderem in Geschäften und im ÖPNV eine FFP2-Masken-Pflicht.

Bayern – Seit diesem Montag gilt in Bayern im ÖPNV, in Arztpraxen und Einkaufsgeschäften eine FFP2-Masken-Pflicht zum Schutz gegen Ansteckungen mit dem Corona-Virus. Immer mehr Experten warnen jedoch vor Tücken, die beim Gebrauch der Mundschutzmasken lauern. Dies berichtet der „Münchner Merkur“.

So hatte der Mediziner Andreas Podbielski, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene der Uni Rostock, die von Ministerpräsident Markus Söder verkündete Regel bereits in der vergangenen Woche in der „Münchner Abendzeitung“ als „Aktionismus“ kritisiert. FFP2-Masken gehören aus seiner Sicht nur in die medizinischen Berufe. Diese Masken seien belastend und brächten „haufenweise Risiken“ mit sich. Nicht umsonst sei im Arbeitsschutzgesetz vorgeschrieben, nach zweistündigem Tragen eine Pause einzulegen. Das Tragen von FFP2-Masken im privaten Bereich sei „Populismus und Blödsinn“, so Podbielski im Interview.

Wie der Bayerische Rundfunk auf BR24 berichtet, habe sich das Robert-Koch-Institut (RKI) bei dem Thema zurückhaltend gezeigt. So äußerte laut BR24 das RKI vor Einführung der FFP2-Maskenpflicht in Bayern die Befürchtung, dass Laien die Masken ohne entsprechende Einweisung nicht richtig tragen können. FFP2-Masken wurden für Privatleute vom RKI nur unter „sorgfältiger Abwägung von potentiellem Nutzen und unerwünschten Risiken“ empfohlen. Darüber hinaus sollte ein derartiges Vorgehen zum Beispiel für besonders empfindliche Risikopatienten am besten ärztlich begleitet werden, heißt es bei BR24. Auch RKI-Präsident Professor Lothar Wieler habe diese Äußerungen des RKI nochmal am 14. Januar 2021 in seiner täglichen Pressekonferenz bekräftigt: „FFP2-Masken sind Masken, die für den medizinischen Arbeitsschutz genutzt werden. Und das sind Masken, die eine hohe Wirkung haben, wenn sie korrekt getragen werden und wenn die Menschen, die sie tragen, wirklich darüber aufgeklärt werden, wie sie zu tragen sind.“

Laut dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) dienen FFP-Masken als Gegenstände der persönlichen Schutzausrüstung vor allem dem Schutz des Maskenträgers vor Partikeln, Tröpfchen und Aerosolen. Die Masken sind vom Hersteller als Einwegprodukte vorgesehen. Sie sollten regelmäßig gewechselt und nach Verwendung entsorgt werden. Sie müssen dicht am Gesicht sitzen, um ihre Filterleistung entfalten zu können.

Demzufolge sind solche Masken auch ungeeignet für Personen mit Bärten, Koteletten oder tiefen Narben im Bereich der Atemanschlüsse. Dass die FFP2-Masken konkret gegen Viren einen entsprechenden Schutz bieten, dazu findet sich keine Information beim BfArM.

Hingegen weisen verschiedene Hersteller in ihren Gebrauchsanweisungen zum richtigen Tragen und der Schutzwirkung von FFP-Masken darauf hin, dass ein Schutz vor Viren erst ab der FFP3-Maske bestehe (www.pure11.de/glossar/ffp-schutzklassen).

Die Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken im öffentlichen Raum auch in anderen Bundesländern hat sich in der Jüngsten Konferenz der Bundeskanzlerin Merkel mit den Ministerpräsidenten jedenfalls nicht durchgesetzt.es

Eric Schneider/mk

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