Speichelprobe ohne Aussteigen

Den Corona-Test gibt es jetzt im "Drive-In"

1 von 1
Der Test wird dem Proband mit einem Greifarm in den PKW gereicht.

Kempten/Oberallgäu – In Kempten und im Landkreis Oberallgäu gibt es nun 36 bestätigte Corona-Virus-Fälle (Stand: 18. März). Die Behörden rechnen jedoch mit einem zeitnahen Anstieg der Infektionen.

Deshalb wurde in Sonthofen am Marktanger ein sogenannter „Drive-In“ eingerichtet, um Verdachtsfälle zu testen. Seit Montag, 16. März, gibt es auch einen „Drive-In“ in Kempten in der Ari-Kaserne.

Ralph Eichbauer, Abteilungsleiter „Mensch und Gesundheit“, erklärt bei der Pressebesichtigung die Vorteile der Drive-In-Lösung. „Durch die Selbstentnahme im Auto, hat der Proband kein Kontakt zu weiteren Personen. Somit können wir die sogenannte Wartezimmerverschleppung des Virus vermeiden.“

Wie funktioniert der Test per Drive-In? 

Wer den Verdacht hat, sich mit dem Virus infiziert zu haben, muss zunächst das Gesundheitsamt anrufen (Tel. 08321/612-100). Wenn der Patient schwer erkrankt ist, wird ein Fahrdienst für den Test zum Patient nach Hause kommen. Sind Patienten symptomatisch, aber mobil, so bekommen sie von der Telefonhotline des Gesundheitsamtes eine Fallnummer für den „Drive-In“ zugeteilt. Mit dieser Nummer können sie dann per PKW zur entsprechenden Stelle fahren. Der erste Stopp ist am Regiestrierungs-Schalter. Dort werden die Daten des Patienten aufgenommen. Die „Probeentnahme“ ist der zweit Stopp.

Dort reichen die Helfer mit einem Greifarm die Probe zum Patient ins Auto. Dieser entnimmt die Speichelprobe selbst im Auto und steckt das Stäbchen wieder in die dafür vorgesehene Hülle. Anschließend schmeißt der Patient die verschlossene Probe in einen dafür vorgesehenen Eimer und verlässt die Drive-In-Anlage wieder per PKW. Die Proben aus Sonthofen werden mehrmals täglich in ein Labor nach Kempten geschickt und dort ausgewertet. Die getesteten Personen bekommen das Resultat sowie die weiteren notwendigen Schritte telefonisch mitgeteilt.

Der Schutz der Helferinnen und Helfer des THW und der Johanniter in der Drive-In-Anlage hat dabei oberste Priorität. Sie arbeiten in spezieller Schutzkleidung sowie mit Brille und Atemschutz. Es sind immer mindestens sechs bis acht Personen am Drive-In im Einsatz. Aufgrund der zusätzlichen Belastung durch den Atemschutz, müssen die Helferinnen und Helfer nach 120 Minuten im Einsatz je eine halbe Stunde Pause machen.

Der Drive-In in Sonthofen ist vorerst täglich von 15 bis 19 Uhr geöffnet. Ralph Eichbauer erklärt jedoch, dass die Öffnungszeiten je nach Bedarf dynamisch angepasst werden. 

Sabine Tualachan

Auch interessant

Meistgelesen

Besorgter Flaneur versorgt den Fischerjungen
Besorgter Flaneur versorgt den Fischerjungen
Der Klinikverbund Allgäu ist bereit für Covid-Patienten
Der Klinikverbund Allgäu ist bereit für Covid-Patienten
Die Polizei appelliert an die Bürger sich an die Ausgangsbeschränkung zu halten
Die Polizei appelliert an die Bürger sich an die Ausgangsbeschränkung zu halten
Unsicherheit um Covid-19 Tests: Dr. Matthias Sauter vom Klinikum Kempten klärt auf
Unsicherheit um Covid-19 Tests: Dr. Matthias Sauter vom Klinikum Kempten klärt auf

Kommentare