Der Countdown läuft

Freuen sich schon auf die 2. Schultheatertage: Nikola Stadelmann (rechts), Mitinitiatorin und künstlerische Direktorin des TIK, mit Projektleiterin Tabea Karsch. Foto: Tröger

Kurz vor Ende der Spielsaison stehen im TheaterInKempten (TIK) die im vergangenen Jahr mit großem Erfolg gestarteten Schultheatertage in den Startlöchern. Vom 21. bis 25. Mai heißt es für Kinder und Jugendliche von der Grundschule bis zur Oberstufe aus Kempten und dem Umland zum zweiten Mal: „Die Welt ist (d)eine Bühne“. Das fünftägige Programm umfasst insgesamt elf Theateraufführungen, dazu einen Theater-Workshop für Lehrer und einen Tanz-Workshop für Schüler ab zwölf.

Außerdem sollen Akteure und Publikum in einem „Mitmachkunstprojekt“ von der Fachakademie für Kunstpädagogik Gelegenheit haben, im Verlauf einen „Theatergarten“ entstehen zu lassen. Das Motto der 2. Schultheatertage, „immer mehr...“, hätten die Theatergruppen jeweils passend zu ihrem Stück selbst ergänzen dürfen, erklärte Nikola Stadelmann, künstlerische Direktorin des TIK und – mit dem Leiter des Amts für Jugendarbeit, Thomas Baier-Regnery – Initiatorin des Projektes. So darf man also schon gespannt sein, was sich hinter den nach „immer mehr...“ folgenden Begriffen wie „Theater“, „Wahnsinn“, „Liebe“, „Salat“, „Hysterie“ oder auch „Socke“ wohl verbirgt. Vergangenes Jahr schon ein echter „Renner“, wird auch in diesem Jahr die „Hilde-Drama-Group” des Hildegardis-Gymnasiums mit einem Stück in englischer Sprache auf der Bühne stehen: „Fawlty Towers“, ein abgedrehter Theaterspaß frei nach der englischen Kultserie. Ein „schönes Inklusionsprojekt“ nannte Stadelmann das Stück „Der Revisor“ frei nach Nikolai Gogol, mit körperlich-geistig behinderten Darstellern aus dem Astrid-Lindgren-Haus und nicht- behinderten vom Allgäu-Gymnasium. Tierisches Musical Erstmals nicht nur Schirmherrin, sondern mit ihrer ersten Klasse auch aktiv dabei, hat Heidi Netzer zusammen mit Marietta Blind das tierische Mini-Musical „Das Schneckenhaus“ mit Schülerinnen und Schülern der Volksschule Haldenwang erarbeitet. Netzer habe dem Projekt ausgesprochen positive Auswirkungen auf die Schüler bescheinigt, die nicht nur unheimlich viel Spaß in den Proben hätten, sondern auch stark an Selbstbewusstsein gewinnen würden, berichtete Projektleiterin Tabea Karsch. Bestätigt habe das auch Ingrid Peukert, Schul- und Theatergruppenleiterin der Volksschule Kottern-Eich, die 2011 mit so großer Begeisterung dabei gewesen sei, dass sie damals schon verkündet habe, 2012 wieder mitmachen zu wollen. „Das geheime Leben der Piraten“ heißt das Musical mit Pfiff ihrer Wahl diesmal. Über 3000 Besucher hatten 2011 laut Stadelmann die insgesamt 17 Aufführungen ins Theater gelockt. Damit seien Ziele wie, ein Podium für die erarbeiteten Stücke zu bieten oder eine projektübergreifende Zusammenarbeit von Schulen zu fördern, bereits beim Pilotfestival aufgegangen. „Wir sehen das Festival als einen Spiel- und Erfahrungsraum, als eine Art Gegenpol zum schulischen Alltagsleben, in dem die musischen Dinge immer mehr in den Hintergrund rücken“, betonte sie. Einen positiven Aspekt des Projektes sähen Magdalena Schulz und Kilian Hampel von der Theatergruppe des Carl-von-Linde-Gymnasiums (CvL) zum Beispiel auch darin, keine Angst mehr zu haben vor größere Gruppen zu treten. Außerdem sei es etwas Besonderes, im „richtigen“ Theater vor einem anderen Publikum zu sprechen als in der Schule vor den Eltern, denn „die finden uns ja eh immer toll“, zitierte Nikola Stadelmann das Feedback Hampels. Zu sehen ist die Gruppe des CvL gleich am Eröffnungsabend in „Die Nashörner“ von Eugène Ionesco. Thomas Baier-Regnery würdigte die große Mitmach-Resonanz deshalb besonders, weil er wisse, dass „für die Schulen sehr viel Arbeit dahinter steckt“.

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