Damit Isny sich entwickeln kann

Nach Jahrzehnten der Überlegungen und Jahre langer Bauzeit ist nun die B12-Umfahrung inklusive Felderhaldetunnel für den Verkehr frei gegeben. 32,8 Millionen Euro hat der Bund in dieses Projekt investiert. Dadurch, dass Isny nun verkehrstechnisch stark entlastet ist, sind Projekte wie die Sanierung der Altstadt erst möglich.

Ministerpräsident Günther H. Oettinger (CDU) ließ ein wenig auf sich warten, eher er mit seinem Hubschrauber zur Tunneleröffnung am vergangenen Donnerstag einflog. Das machte aber nicht besonders viel aus, denn Gesprächsstoff gab es genügend. Mit den ersten drohenden Wolken am Himmel wurde das Rednerpult in den Tunnel verlagert und Regierungspräsident Hermann Strampfer aus Tübingen begrüßte die Gäste. Seine Behörde hatte einen großen Teil der Planung und Vorbereitung erledigt, sodass der Bau problemlos voran gehen konnte. Der Dank an die Ausführenden zog sich durch alle Reden. Selbst die Tunnelpatin, ihre königliche Hoheit Fürstin Marie Charlotte von Quadt, Vertreterin der Heiligen Barbara, der Schutzheiligen der Tunnelbauer, und seit der ersten Sprengung 2005 für den gefahrlosen Vortrieb mit verantwortlich, bekam ihren Teil des Dankes von den Rednern. Die Bundestagsabgeordnete Karin Roth (SPD), Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, hob hervor, dass die Bundesregierung nicht nur in der „Neuen Bundesländern“ investiere, sondern den Straßenausbau in West-Ost-Richtung ebenfalls vorantreibe. Die Erweiterung der Schienennetze werde ebenfalls fortgesetzt, auch wenn der Hauptteil des Gütertransports und der Mobilität der Bundesbürger auf dem Straßennetz laste. Es sei ihr ein Anliegen, auch die Ortsumfahrungen nicht zu vernachlässigen und sich nicht nur auf die Fernstraßen zu konzentrieren. Oettinger sieht Chancen Ministerpräsident Oettinger war inzwischen auch angekommen und beglückwünschte Isny zur geglückten Lösung der Verkehrsprobleme in der Innenstadt. „Ich traue mir schon zu, zu beurteilen, wie wichtig die Ortsumfahrung für Isny ist. Oft genug bin ich hier im Jägerhof und der Region, um mir eine Meinung darüber zu bilden“, erklärte der Landesvater. Isny bekomme nun eine Chance zur Entwicklung, die es sonst nie erhalten hätte. Staatssekretär Franz Josef Pschierer vom Bayerischen Staatsministerium der Finanzen kam ebenfalls zu Wort und wurde von Bürgermeister Rainer Magenreuter abgelöst, der sich ebenfalls bei allen Beteiligten für diese Entlastungsstrecke bedankte. Die Bürgermeister der Region hatten sich zusammen geschlossen und eine Prioritätenliste vorgelegt, bei der Isny an vorderster Stelle stand. Vor allem sei nun auch das Prädikat des heilklimatischen Kurorts gesichert. Dennoch habe Isny weitere offene Wünsche. Die Umgehung von Großholzleute, der K8016-Zubringer Ried-Schweinebach und der Autobahnanschluss „Wangen-Süd“ seien ebenfalls noch auf der Wunschliste. Danach weihten Dekan Matthäus Karrer und Pfarrer Johannes Ringwald in ökumenischer Einigkeit den Tunnel und den Straßenabschnitt. Geld für Verschönerung Anschließend feierten Gäste und Verantwortliche gemeinsam das Tunnelfest. Im Autokorso ließen sich die Regierungsvertreter und sonstige Entscheidungsträger zum ersten Mal durch den Tunnel kutschieren. Die Stadtkapelle Isny spielte auf und unten vor einem großen Festzelt warteten schon die Reichstadt-Fanfaren auf die Gäste. Die Bewirtung hatte die Stadt Isny übernommen. Die Bäckerei Mayer hatte die Brötchen gestiftet, die Brauerei Stolz war mit einem neu kreierten „Tunnelbier“ angetreten, das extra für diesen Anlass abgefüllt und mit einem entsprechenden Etikett versehen wurde. Ein Teil des Erlöses des „Tunnelbiers“ fließt in die Verschönerung des Streckenverlaufs.

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