"Kemptener Lebensmittelladen" feiert zehnjähriges Bestehen

Ein Grund zum Feiern

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Viel Wertschätzung und Dank seitens der Politik gibt es für die Akteure anlässlich „10 Jahre Lebensmittelladen in Kempten“: Uwe Hardt (v.l.), Geschäftsführer Caritas Allgäu, Jubilar Karl Weiss, Alexander Ziegelmaier, stellvertretender Vorsitzender Rotes Kreuz Kreisverband Oberallgäu, Sibylle Knott, Bürgermeisterin Kempten, die Jubilare Resi Weiss und Rolf Träger, Landtagsabgeordnete Ulrike Müller (Freie Wähler), Jubilar Herbert Prinz, Klaus Tenbrink, Landesvertreter Bundesverband Tafeln Bayern-Mitte, Entwicklungsminister Dr. Gerd Müller und Alexander Schwägerl, Kreisgeschäftsführer des Roten Kreuz in Kempten.

Kempten – Vor zehn Jahren öffnete der erste Lebensmittelladen des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) in Kempten seine Türen. Inzwischen gibt es drei solcher Läden in der Stadt, die sich mittlerweile „Kemptener Tafel“ nennen; der Dritte wurde 2008 in Kooperation mit der Caritas eröffnet.

Zum „Dankeschön-Empfang“ luden deshalb der BRK-Kreisverband Oberallgäu und die Caritas Kempten-Oberallgäu jetzt ehrenamtlich Engagierte, Sponsoren und Unterstützer in die Schrannenhalle des Rathauses ein. Auch die Zusammenarbeit mit der Stadt Kempten, wo neben den Tafelläden auch eine Wärmestube, eine Übernachtungsstelle und ein Rotkreuzkleidermarkt für die Versorgung „aus einer Hand“ sorgen, befand Ziegelmaier als „hervorragend“. 

Aufgrund der steigenden Besucherzahlen in den genannten Einrichtungen sei die Idee für einen Rotkreuzladen für Lebensmittel in Kempten entstanden – um frei von Einschränkungen zu sein, zunächst ohne dem Bundesverband der Tafeln beizutreten. Täglich würden die Waren, die „nicht abgelaufen“ und „in einem guten Zustand“ sein müssten, bei den derzeit 80 Kooperationspartnern im Kempten und im Landkreis Oberallgäu abgeholt, im zentralen Tafellager aufbereitet und dann auf die drei Tafelläden verteilt. Dort könnten sie von Personen mit Berechtigungskarte, zum Beispiel Sozialhilfeempfänger, gegen ein kleines Entgelt erworben werden. 

120 ehrenamtliche Helfer 

Auch Überproduktionen oder falsch etikettierte Waren würden oft auch von Firmen aus dem weiteren Umkreis gleich „palettenweise“ für die Tafelläden abgegeben. Daneben hob Ziegelmaier als „weiteres wichtiges Standbein“ das ehrenamtliche Engagement derer hervor, „die die Ware abholen, herrichten und verkaufen“ – rund 120 Personen. „Aus unserer Sicht können wir drei Zielsetzungen realisieren“ meinte er: die Förderung des ehrenamtlichen Engagements, Vermeidung von weggeworfenen oder vernichteten Lebensmitteln sowie ein Beitrag für hilfebedürftige Menschen. 

Besondere Aktion

„Nicht gelungen“ sei es dagegen, Unterstützung bei den Entsorgungsfirmen zu finden, bedauerte er. Das zehnjährige Jubiläum soll nun mit einer besonderen Spendenaktion gekrönt werden, bei der Waren im Fokus stehen, die lange haltbar und deshalb kaum in den Tafelläden vorhanden sind. Dazu zählen Dinge wie Waschmittel, Kaffee, Honig, Hartwurst. Marmelade, Süßigkeiten, Nudeln, Reis oder auch Shampoo. 17 Pfarrgemeinden aller Richtungen haben sich laut Ziegelmaier bereits engagiert und bisher rund 400 Artikel zusammengetragen. 

Wie Markus Wille, Koordinator der Tafelläden, anmerkte, seien insgesamt bereits 4000 Produkte beieinander – 10 000 Artikel sollen es für die Zielmarke von 1000 Lebensmittelpaketen werden. „Wir möchten den Leuten nicht nur Lebensmittel geben“, war es Uwe Hardt, Geschäftsführer Caritas Kempten-Oberallgäu, ein Anliegen, dass das Tafelladen-Engagement der Caritas in ein „umfangreiches Beratungsangebot eingebettet“ sei. Wichtig war ihm auch, „dass niemand das Gefühl hat Almosen zu bekommen“. 

Zehnjähriges Jubiläum feierte allerdings nicht nur der Lebensmittelladen, sondern auch vier Ehrenamtliche, die von Anfang an dabei sind: Rolf Träger, mehrmals wöchentlich als Fahrer des Tafel-Autos unterwegs; Herbert Prinz, von Montag bis Samstag als Beifahrer tätig und gilt als „Künstler im Beladen der Fahrzeuge“; Resi und Karl Weiss, Träger der Europamedaille für ihr ganz besonderes Engagement und mit ihren Mitarbeiterinnen das Gesicht der Tafel St.-Mang.

Christine Tröger

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