Ein Pflänzchen, das wächst

Das Architekturforum Allgäu rockt das »Haus der Baukultur« im Reglerhaus

Akteure der „Kulturkraft Allgäu“ bei der „Allgäu Roadshow“ im
Reglerhaus bzw. „Haus der Baukultur“
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Akteure der „Kulturkraft Allgäu“ bei der „Allgäu Roadshow“ im Reglerhaus bzw. „Haus der Baukultur“.
  • VonChristine Tröger
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Kempten/Allgäu – Noch ist es eher ein zartes Pflänzchen. Aber eines mit gewaltigem Potential. Das „Haus der Baukultur“, das sich das architekturforum allgäu (af) als Nutzung für das seit 1986 leerstehende Reglerhaus an der Iller von der Stadt „erkämpft“ hat. Mit Workshops, Diskussionsrunden, Ausstellungen, Vorträgen, Filmabenden und vielem mehr soll das Reglerhaus zur Plattform für die regionale Baukultur werden, denn, so die Begründung, „unser gebauter Lebensraum geht uns alle an“.

Und da Netzwerken heutzutage alles ist, war vergangenen Freitagabend das Projekt „Allgäu Roadshow“ zu Gast, ein loser Zusammenschluss verschiedener Akteure im Allgäu wie z.B. die Verpackerei Gö, eine Konzept-, Installations- und Ausstellungshalle in Görisried. Diese „Kulturkraft Allgäu“ will die Vernetzungen unterschiedlicher Kulturakteure im Allgäu fördern.

Für af-Geschäftsführer Franz Schröck war es neben dem Austausch eine willkommene Gelegenheit, das Reglerhaus und „einziges verbliebenes Relikt“ des ehemaligen Gaswerks vorzustellen. Gestaltet habe das 1914 errichtete Gebäude Ambros Madlener, der neben u.a. Heydecker zu den großen Architekten in Kempten gezählt habe. 1986 sei das Gaswerk komplett abgerissen worden. Entsprechend der Vornutzung sei der Boden des Geländes auch „stark kontaminiert“. Da nur die oberste Schicht abgetragen worden sei, müssten das Reglerhaus und auch das umgebende Gelände möglichst belassen werden, wie es ist. 

Schröck erwähnte die von der ehemaligen SPD-Stadträtin Ingrid Jähnig dokumentierten Ideen, die die Stadt über die Jahre für das Reglerhaus gehabt habe, ohne sie umzusetzen. Vor vier Jahren dann habe sich die Stadt dazu entschlossen, das Reglerhaus zu verkaufen. Einer der Interessenten sei nach der Besichtigung aber auf das architekturforum zugekommen, da es seiner Ansicht nach nicht in private Hände fallen sollte. Gründe, es zu einem öffentlichen und auch zentralen Ort im Quartier zu machen, habe es genügend gegeben, nannte Schröck u.a. eine laut Anwohner fehlende Quartiersmitte, aber auch das Projekt „Iller erleben“ der Altstadtfreunde. Mit diesen habe man eine Studie zu möglichen Nutzungen des Reglerhauses beauftragt, die im Ergebnis keine private Nutzung empfohlen habe. Das Interesse der Stadt sei jedenfalls geweckt gewesen. Erste Überlegungen, dem Kleinkunstverein Klecks nach dem Wegfall seiner früheren „Heimat“ im „Klecks“ eine neue Bühne zu geben, seien allerdings wegen des zu erwartenden Lärms und Trubels verworfen worden. Wenn auch anfangs „sehr zögerlich“, sei die Vorstellung einer Nutzung als „Haus der Baukultur“ gereift. Geld habe die Stadt allerdings keines dazu geben wollen. 

In diesen Tagen soll der Zwischenvertrag unterschrieben werden. Dann soll es laut Schröck „Stück für Stück“ mit den Sanierungsarbeiten losgehen und vor allem nach Fördermöglichkeiten geforscht werden. Das Haus soll aber insgesamt bleiben wie es ist.

Hoher Besuch aus Potsdam

Morgen Donnerstag, 22. Juli, ist die Bundesstiftung Baukultur mit Sitz in Potsdam im Rahmen seiner diesjährigen Baukultur Sommerreise ganztägig beim architekturforum allgäu zu Gast und zwar „von sich aus“, wie Schröck betonte. Als Ort wurde das Reglerhaus in der Webergasse als zukünftiges „Haus der Baukultur“ in Kempten erkoren. Die Bundesstiftung Baukultur festigt mit der Sommerreise Ihren Netzwerkansatz, und baut ihre zentrale Scharnierfunktion zwischen lokalen Partnern und der Bundesebene ganz konkret aus. Unter anderem sollen während des Besuchs auch Podcasts entstehen, um das Projekt nach außen zu tragen.

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