"Das ist einfach nur Show"

Wirklich böse sein kann man dem Mann nicht. „Ich bin doch pünktlich, oder?“, grinst René Baumann alias DJ Bobo unschuldig, als er endlich die Bühne der bigBOX betritt. Nein, ist er nicht. Eine geschlagene Stunde hat er die versammelten Medienvertreter warten lassen, die gekommen sind, um mehr über seine „Fantasy-Tour“ zu erfahren, die am 30. Mai auch in der bigBOX zu hören und zu sehen ist. Dass ihm niemand die Verspätung übel nimmt, liegt am Wetter. Es ist Donnerstag und schneit schon den ganzen Vormittag. Außerdem besteht so die Gelegenheit, sich in aller Ruhe das beeindruckende „Making-off“ der Tournee auf der Leinwand anzuschauen.

Der fast einstündige Streifen über das Entstehen der „Fantasy-Tour“ macht durchaus Lust auf mehr. Vor allem Lust darauf, am 30. Mai in der bigBOX dabei zu sein. Allein die Zahlen lesen sich gigantisch: Mit acht Trucks, einer Crew von insgesamt 125 Musikern, Tänzern, Technikern und Arbeitern, 18,6 Tonnen Stahl und 4500 Teilen für das Bühnenbild wird die Bobo-Karawane ins Allgäu einmarschieren. Im Zentrum der Show mit Bobo-typischen phantasievollen Kostümen, dynamischen Tanzdarbietungen und mitreißenden Liedern steht die 17,5 Meter hohe Bühne in Form eines sechsarmigen Buddhas. „Die Figur ist das Zentrale der Show“, erklärt Bobo. Ähnlichkeiten mit Buddha seien zwar genauso wenig wie religiöse Interpretationen beabsichtigt gewesen, ließen sich aber nicht mehr vermeiden. „Das Wort Buddha kommt da halt automatisch“, so der Künstler. „Aber wir versuchen nicht, eine Geschichte zu erzählen – das ist einfach nur Show“, betont er. „Das alles hat keinen besonderen Grund. Ich wollte nur die Musiker auf mehreren Ebenen“, erzählt er. Wegen ihrer Höhe sei die Kemptener bigBOX übrigens optimal geeignet für die neue Tournee. „Sie ist klein, aber doch sehr groß“, so Baumann, der bekannte: „Ich bin ein großer Fan von Kempten.“ Noch Karten zu haben A propos Show: Wer glaubt, das Urgestein des Euro-Dance wird in seiner neuen Präsentation nur Stücke seines im Februar erschienenen „Fantasy“-Albums spielen, irrt: Bis zu 18 ältere Lieder und Klassiker wird es zu hören geben, dagegen nur acht oder neun vom aktuellen Album, versprach er seinen Allgäuer Fans. Zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder mit in die Bühnenshow integriert – „Love is all around“. Etwas wird dann aber doch anders sein als früher – der Star selbst wird mit seinen mittlerweile 42 Jahren bei vielen Tanzeinlagen nicht mehr im Vordergrund stehen. „Da bin ich schon lange über meinen Zenit hinaus“, gesteht er. „Ich tanze viel weniger als früher – aber dann, wenn es drauf ankommt, musst du da sein.“ Dass er sich trotzdem seit Jahren in seiner Branche an der Spitze hält, erklärt er kurz und knapp: „Du musst dich mit Leuten umgeben, die besser sind als du“, betont er. Obwohl Bobos Konzert in Kempten schon fast ausverkauft ist, gibt es noch einige hundert Karten in allen Kategorien. Wie bereits bei seiner „Vampire“-Show vor zwei Jahren wird es auch diesmal wieder vor allem Sitzplätze geben.

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