"Das falsche Signal"

Benedikt Mayer, Leiter des städtischen Sozialreferats.

Eltern von Kindern, die in Kempten in eine Kindertagesstätte gehen, müssen womöglich demnächst höhere Beiträge zahlen: Nach dem Jugendhilfeausschuss hat jetzt auch der Stadtrat bei einer Gegenstimme von Carolin Brög mehrheitlich für eine Erhöhung der Höchstgrenze der Elternbeiträge votiert. Dass es aber tatsächlich zu höheren Kosten für Eltern kommt, gilt als unwahrscheinlich – bislang hätten nur zwei von insgesamt 46 Einrichtungen den bisherigen Rahmen voll ausgeschöpft, berichtete Benedikt Mayer, Leiter des Referats für Jugend, Schule und Soziales.

Mit 554 000 Euro bezuschusst die Stadt laut Mayer die Kindertagesstätten pro Jahr. Mit weiteren 785 000 Euro unterstützt die Stadtkasse etwa 600 Familien, die die Elternbeiträge selbst nicht stemmen können. Trotzdem kommen einige Krippen in Kempten mit den bisherigen Sätzen nur schwer zurecht, weshalb den Trägern nun ermöglicht werden soll, bei Bedarf die Elternbeiträge zumindest „moderat“ zu erhöhen. Dabei gehe es jedoch nicht um das Erwirtschaften von Gewinnen, betonte Mayer. Bei Carolin Brög von den Grünen stieß die Vorlage der Verwaltung auf Ablehnung. „Das ist ein falsches Signal an einkommensschwache Familien“, kritisierte sie. Stattdessen plädierte sie dafür, die städtischen Zuschüsse zu erhöhen. Für eine differenziertere Unterstützung der Eltern sprach sich dagegen SPD-Stadträtin Regina Liebhaber aus. Die derzeitige Regelung fördere vor allem auch „Ärzte oder Akademiker“, meinte sie. Lob für das bisherige System kam dagegen aus der CSU-Fraktion. So meinte Stadtrat und Familienbeauftragter Andreas Kibler, dass es in Kempten gelinge, die Beiträge auf vergleichsweise niedrigem Nieveau stabil zu halten, einen wirtschaftlichen Betrieb der Kindertagesstätten zu ermöglichen und für eine gute Betreuungsqualität zu sichern. Fraktionskollegin und Amtsvorgängerin Claudia Dress hob dagegen die Möglichkeit der Eltern hervor, flexible Kindergartenzeiten zu buchen. Dr. Dominik Spitzer von der FDP forderte hingegen ein kostenloses und verpflichtendes Kindergartenjahr vor dem Schuleintritt.

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