"Das Interesse ist groß"

Die Nähgruppe der Allgäuer Werkstätten zusammen mit Eva Polo (an der Nähmaschine) und Gudrun Weber (stehend am Schneidetisch). Foto: moriprint

Sie kennen das von Ihren Kindern: Irgendwann im Kleinstkinder- alter hat Ihr Mädchen oder Bub ein wenig das „Driala“ angefangen. Die Allgäuer Werkstätten GmbH hat jetzt ein Patent für ein Spezial-Halstuch erworben: Es ist saugfähig, wasserdicht, atmungsaktiv und waschbar. „Die Halstücher und Essens-Lätzchen sind nicht nur ideal für Kleinkinder, gerade auch Menschen mit Behinderung oder Menschen im Alter profitieren von dem hohen Tragekomfort“, erklärte Robert Walter, Leiter der Werkstatt Steufzgen.

Hier entstand mit dem Halstuch und Essenslatz ein neues Arbeitsprojekt, das jetzt auf der Werkstättenmesse in Nürnberg Premiere hatte. Gemeinsam mit Kollegen aus Dillingen hatte die AW mit den Tüchern einen Stand auf der Messe. Dabei zeichnete sich ab: „Das Interesse ist groß.“ Entwickelt hatten vor einiger Zeit zwei Frauen aus dem Ostallgäu das Patent: Als Oberstoff nahmen sie einen einfachen Baumwollstoff, auf der Unterseite wurde ein wasserabweisendes Spezialtuch unterlegt. Dazwischen schichteten sie ein saugfähiges Molltontuch im Brustbereich, denn an den Verschlussseiten wird der Molltonstoff nicht benötigt. Die Allgäuer Werkstätten kauften den beiden Frauen das Patent zusammen mit der Kundenkartei ab. „In der Werbung sprach man viel von Tüchern für Menschen mit Mundschlussproblemen, aber Kleinkinder beim Zahnen oder Essen, ältere Menschen mit Sehproblemen, oder beispielsweise Parkinson-Kranke profitieren auch von diesen Tüchern“, so Walter. Denn weder die Suppe noch der Tee dringe durch die Unterseite. Das heißt, die Kleidung bleibt tatsächlich sauber. Breites Angebot Eva Polo, Schneiderin aus Leidenschaft, hat in der Steufzger Werkstatt daraus zusammen mit Gudrun Weber ein regelrechtes Arbeitsprojekt initiiert. Mit fünf bis 15 Beschäftigten mit Behinderungen fertigen sie inzwischen die Tücher und Essenslatze in allen Größen. Geschlossen werden die Tücher per Druckknopf oder per Klettverschluss. Sie haben eine dem Hals angepasste Form und bieten somit Halsfreiheit. „Das schaut einfach ordentlicher aus, als eine dicke Serviette, die man im Nacken verknotet“, weiß Walter. Aktuell bieten die Allgäuer Werkstätten die Tücher in sechs verschiedenen Farben und Mustern an. Es sind gedeckte Farben für ältere Menschen dabei, aber auch fröhlich junge Muster. „Und natürlich machen wir auf Wunsch auch Sonderanfertigungen, wie beispielsweise für einen 16-jährigen Rollstuhlfahrer, der einfach ein „cooles“, fetziges Musiktuch wollte… Neben den Tüchern fertigt die Nähgruppe inzwischen auch Aufträge für Wickel & Co oder Allgäu Marketing (zum Beispiel Schlüsselanhänger) oder Handy-Taschen mit dem bekannten „Griaß Di“ drauf. Ab Sommer können die Spezialhalstücher wie auch Seifenprodukte, Rost-Art-Kunst, Ofen- säckchen und vieles mehr im dann neu eröffneten werkstatteigenen Shop in der Bäckerstraße in Kempten erworben werden.

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